2006

Der König ist tot

Im falschen Moment auf den Auslöser gedrückt, und schon ist es passiert:


toter_koenig3
Wissen doch alle: Rauchen setzt matt, Herr König!


Da liegt er nun. Tot. Und während die Schuldige lässig an der himmlisch gebläuten Schachtel lehnt, sinniert ein flatterndes Banner über den Wert.

Nicht über den des Gemeuchelten selbst, nein. Über den des Honorars, das der Werbegestalter höchstens hätte kassiert haben sollen für den schlauen Trick, den Merksatz zu kaschieren. Was für ein Zauber der Illustration.



Frisuren-Vogel

Wir kennen es – die gelungene Text-Bild-Sprache ist ein wesentlicher Aspekt erfolgreicher Werbe-Kommunikation. Was aber wenn:


frisuren-vogel
Hingucker: Von oben nach unten funktioniert nicht immer.


Zugegeben: Es ist eine Frage der Präferenzen. Wer als erstes nicht den untersten Titel liest, sondern den obersten, verpasst die wichtige Nachricht. Dafür hat er was zu lachen.

(Hat jemand dafür Geld bezahlt?)



Professionell verkaufen

Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass man dem Kunden das Denken abnimmt und ihn zu spontanen Entscheidungen ermutigt, über deren Existenz ihm vor Sekunden noch gar nichts bewusst war. Zum Beispiel, sich einen Anteil an einem Ferienresort auf einer Spanischen Insel zu kaufen. Für minimal 15.000 EUR Grundeinlage und 700 EUR p.a. für 1 Woche Dauerfun, en bloc und pro Jahr, versteht sich.

Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass der Kunde bei allen Versuchen, sich ablenken zu lassen, immer wieder durch Rückfragen am Ball gehalten oder zu ihm zurückgeführt wird: "Was denken Sie, Frau X?" - "Und Sie, Herr X? - ... - Herr X? - ... - Entschuldigen Sie? Herr X? - ... - Noch einen Kaffee?"

Das professionelle Verkaufsgespräch zeichent sich dadurch aus, dass der Verkäufer als Mensch rüber kommt: "Da habe ich dann einen Infarkt hingelegt, der hat sich gewaschen. Und da habe ich mir gesagt, ich brenne doch nicht im Job für eine anonyme, riesige Firma aus und mache mir meine Gesundheit kaputt. Und bin hier her gekommen, und genieße die Sonne und plaudere mit netten Menschen." Danke, er hat's gemerkt!

Das professionelle Verkaugsgespräch zeichent sich dadurch aus, dass der Verkäufer alles Eigeninteresse leugnet: "Für uns ist das offen: Sie unterschreiben und genießen die Vorzüge unseres Angesbots. Oder Sie machen einfach ein paar Tage schönen Urlaub. Das einzige, was zählt, ist, dass Sie sich sicher sind, dass Sie das möchten." Was? Na, meine Provision berappen, betäubtes Schaf.

Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass der Verkäufer den Kunden bei Laune hält: "Ihr Kind ist sehr klug." Perfekt nach erstem Krickelkrackel auf den Vertragsunterlagen. "Sie verstehen das System perfekt, das spricht für Sie". Perfekt nach der Anmerkung, das Angebot sei ein Schnäppchen. "Sie unterstreichen damit Ihr Prestige". Perfekt zu ungeputzten Schuhen. Die absolute Überraschung aber ist: "Ich spüre das ganz deutlich: Sie passen hier perfekt hinein!"

Das professionelle Verkaufsgespräch zeichent sich also dadurch aus, dass man schon vorher weiß, was man hinterher erlebt haben wird. Die Überraschung ist der Weg, auf dem man verführt werden soll.

Aber woran soll ein Blinder erkennen, dass ich mit fremden Männern nicht ins Bett gehe?




Die Bahn goes IT

Wer glaubt, Online-Ticketing mit der Bahn sei moderne Technik, der irrt gewaltig. Denn hinter der Fassade funktionsreicher Onlineportale und einfacher Buchung von Zugfahrten lauert der behäbige, alte Schaffner von Sankt Bürokratius.

Denn wer sein Online-Ticket gebucht hat, muss es ausdrucken, damit es gültig ist.Das steht zum Beispiel auf dem PDF, sobald es lokal gespeichert ist. Aber auch erst dann. Wer es nicht ausdruckt, hat – für die Fahrt München-Hannover zum Beispiel eine 55 Euro teure – Datenleiche im Speicher. Und das geht so:

"Die Fahrkarten bitte." – "Ich habe sie gerade online gebucht und keinen Ausdruck, sondern nur das PDF auf dem Monitor hier." – "Das kann ich leider nicht akzeptieren, da müssen Sie nachlösen." – "Können Sie das nicht vom Bildschirm scannen?" – "Scannen kann ich es schon (probiert es, Gerät quittiert das PDF als gültig) – ich kann es so aber nicht stempeln."

Resultat: Online-Ticket bezahlt, Nachlöser-Ticket auch bezahlt, obwohl das Online-Ticket prinzipiell funktioniert. Das ist Nepp.

Was man daraus lernen kann? Trau keinem EDV-Ticket. Und wenn ich das nächste mal im Bus fahre, nehme ich sicher kein Handy-Ticket. Denn wenn ich das Handy nicht danach in den Stempelautomaten zwänge, zahle ich bestimmt 40 Euro für Schwarzfahren.


Online-Ticket
Strassenraub auf Schienen: Dieses Ticket ist ungültig, obwohl es gescannt werden kann...




Blöde Tage

Es gibt sie, die blöden Tage. Die Tage, an denen es nichts zu meckern gibt. Gar nichts. Keine schlechte Werbung. Kein missratenes Foto. Keine komische Aussage. Oder einfach nur zu viel Arbeit, um noch neben die Innenwelt zu gucken.

Also will ich auch nicht über die Bewerbung spotten, die heute bei mir eintrudelte: Eloquent, interessant, attraktiv, dieser Mensch. Er vermochte sich und seine Leistungen gut darzustellen. Nur zwei Dinge irritierten mich:

_ Natürlich ist eine Bewerbung ein Werbeanschreiben. Aber trotzdem könnte es lohnen, vorsichtig mit den Techniken des Werbemailings umzugehen.

_ Es ist ein Zeichen von Einsatz, dass sich jemand die Mühe macht, sich selber auf blauen Dunst in 80 Zeilen zu schildern. Aber auf Nummer sicher zu gehen, wäre viel einfacher - und wird in jedem Bewerbungsratgeber empfohlen: Kurz mal anrufen.

Dann hätte ich gleich sagen könnnen, dass in einem 1-Personen-Unternehmen kein Platz ist für zwei. Leider. Sehr leider.

Noch.



Spam für Anfänger

Wenn man nach einigen Tagen der Abwesenheit an seinen Schreibtisch zurückkehrt, ist das fast wie Weihnachten: Ganz viele Geschenke im E-Mail Postfach, und das meiste davon ist Müll.

Aber der Viagra-, Date-me- und Pornomäuschen-Müll hat auch humorige Seiten. Wie wäre es mit diesem Beispiel:


Spam_fuer_Anfaenger
Hüh-Hott-Kommunikation à la Spam.

Zu des Verfassers Glück ist die Spam-Mail nicht mit seinem Klarnamen signiert. Denn schon eine kurze Inhaltsanalyse der beiden hauptbestimmenden Komponenten "Mahnung" und "gewonnen" hätte ausgereicht, den Seppelhut an ihm vorbei zu mogeln.

Stattdessen untermauert er nun profund den Lieblingssatz meines alten Deutschlehrers selig: Erst denken, dann schreiben.





Vanillepudding

Warum bin ich da nicht drauf gekommen? Mit ein bisschen Klangkosmetik ist schließlich auch das banalste Ding in Massen und mit Gewinn unter die Leute zu bringen.

Nehmen wir zum Beispiel Französisch:

Mit einem schönen accent circumflex und einem "C" statt einem "K" entsteht leicht die notwendige Exklusivität. Oder Exotik. Erotik. Wie bei Vanillepudding.

Das ist ein gelbes, labberiges Zeug, das durch Anreicherung mit kostbarem Kirschpams den perfekten Dinner-Promi einer plebeischen Festtafel darstellt. Bringt aber kein Geld. Also:

Her mit dem Wörterbuch. Und ein bisschen nachgedacht: Pams gleich Krem. Und Vanille? Zum Brüllen. Fertig ist die Creme Brûlet.

Schnell noch mit dem Taschenfeuerzeug ein bisschen Zucker drauf karamelisieren – voilais: Das Abschluss-Appetithäppchen eines festlichen C-Klasse-Mercedes-High-Society-Dinnées.

Ist das Leben nicht schön?




Ich spöttel doch gar nicht

Multifunktionsdruckerfaxscannerwunder sind klasse. Aber ihr wares Potential zeigen diese technischen Wunderkombinationskästschen erst, wenn man sie mit der Wirklichkeit konfrontiert: einem Computer.

Davon gibt es bekanntlich zwei Sorten. Die einen sind Windows-Rechner. Die anderen funktionieren.

Das dieses wirklich so ist, zeigt die Installation der Treiber-Software von der mitgelieferten CD. Beim Mac geht das so: CD einlegen, Installationsprogramm startet automatisch, Dialogfelder bestätigen, Installationsfortschritt beobachten, "Beenden" bestätigen, fertig.

Auch Windows kann das: CD einlegen. Autostart abwarten. Abwarten. Warten. War da was? Richtig. Explorer öffnen, Laufwerk E anklicken, CD Inhalt anzeigen lassen, "setup.exe" vermissen, "autostart.exe" suchen, "install.exe" finden, doppelklicken, Dialogfelder bestätigen, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, "Beenden" abwarten, warten, warten - "Bitte starten Sie Ihren Computer neu, damit einige Dateien gelöscht werden können und die Installation abgeschlossen werden kann."

Aber eigentlich hätte man es vorher wissen können: Die Kurzanleitung stellt die Installations-Prozesse nebeneinander dar. Der feine Unterschied ist ein rot umrahmter Kasten ganz am Ende der Windows-Darstellung: "Wenn dieser Bildschrim nicht angezeigt wird, lesen Sie im letzten Abschnitt die Informationen unter Fehlerbehebung."

Windows_exklusiv
Fehlerwarnung: Exklusiv für Windows.







Klein. Stark.Schwarz.

Eine gute Betriebsanleitung zeichet sich dadurch aus, dass sie den Anwender eines Produktes dazu verleitet, nachzudenken. Das dachte sich auch HP und legte seinem Offiejet 4300 All-in-One eine planvoll erstellte und reichhaltig bebilderte Papierhilfe bei. Zudem waren die Techniker pfiffig und programmierten ihrer Druck-Fax-Scan-Kombi eine Hilfsanzeige für das Display mit ein. Nutzt bloß nix.

"Papierstau bitte beseitigen", behauptet das Gerät sofort nach dem ersten Einschalten. Da lag das Papier noch in seiner Verpackung. Was auch gut so war, denn ich wollte die Druckerpatronen einsetzen. Deren Transportwagen hängte aber fest. Warum?

"Entfernen Sie sämtliches Verpackungsmaterial" riet die Anleitung - und siehe da, in Innern des Papierfaches war als Transportischerung ein gefalteter Kartonstreifen versteckt. Ein Mann, ein Griff, schon war der Störenfried beseitigt. Einschalten, Transportwagen startet. "Klacker". Geht nicht.

Noch mal in die Anleitung schauen. Nichts. Im Handbuch nachlesen. Nichts. Am Transportwagen zupfen. Nichts. Laut schreien. Nichts. Und dann... – Kaffee trinken. Die Zeit mit der Tasse in der Hand bringt den entscheidenden Impuls: Nachdenken. Das führt zu Nachgucken. Und das führt zum entscheiden Resultat: Entdecken.

Nämlich einen Sicherungsklammer, die auf der Laufstange des Transportwagen aufgesteckt ist. Klein, stark, schwarz. Und nirgend dokumentiert.

Was die Frage aufwirft: Was bedeutet HP? Vielleicht: Haste Pfertich?



Ökowein 2: Cecchi = Oenologisch f. "Kapiert?"

Auch auf den Verdacht hin, dass ich jetzt das Betriebsstoffe-Stempelchen aufgedückt bekomme: Rotwein inspiriert. Selbst die Winzer. Das erkennt man spätestens dann, wenn die Flasche Wein entkorkt ist und sich am gewundenen Stahl zu aller Überraschung ein - ...

... neumodernen Kunststoff-Korken festkrallt. PVC? Mist! Doch weit gefehlt. Die Weinverkäuferin klärte auf, dass der Kork aus dem Chemiebaukasten neben blauer Farbe auch eine zuverlässige Dichtigkeit nebst Mangel an Korkgeschmack mit sich bringe. Tatsächlich sei er sogar ganz und gar geschmacksneutral.

Mit dieser Kenntnis gestärkt, folgte der Griff gezielt zu den Bouteillen des auf dem Blaukork in Golddruck verewigten Winzers italienischer Provinienz. Und welche Freude, als von genau diesem Kelter geschmackvoller Rebsäfte ein Öko-Chianti im Regal stand. Geschaut, gekauft. Da lacht das Ladenkassenherz. Doch dann... –

Wie groß war die Überraschung, als am gewundenen Stahl ein Kork aus Kork baumelte. Und das Logo nicht aufgedruckt war, sondern altmodische eingebrannt. So lacht das Ökosäuferherz. Denn merke:

Zielgruppen spezifisches Marketing hört bei der Hülle nicht auf.

Cecchi
Jedem das seine. Auch: Zum Vorurteil passender Korken.




Ökowein 1: Nur die Liebe zählt!

Rot muss sie sein, die Liebe. Wie roter Wein. Daher eignet sich das Pärchen auch prima für Zusammenschlüsse. (Eine mögliche aphrodisierende Wirkung bei manchem Konsumenten wird hierbei billigend in Kauf genommen).

Wie schön sich Wein und Liebe paaren lassen, wissen am besten – natürlich – die Italiener. "Ti amo, Chianto?" Nicht ganz:

Checchi Info

Bio, echt Bio! Das ist der Schlüssel zum Glück. Warum, das erklärt die Rückseite der Banderole meines heute erstandenen Fläschchens: "Produkt aus biologisch angebauten Trauben. Aus Liebe zu den Pflanzen, der Erde und dem Menschen."

Fragt sich nur, zu welchem genau.




Hohnorar

Journalismus – lehrt der Trip in die Abstecherwelt – ist eine drollige Veranstaltung. Aufträge kommen on demand und meist kurz vor Mitternacht, Ergebnisse sind tags darauf gegen 12 zu liefern und das dreizehnseitig, mit Tabellen, Schaubildern und 35 Quellen minimal. Das macht Spaß.

Besonders, wenn das Ergebnis von den Redakteuren gut geheißen wird, sie es in das Blatt übernehmen und dazwischen im Stehsatz lagern. Schließlich kommt dann eines Tages der Tag, an dem das Tippwerk durch den Satz läuft und somit in die Ladenauslagen rotiert. Und dann?

Nichts. Keiner erwartet eine Rechnung. Könnte man denken, denn weder kommt ein Belegexemplar noch sagt einer sonstwie Bescheid. Schließlich gilt die alte Gewohnheitsregel: Ein Text wird erst bezahlt, wenn er gedruckt ist. Und um ihn in Rechnung stellen zu können, muss der Autor ihn erstmal finden...

Werkvertrag? Ausfallhonorar? Großes Gelächter. "Herr Schreiber, aber doch nich so'n Modekram bei uns doch nicht, jaah, das war doch schon immer so, jaja, nee, das gibs nich hier."

Immerhin, wenn man nach einer Zufallsdezennie doch noch mitbekommt, dass da mal was war, wird es gelitten, dass sich die Arbeit schließlich doch in Zahlen presst: Geforderte Textemenge : einmal um die Hälfte kürzen x 1,50 Euro pro Seite macht: 13 Euro 10.

Zugegeben, meist ist es etwas mehr. Aber gemessen an der Arbeit und den Rahmenbedingungen bleibt es weiterhin bloß ein Hohn-oh-rar.


PS: Lieber Ulrich, David, Siggi, Thomas und Mehmet, euch meine ich ausdrücklich nicht!



'ne Scheibe abschneiden

Was meint Crealog? Kreativ? Logo!

Könnte man denken. Ist manchmal auch so. Zum Beispiel gerade jetzt: Da hat das Softwarehaus doch glatt auf einer Messe Kuchen verteilt. Als Backmischung im Karton. Blöde Idee?

Denkste. Das "Crealog Meisterstück" ist "Echt wie Crealog: Ganz ohne Konservierungsstoffe." Behauptet jedenfalls die Vorderseite. Auf der Rückseite steht – mit Einschränkung gleichfalls kreativ – die Montageanleitung für die Biskuittorte mit Mohn, Marzipan und Sachnefüllung. Lecker?

Wenn man Backmischungen mag, sicher. Aber auch, wenn man Texte mag: Denn die Crea-tiven haben den Aufbau des Selfmade Gebäcks als Analogie zu ihren eigenen Produkten beschrieben. Zum reinbeißen.


Crealog_Torte



P.S. Falls auch Sie Ihre Firmentorte haben möchten, gehen Sie gleich zu www.kathi.de - die haben das Backwerk verzapft.




Rechnung offen?

Kunden* sind liebende Menschen: Sie lieben den Service, den man bietet. Lieben es, wenn Eilaufträge weit vor Termin fertig sind. Lieben es als selbstverständlich, dass Expressaufschläge entfallen. Und lieben es, wenn Sie Preise in den Keller diskutieren können.

Wenn Sie all das bekommen, sind Kunden liebende Menschen. Sie sind sogar liebe Menschen. Bis eine Rechnung überfällig wird.

Natürlich verschickt der kundenbindungsbewusste Unternehmer nicht gleich eine Mahnung. Er fragt lieber persönlich nach, denn direkte Kommunikation fördert den Erkenntnisgewinn. Hier ein paar Auszüge:

> Wenn die Rechnung überfällig ist, dann bekommen Sie ihr Geld in 10 Tagen.
> Nach 21 Tagen zahlen meine Kunden, dann bezahl ich auch meine Rechnungen
> Teilweise lassen die Kunden mich drei Monate warte, und da muss ich auch nett sein.
> Lassen Sie mich mit dem Scheiss in Ruhe.
> Die paar Euro Verzugszinsen - das ist mir doch egal.
> Dass jemand so rumjammert habe ich auch noch nicht erlebt
> Das Gespräch fing so nett an. Aber jetzt verderben Sie mir die Laune.

Ich bitte um Verzeihung. Das war nicht mein Ansinnen. Natürlich sollen Sie Ihre gute Laune behalten dürfen.

(Ihren nächsten Auftrag übrigens auch.)


* Die weit überwiegende Zahl meiner Kunden ist übrigens sehr nett. Manche möchten aber offenbar mit der Brechstange erreichen, allein sein zu dürfen. Dem will ich nicht im Weg stehen.



Gummibärchen

Gummibärchen sind toll für die Kundenbindung. Das stimmt, denn alle großen machen es: Die Post. Die Deutsche Bank. Die Telekom. Alle organisieren behelfs kleiner Tütchen Ihre Kundenbindung. Auch die zukünftige. Denn die Gummibärchenkunden sind nicht nur untersetzte Männer der Generation Golf Plus. Nönö.

Natürlich sind die Kampagnen-Götter klug und wissen, dass ein Bärchen allein noch keinen Umsatzsommer macht. Prompt haben sie die Vorderseiten der Bärchen-Tütchen CI-t und die Rückseiten mit Sinnsprüchen versehen.

"Vielen Dank für Ihre Geduld" textet die Post prophylaktisch. Sie wähnt sich in dem Wahn, sie sei die Deutsch Bahn? Eventuell.

Aber den Titel holt auch dieses Mal die Deutsche Bank, nie verlegen, wenn es darum geht, einen Fettnapf zu betreten: "Kinder sind Zukunft" steht da. Aha. Weil das so ist, tun wir schon mal umsichtig einen Extra-Schuss Glucose in die hierdurch bald entzahnten Zukunftszwerge? Oder soll die Zukunft einfach nur schön dick und rund werden? Na dann:

Vielen Dank, Deutsche Bank.



alles neu

mit dem kopf durch die wand - ich kann es nur empfehlen. Immerhin ein guter grund, einen monat pause zu machen. Und die regeln der rechtschreibung zu vergessen. Doch dann: Back to normal.

Zugegeben, es war nicht der Kopf durch die Wand, sondern der Kopf AUF der Wand. Genauer, der Oberfläche einer Festplatte. Das wäre nicht so schlimm, wäre es nicht MEINE Festplatte gewesen. Und hätte mir die freundliche Disfunktions-Attacke nicht einen schönen Monat voll innerer Einkehr, Neuordnung, Rekonvaleszenz und dem ein oder anderen Herzstillstand beschert.

Dabei ist es alles so einfach: Back-up your life. Leicht gesagt. Leicht getan. Nutz auch was, wenn nicht die Festplatte (Haupt) beim Back-up des viralen Accounts auf die Festplatte (Neben) aussetzt. Und der Account (viral) nicht gerade der wäre, der überschrieben wird. Als verschlüsselte Gesamtdatei, versteht sich. Danach:

Nichts mehr zu verstehen. Haupt-Account (Haupt) zerstört. Haupt-Account (Neben) teilüberschrieben – und damit freilich auch kaputt.

Das war's dann. Gäbe es nicht die fähigen
Datenretter, die den verbliebenen Rest der nicht ganz so wichtigen Accounts auf eine 3,5 UATA-Platte schreiben - inklusive einer zufällig kurz zuvor gemachten und prompt vergessenen Kopie des Haupt-Accounts in einem Neben-Account...

Und so ist er dann doch wieder da, der immerfrohe Leitsatz:

Luck is an idiots best friend.




Domina

Der Alltag eines Journalisten ist geprägt von mannigfaltigen Eindrücken, die das Leben bereichern, den Humor herausfordern oder einfach einfach einfach sind. Manchmal zwingen sie aber auch, selbst zu urteilen:


USB_Domina_rot_Laptop
Eindringlich: Domina, Herrin der Bits.



Domina heißt dieser neue USB-Stick, den es in den Farbvarianten Erdbeer/Klavierlack, Haut/Unschuld und Finster/Engelweiß gibt. Gefertigt aus glänzendem Gummi, läßt sich die Königin der Qualen jederzeit genüsslich und beliebig lange an ihrem eigenen Bändchen aufhängen. Falls man sie nicht lieber irgendwo hinsteckt: In die Hose. In die Tasche. In den PC.

Womit wir wieder beim Thema wären: Schließlich sind Dominas gummierte Tanten mit Peitsche, die maximal eben jene Peitsche ihrem gepeinigten Liebesbedienten ins Rektrum applizieren. Falls Sie überhaupt irgendwas stecken. Und so führt dieses Memorandum an die Kulturgeschichte der Prostitution lattenglatt zu der Frage: Ist der PC ein Arsch?

(Und falls nicht: Ist der Designer eine Dummina?)



Handy Man

Eine Gastwirtschaft zeichnet sich durch Gäste aus. Und damit die bleiben, gönnt man Ihnen zwei Bier und einfach Service. Sollte man denken. Stimmt aber nicht immer:

Wenn man sich an Orten wie einem Zoo aufhält, an denen die Gastwirtschaft wegen der Abgeschlossenheit des Systems Exklusivrechte genießt, ist es mit dem Genuss des Gastes gelegentlich vorbei. Und mit seiner Sicherheit.

Zum Beispiel bei zerschlagenem Glas auf dem Boden. Macht nichts. Auch wenn Kinder barfuß um die Tische tollen. Können die Leute ja aufpassen auf ihre Göhren. Jedenfalls die ersten 10 Minuten. Dann sammelt ein junges Fräulein die großen Scherben ein. Die kleinen? Bleiben liegen.

Noch 10 Minuten später kommt ein junger Kellner, den Nachbartisch mit der glänzenden Umrahmung abzuräumen.

_ Vater: Könnten Sie bitte die restlichen Scherben beseitigen?
_ Kellner: Leider nein, das ist Aufgabe der Putzkolonne.
_ Vater: Nur damit ich das richtig verstehe, Sie sind nicht in der Lage, eigenhändig einen Handfeger korrekt zu bedienen?
_ Kellern: Natürlich kann ich das.
_ Vater: Na, dann besteht ja doch Hoffnung...

Der Kellner schickte das junge Fräulein. Trinkgeld erhielt sie an diesem Tag doppelt. Denn hätte sie nicht gefegt, wäre von der Gastwirtschaft nur noch das Ende übrig geblieben, als Stoßseufzer: Eine Wirtschaft...




Ey, Sie, ey!

Das super total krass coole Beispiel für fette Zielgruppen-Kommunikation kriegte ich jetzt in die Mailbox gespült:


So-nie-Eriks-sohn
Besser: So nie, Eriks Sohn.


Dächer sind nicht nur für Gärten geeignet, titelte die Werbeagentur. Und dann:

"Vergessen Sie Sand, vergessen Sie Gras – in diesem Jahr geht die heißestes Tennisaction auf dem glühenden Teer über den Dächern der Stadt ab. Unglaubliche Ballwechsel erwarten Sie, totale Blindgänger werden zu unerreichbaren Returns..."

Echt großes Tennis, Jungs! Nur:

Wen meint ihr eigentlich? Die "Sie"s dieser Welt, die man besser nicht mit "boah, ey" anredet? Oder die "Du"s, die durch die Welt hip-hoppen und glauben, alle Texte, die sie mit "Sie" anreden, sind vom Finanzamt oder von der Polizei? Oder meint ihr eure Auftraggeber, die jenseits der 60 noch mal unbedingt was mit Zeitgeist haben wollten?

Das jedenfalls hat geklappt: Unglaubliche Verwechsel! Sagenhafte Rebounds! Unerreichbar totale Blindgänger.

Da möchte man das Gras lieber doch nicht vergessen...



Bloß nie vorbereiten!

Ich sage Ihnen: Wenn Sie zu Kunden gehen, bloß nie vorbereiten! Kostet Zeit und bringt nix. Glauben Sie nicht?

Dann erzähl ich jetzt eine Anekdote aus dem wahren Warenleben:

Ein Kunde fragt durch beauftragte Mitarbeiter eine Dienstleistung für ein Unternehmen an. Man plaudert im Vorfeld, findet einen Termin, der PR-Berater recherchiert und bereitet einiges vor, kommt zum vereinbarten Termin – und der Chef kommt zu spät.

Nach seinem Erscheinen überrascht er alle Anwendenden mit der Mitteilung, dass die Arbeiten, für die man 400 km durch die Republik gereist ist, bereits anderweitig vergeben seinen. Die Mienen der Mitarbeiter changieren zwischen Überraschung, Verwunderung, Verwünschen und Entsetzen. Der PR'ler lächelt. Außen.

Als Ersatz schlägt Cheffe vor, dass die PR aufgestockt um ein Marketingkonzept und sämtliche Aktivitäten drumherum für ein neues Unternehmen i.G. zu machen wäre. Allerdings müsse es in 10 Tagen fertig sein.

Nochmal allerdings sei auch die als Honorar grob kalkulierte Mannwoche – formal 5 Tage á 7 Stunden, faktisch 5 Tage á 47 Stunden – zu teuer. Denn nehme er die
Summe mal vier, verdiene der PR'ler im Monat mehr als er.

Nach diesem prägnanten Ausdruck der Wertschätzung qualifizierter Facharbeit unter massivem Zeitdruck waren die Optionen klar:

  • Der PR'ler macht den Job, weil er Geld braucht. - Oder:
  • Der PR'ler macht den Job, weil das Unternehmen interessant ist. - Oder:
  • Der PR'ler macht den Job, weil das Projekt in wirklich jeder Hinsicht eine Herausforderung ist.

Das könnte stimmen. Wäre da nicht Option 4:

Fuck the Taschengeld.

(Der PR'ler macht einen anderen Job. Professionell zu arbeiten macht einfach mehr Spaß.)





e-plus im Minus

Geld sparen ist toll. Das haben sich auch die Marketingfüchse bei e-plus gedacht und meiner jüngsten Telefonrechnung ein Infoblatt beigelegt, das geringere Roaminggebühren verheißt, falls ich ins Ausland verreise. Das Angebot gilt sogar schon von sehr früh im Juli bis spät in den September. Hurra!

Doch nicht?

Leider endet die Info hier nicht. Stattdessen erfährt man: Um in den Genuss des Services zu kommen, ist eine vorherige Anmeldung notwendig.

Nicht doch!

Ende des Montas die Info zu versenden, dass man seit Anfang des Monats Geld sparen kann, wenn man sich vorher dafür anmeldet, ist wenig lauter. Und auch wenn mir noch 6 Wochen bleiben: 4 sind schon im Off verpufft. Und meine gute Anfangslaune auch.

Bei wie vielen Kunden noch?



e-plus_Sommerspecial
Sonnige Aussichten - aber nur bis zum blauen Kasten.






Tante Emma

Es gibt Momente, die erhellen einem der Tag mit äußerst befruchtenden Weisheiten. Jüngst beispielsweise las ich in einer Fachpublikation, dass der Erfolg der Tante Emma Läden insbesondere darin begründet lag, dass es eine hohe Kundenkenntnis gab und daher ein präziser, punktgenauer Service geboten werden konnte. Das hatte ich auch schon bemerkt:

Sonnabends morgens, wenn ich es mit Mühe und Not so gegen 8 aus dem Bett geschafft hatte, war die Schlage vor Tante Emma schon wieder sommerurlaubautobahnstaulang. Die Stadt musste jährlich zwei Mal die Gehwegplatten wegen Verschleisses austauschen.

Drinnen im Geschäft herrschte die angenehme Wärme eines Saunariums. Die schlohweisse Tante Emma huschte hinter ihrer Theke emsig hin und her und befragt zur Ergründung der regulären Kundenwünsche einfach ihr Memoriervermögen. Den Rest las sie dem Kunden aus der Hand.

Diese wankten nach erfolgreichem Beutezug mit Tüten und Taschen schwer bepackt aus dem kleinen Laden, der infolge des immensen Erfolges seiner Marketingstrategie massiv expandieren konnte.

Die glückliche Lage der sich sukzessive etablierenden Marktdominanz ermöglichte es Tante Emma immer öfter, die Preise massiv zu senken. Das Resultat:

Tante Emma ist infolge der immer längeren Wege hinter ihrer Theke heute hagelspargeldürr.

Die Stadt hat gestern begonnen, die Fahrstreifen vor unserem Haus zu verbreitern, damit noch mehr Kunden ungehindert zu Tante Emma gelangen.

Und Tante Emma hat unser Haus gekauft und wird es demnächst abreissen lassen. Für weitere Parkplätze. Denn:

Die Parkhäuser auf der grünen Wiese sind zu lange schon brechend voll.



Zwischen den Zeilen

Wer nicht wieder kommen will, schreibt ins Gästebuch nur Gutes, heißt es. Wer danach liest: "Die Polster der Stühle im Empfang hatten ein ansprechendes Muster", weiß bescheid.

Die Polstermuster führen uns direkt in das Zentrum einer Binsenweisheit: Interessant an jedem Lob und jedem positiven Statement ist vor allem das, was nicht erwähnt wird. Das wird um so spannender, je elitärer und kultivierter sich der Kritiker gibt. Und je englischer oder fernöstlischer er ist.

Denn in manchen Ländern ist es – anders als in Deutschland – Sitte, sein Gegenüber mit einer Kritik nicht direkt zu beleidigen.

Stattdessen verbergen sich die Minuspunkte hinter vorgeblichen Plus-Zeichen. Das fordert ultimative Aufmerksamkeit von jedem Zuhörer. Und heißt in Wahrheit übersetzt:

Politeness often is a lie in disguise.



Weitraumkommunikation

Mancher kommt im Umkehrschluss von René Descartes Cogito, ergo sum zu der Überzeugung Non meum audio, ergo mortuus sum*. Kann man glauben. Geht aber viel schlimmer.

Dem Phänomen der Dauerbeschallung weit überlegen ist die Unsitte der Weitraumkommunikation, vulgo: Gebrüll.

Zumal mit Mikro in der Hand, kennt mancher keine Bremse mehr: SONDERANGEOT, NUR HIER, NUR HEUTE, NUR FÜR SIE, NEU EIN EUROOO, schallt es dachabdeckend aus mannshohen Lautsprecherstapeln, die wie Straßensperren um einen wackeligen, mit Billiguhren, Wegwerfschmuck und Ruckzuckallessauber-Schwämmchen überfüllten Klapptisch gruppiert sind.

Wer kauft?

Kaum einer. Denn die Schallwellen pumpen die Massen zurück und hertzen gereiftes Kundenpotenzial an den Rand des Infarkts. Fährt doch der Lautsprecher nur selten seine Phon herunter, um einem von der vorbeidrängenden Masse an den Tisch Gepressten die Intimität eines persönlichen Verkaufsgesprächs zu gönnen.

Lieber lässt er im Bewusstsein seines aussichtslosen Tuns das Mikro an Mann und bejubelt seine Ausleg-Ware non-stop mit Banalfloskeln im Überschall. Doch für alles gibt es die Quittung. Hier:

Viel Dummheit belohnt eine Pleite.


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*Cogito, erso sum. – Ich denke, also bin ich.
Non meum audio, ergo mortuus sum. – Ich höre mich nicht, also bin ich tot.





My CI - immer dabei!

Wer seine Firma liebt, schenkt ihr eine Corporate Identity. Mit der kann man allerlei anfangen: Briefköpfe gestalten, Autos erkennbar machen, Schaufenster vereinheitlichen, Produkte kennzeichnen oder Anzeigen charakterisieren.

Man kann damit sogar an Orten werben, an denen das eigentlich nicht vorgesehen ist. Wie ein hiesiger Unternehmer:

Fiene_Grabstein_2
Zusatz-Botschaft: Die Firma ist alles. Der einzelne nichts.







Wissen ist käuflich

Wissen ist käuflich. Das wissen wir. Und manchmal finden wir es sogar plakatiert. Zum Beispiel durch Kultusministerien:


Wissen ist käuflich_Englisch
Nichts riskiert: Ads on the rod (so ungefähr)


Lieber Autor,
eigene Schulbücher wirken schneller. Das stimmt. Aber nur, wenn man in die Dinger auch mal reinschaut! Das hat hier wohl jemand versäumt. Er hat nicht mal AUF sein Buch geschaut. Und auch nicht auf die Bücher seiner Klassenkameraden. Dann wäre ihm aufgefallen, dass Englisch lernen bei Englisch-Büchern immer schon ganz weit vorne anfängt: Auf dem Umschlag. Da nämlich steht bei Englisch-Büchern "English".

Was lernen wir daraus?

Wissen ist käuflich. Aber nicht billig.




Supertotalwichtig, Hey!

Zielgruppen-desorientierte Drückerkolonnen gibt es nicht nur an der Haustür. Die Gattung wirrwuseliger Verkaufswichtel findet sich auch hellichten Tags in der Fußgängerzone, bewaffnet mit Tapeziertisch, farbigem Kopierpapier und einer schier überbordenden Menge positiver Energie. Besonders engagierte Exemplare sind weiblich, um die 20, tragen Brille und widmen ihr Leben – dem Tierschutz!

"HALT! Es ist TOTAL WICHTIG!" Plötzlich steht eine Mischung aus Hampel- und Ampelmännchen vor uns, mit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln im Gesicht, als sei es mit zwei Angelhaken geliftet. Das Kind – völlig konsterniert: "Was macht die Tante da?" Ich, noch dabei, mein Gleichgewicht wieder zu finden: "Erstaunlich laut im Weg stehen."

Kurzer Schwenk nach rechts und wir haben die Dame umrundet. Haben wir gedacht. Da fliegt schon ihr schwarzes T-Shirt an uns vorüber, bremst uns erneut aus und sagt: "Halt! Hier ist eine Freikarte für das Kind!" Das Kind ist wenig interessiert, trotz oranger Farbe des Zettels, der eifrig vor seinem Gesicht auf und ab flattert. Denn links vom Kind steht ein Straßenmusiker, und der macht viel tollere Geräusche als die engagierte Tierretterin.

"Na, nun nehmen Sie doch", fordert Fräulein Vogelschutz & Co. Aber der Papa findet sein Kind viel toller, das den tollen Straßenmusiker toll findet. Derweil erläutert die junge Dame diverses, besonders aber, dass wir das beworbene Tierschutzzentrum doch mal besuchen sollen. Tiere seien echt prima. Prima Argument in einer Stadt mit dem größten Zoo weit und breit. Und:

"Wie glaubhaft ist ein Natruschutzzentrum, wenn es nur mit dem Auto erreichbar ist?" - Ja, man könne die Tiere doch nicht in der Stadt ansiedeln! Außerdem seien da Wanderwege der Tiere zu berücksichtigen. Derweil das Kind einen Euro in den Kasten des Musikers geworfen hat. "Und wenn Sie uns auch mal ab und zu unterstützten könnten, wäre das besonders toll", fröhlicht die Sprachflötistin. Dann rauscht sie endlich ab.

Und das Kind? Guckt den orangen Zettel an, schiebt ihn zurück zu Papa und sagt: "Darf ich ein Eis?"




Klar illustriert

Für Klarheit zu sorgen , ist eine der hohen Aufgaben des Journalismusses. Dazu brauchts nicht zwingend ein akribisch recherchiertes Watergate. Dazu bedarf es manchmal nur einer guten Illustration, um den Betrachter auf einen Blick in's Bild zu setzen. Und das geht so:


titel_kma

Perfekt gemacht: Ein Bild sagt mehr mit kleinen Wörtern.



Schwer zu lesen? Das gebe ich zu. Was da steht – und so klein steht es da sehr gut – ist: "Die große Gesundheitsreform".

Zugegeben, die Darstellung ist ein Kommentar. Doch ist ein Kommentar eine Denkanregung. Und diese hier ist kaum zu schlagen. So klar fassbar zu sein, kann auch bei Marketing und Werbung helfen. Nur muss es mal einer tun...





Sie und Er

Deutsche Sprache - schwere Sprache. Das gilt besonders für Ausländer. And here besonders für Spammer.

Mir und mich verwexlich nich. Das kriegen die Jungs noch hin.
Bei Sie und Er jedoch wird's schwer. Beispiel gefällig?


Tina seine Liebe
Klarer Fall: Hier gibts dem Tina seine Liebe vom seim Leben.



Ein Fall nischt nur fuer die Sprackdoktor. Warum?

  • Weil A (Sprachdoktor) hier Herr Mr. Tina als unentschiedener Liebeswegweiser durch die Grammatik irrlichtert.
  • Weil B (Regelbiologiedoktor) seine Liebe = vernachlaessigte Hausfrauen ist. Und einsame Ehefrauen, too. Well, Mr. Tina, go ahead.
  • Weil C (Logikdoktor) die Ehefrauen einsam sind, weil deren Maenner viel unterwegs sind oder einfach nur mit heissen Singles aus meiner Umgebung flirten. Wenn die Muttis so oll sind, täte ich das wohl auch lieber.

Conclusion: Boyz! If you really want to convince, leave the failures out!



Wörter = Taten (missraten)

Sprache ist die Materialisierung des Phänomens, bei dem alle glauben, indem sie die selben Wörter verwenden, beschrieben sie die selben Inhalte und seien der selben Meinung, um bei der Präsentation des Endergebnisses festzustellen, dass permanent über zwei ganz unterschiedliche Dinge gesprochen wurde.

Nanu?

Nicht umsonst mussten wir schon in der Schule Beschreibungen anfertigen, die anderen dabei helfen sollten, einen Fahrradreifen zu reparieren. Kaum eine Beschreibung konnte der Lehrer nachvollziehen. Zwar kann ich hier nicht sein technisches Grundvermögen evaluieren, denn dazu mangelt es an Platz. Sicher aber ist: Ein Videocast hätte ihm eher geholfen.

So auch im wirklichen Leben:

  • Zeige, was du meinst, dann kriegst du, was du willst.

Und für PR-Treibende, Werbefachleute, Designer und andere Berufskreative gilt ferner:

  • Frage, was du weißt, dann weißt du, dass du irrst.
  • Frage, was du nicht weißt, dann lernst du, was du wissen musst.

Anschließend fertige von allen Ergebnissen einen Dummy. Der Klang dieses Wortes verbindet bei der Präsentation dann Produkt und Produzenten. Woraus sich wie von selbst der weiterhin gültige Merksatz destilliert:

Sprache ist das zuverlässigste Medium zur Übermittlung von Missverständnissen.


PR_fuer_Dummies
Titel-Geschichte: Macht auch umgekehrt Sinn. (Link zum Buch)





Nix zu tun

Seien wir doch mal ehrlich: Deutschland ist keine Servicewüste. Niemals.

Wenn ich heute eine E-Mail verschicke, akzeptiere ich gerne Wartezeiten von drei Tagen. Das ist das Minimum. Warum?

Stellen Sie sich vor, Sie schreiben jemandem - und der antwortet sofort. Was werden Sie denken? „Toller Service?“ Quatsch! "Nix zu tun, der Sack", werden Sie denken. Und zur Konkurrenz wechseln.

Wir sind doch nicht blöd. Auch wenn mal wieder komplett tote Hose ist in dem Laden - drei Tage warten ist Minimum. Denn dann akzeptieren wir auch die sauhohen Preise. Sind ja laufend ausgebucht da.

Nicht?



Dürfte ich mal?

Das schöne an Online-Shops ist, dass man jederzeit und allerorten schöne Dinge kaufen kann. Besonders schön geht das, wenn man eine Kredikarte besitzt, denn dann erledigt sich der Bezahlvorgang von selbst. Toll.

Toll sind auch Apple Macs. Und das schöne an neuen Macs ist, dass sie "build to order" sind, also erst nach der Bestellung gebaut werden. Dumm nur, wenn das Modell gerade auf den Markt gekommen ist. Dann kann die Auslieferung dauern.

Macht nichts.

Ein guter Online-Shop informiert den Kunden ja gerne:
  • JA, man habe die Bestellung engegen genommen.
  • JA, man wisse, dass ein Gerät auf diesen Namen bestellt sei.
  • JA, das Gerät werde in den kommenden Tagen gefertigt.
  • JA, das Gerät sei schon gefertigt.
  • NEIN, zuerst würden die Shops des Herstellers beliefert, NEIN, dann würden Dedicated Partner Shops beliefert, NEIN, es könne wirklich nicht mehr lange dauern, NEIN, drei Monate seien wirklich keine lange Zeit, NEIN, das Gerät sei fast schon da, NEIN, nicht morgen, NEIN, in drei Wochen. Eventuell.

Seit drei Wochen allerdings hat sich der Mac schon bezahlt gemacht: Durch Belastung der Kreditkarte. Ein Geschäftsmodell nach meinem Geschmack: Bestellung annehmen, inkassieren und dann – mal sehen.

Also führe ich das ab sofort auch für meine Kundenbeziehungen ein und fordere Sie auf:
Teilen Sie mir ihre Kreditkartennummer mit! Ich belaste Ihr Konto dann mit den üblichen Summen, da wir sicher irgendwann zusammen arbeiten. Und Sie brauchen im Ernstfall nicht mal mehr bestellen: Gute PR braucht selbstverständlich jeder.


Visa-Karte
Die Welt steht Kopf mit ... - Kreditkarten.







Selbstmarketing II - Geschenkt

Zugegeben: Geschenke sind eine feine Sache. Der Beschenkte kann sich über unerwarteten Zugewinn freuen. Und der Schenkende über erhöhte Wertschätzung. Sofern das Papier nicht goldener ist als sein Inhalt.

Besonders gilt diese Maxime in Betrieben: Was in der Familie als Zeichen hoher Wertschätzung aufgefasst sein mag, mutiert im Unternehmen schnell zum veritablen Tritt in die Magengegend. Beispiel gefällig?

Ein Chef gibt bei einer Betriebsfeier einem Mitarbeiter ein Geschenk. Der Mitarbeiter freut sich, packt aus und findet – ein ausgemustertes Gebrauchtgerät aus Boss'ens Besitzstand. Noch vor einer Woche hatte der dem Beschenkten die Vorzüge des nachfolgenden Spielzeugs erläutert. Jetzt bekommt der Mitarbeiter das alte als Auszeichnung für geleistete Dienste. Hut ab!

Warum nicht in der großen Familie des Betriebs funktioniert, was bei Sohnemann und Frau Gemahlin hellstes Entzücken erzeugt hätte? Liegt es an den Kratzern auf dem Gehäuse? Den abgeriebenen Piktogrammen der Tasten? Am Schwarz-Weiß-Display? Den Stauchungen der auf einem staubigen Boden gelagerten Umverpackung? Oder daran, dass Aldi heute billiger ist als eBay? Die Antwort ist viel einfacher, liebe Chefs:

Selbst eines Königs Pups riecht nicht nach Rosen.



Guten Morgen.

Manchmal reicht ein Blick auf den Frühstückstisch des Hotels, um den Unterschied zwischen "klug gedacht" und "klug gemacht" ins Hirn gehauen zu bekommen. Das geschieht zum Beispiel in Gestalt kleiner Kunststoffhalter, die Zettel erbaulichen Inhalts bergen. Dort steht zu sehen und zu lesen, der Gastwirt ist drollig Wesen:



Lieber Gast



Abgesehen davon, dass "ohne Hast" auf die Zeit von 8 bis 10 beschränkt war, nenne ich dieses einen Reim reiner Fürsorge. Tenor: Mein Kühlschrank gehört mir. Übersetzt in Werbedeutsch: Hier wird gastlichkeit GROSS geschrieben.

Man muss nicht dumm sein, um zu ahnen: Marketing-Technisch ist das ein Schuss in den Brötchen-Ofen. Statt dem Reisenden den Spaß am Bündelbinden zu mindern, empfiehlt sich, lieber Wirt, ein Überschlag. Das meint nicht den Salto im Speisesaal:

Subsummieren Sie einfach die entstehenden Mehrkosten durch unsachgemäßen Brötchenverzehr, so genannte außerhäusig orientierte Frühstückbuffetplünderei. Das Ergebnis teilen Sie danach durch die Zahl der im Beobachtungszeitraum beherbergten Gäste und addiert dieses zweite Ergebnis – nach oben gerundet – zu den Zimmerpreisen. Die Folge:

Sie sparen sich die Kosten für das Ersetzen dauerentliehener Fotokopien und die einmalige Anschaffung der diversen Aufsteller. Dafür packen Ihre Gäste ab sofort ohne Gewissensbisse Ihren Picknickkorb. Wenn das nicht gut für's Image ist...



Selbstmarketing I - Grundlagen

Selbstmarketing ist eine hohe Kunst, die nur wenige beherrschen. Beredtes Zeugnis dieser Leerstelle im Darstellungsvermögen durchschnittlicher Erwachsener legen all wochenendlich die Kontaktanzeigen in Zeitungen ab. Sie kenne die Dinger:

  • Da sucht ein Topf seinen Deckel (der, wie Töpfen unbekannt zu sein scheint, fast immer aus der selben Fabrik kommt).
  • Ein Fisch sucht sein Fahrrad (weil er offenbar meint, mit rostigen Ketten fährt es sich besonders gut unter Wasser - auch eingedenk mangelhaft ausgebildeter Füsse. Oder sucht Fisch einen kuscheligen Platz im Schwitzkasten des Gepäckträgers?).
  • Und selbst das Alleinstellungsmerkmal "Prinzessin" auf der Suche nach einem mutmasslichen "Prinzen" ist von erstaunlich universeller Häufigkeit (wie übrigens auch die Enttäuschung, nach der von Krone und Zepter geprägten Nacht neben einem behaarten Urviech aufzuwachen).

Dabei wäre die
Zielgruppen-Analyse doch ganz einfach: Die Herren beschreiben schließlich recht eindeutig, was sie wollen. Und die Damen auch.

Was nun führt zum
Erfolg? Im Prinzip könnte schon die Kopie der beschriebenen Wunschlisten und Leerstellen ausreichen:


  • "Ja, ja, ja, meine Herren. Ich habe langes blondes Haar. Ich bin sportlich. Ich liebe nacktbaden. Und bin gerade erst volljährig geworden." gefolgt von dem Hinweis: "Ruf mich an!" Jede Wette, das Ding zieht.


Auch für Herren gibt es schlichte Lösungsmuster:


  • "Mein Auto gehört dir. Und mein Haus. Und meine Yacht auch, natürlich, Schatz." Hier folgt der Zusatz: "Nur ernst gemeinte Zuschriften unter Chiffre 08/15-ABC."


Wer nun aber meint, auf diesem Wege eher als durch Feld- und Eigenstudien an öffentlichen Plätzen zu erhalten, was er/sie wünscht, sollte sich parallel auf jeden Fall an eine höchst erfahren Institution in Sachen Wünschen wenden: Den Weihnachtsmann.




Mich gibt's hier nicht

Das schöne am Leben mit offenen Augen ist, dass man gelegentlich auch von Plakatwänden belehrt wird. Heute habe ich gelernt: Mich gibt's hier nicht. Wie das?



"Die Südstadt viele Gesichter hat"
dichtet der Dichter und setzte mich matt.


Südstadt





Ach wat? Tatsächlich: Betrachtet mann das illustrierende Foto des Werbeplakats, fällt einem sofort ins Auge:

Auf der grünen Spielplatzwiese
sitzen Eva und die Liese.



Auch deren Kindereien Anna, Berta und Suttna bevölkern den mit Teppich und Sofa bemöbelten Frei-Raum. Was fehlt (ja, fehlt es wirklich, geschätzte Betrachter) sind: Männer. Keine da. Warum?

  1. Die Südstadt braucht uns nicht.
  2. Alle Männer leben in Limmer (oder sogar Lummerland)
  3. Männer haben kein Gesicht.
  4. Alle Männer gucken gerade Fußball-WM.
  5. Das Bild zeigt den Grund für die gelegentliche Verbalhornung dieses Städtchens.


Als was? Na: Hangover.



Feuer und Flamme

Zugegeben: Schließt ein Geschäft, ist das nicht schön. Besonders die Angestellten haben eine harte Zeit. Denn Sie müssen helfen, ihren Noch-Arbeitsplatz Tag für Tag weiter auszuweiden, bevor er sie selber auf die Straße spuckt.

Trotzdem: Manche Antwort sollte sich man/frau Personal doch genauer überlegen. Nicht, weil es mir an menschlichem Mitgefühl fehlt, sondern weil Professionalität ein Teil dessen ist, was die Entlohnung (und bei Verkäufern dazu die Provision) rechtfertigt.

Beispiel gefällig?
Frage: "Was ist eigentlich der Grund, dass dieses Geschäft schließt?"
Antwort: "Weil Sie zu wenig gekauft haben!"

Danke für diese Auskunft. Ihre Antwort bedeutet übrigens korrekt übersetzt:

"Es ist Ihre Schuld, dass unser Marketing-Konzept nicht aufging."
(plus: "Weiß eigentlich jemand, ob wir überhaupt eines hatten?")



Die Bahn lernt uns die Uhr

"Reisen bildet", sagt der Volksmund. Und tut das grammatisch korrekt.

"Die Bahn lernt uns die Uhr" sage ich. Und auch das ist korrekt:



Zeit-im-Zug-small
Rückläufige Realität: Reisen mit die Bahn.



Man erkennt: Dieser Zug ist eindeutig 26 Minuten zu früh. Er wird zur gewohnten Zeit ankommen. Das ist sicher, denn Worte können nicht irren. Der Name des Phänomens: Vorsprung durch Technik.

Warum dieser Service allerdings nicht in allen Zügen des Nah- und Fernverkehrs angeboten wird, bleibt mir ein Rästel. Ist die flächendeckende Implementierung zu kostenintensiv?

Oder gilt, was der Volksmund gleichfalls gern besingt: "Ob er aber über Oberammergau..."





Schlampenkram

Wie, die Schrift hier ist kruckelig? Sieht grässlich aus? Ist nicht lesbar?
Benutzen Sie Windows XP? Muss doch gar nicht sein.
Neun einfache Schritte führen Sie leicht und schnell zum Ziel:

  1. Klicken Sie einfach auf "Start" und
  2. Öffnen Sie die Systemsteuerung.
  3. Wählen Sie das Menü "Anzeige".
  4. Klicken Sie auf den Reiter "Darstellung".
  5. Hinter dessen Schaltfläche "Effekte" finden Sie leicht zu erkennen:
  6. "Folgende Methode zum Kantenglätten von Bildschirmschriftarten verwenden."
  7. Aktivieren Sie das Kästchen und
  8. wählen Sie aus dem darunter liegenden Aufklapp-Menü "Clear Type".
  9. Nu gukken se noch ma - ... - Und?

Schlampenkram? Nö, nö. Da fehlt nur ein Detail:


winpplexp
Eindeutig: Alles im grünen Bereich.





Stühle im Selbstgespräch

Es gibt Städte, denen fehlt ein "E" im Namen. "E" wie "Entdeckung". Zum Beispiel. Luckenwalde. Und das kommt so:

Luckenwalde hat Platz. Und Luckenwalde hat etwas Geld. Also macht Luckenwalde einen Flyer. Mit Strukturkarton. Mit Text. Und mit Bildern wie diesen:

communication_center
"Gut gereiht ist halb gewonnen" oder "Communication-Center"




rot
"Rote Lasterhöhle."


Sie alle beweisen: Lueckenwalde hat wirklich jede Menge Platz. "Raum für Ihre Ideen" nennt das der Flyer. Und verrät auch gleich, welche das sein könnten: Tagungen, Kongresse, Konferenzen.

Leider sind die Ideen so neu, dass sie noch keiner vormachen konnte. Wozu auch: Menschen ins Bild? Hier sprechen Stühle für sich selbst! Was sonst könnte auch so überzeugen?




SEX, in Gottes Namen

Mit Gottes Hilfe lässt sich immer mal was lernen. In den US of Aha haben sich jetzt Konvertiten als findige Zeitgeist-Surfer erwiesen. Mit Godcasts, Tageslosung als SMS, Beichte per E-Mail und Pope live auf Mega-Screens in den Kirchenraum gebeamert zeigen Sie, wie aufgeschlossen sie sind - neuen Techniken gegenüber ebenso wie brisanten Themen. Das wichtigste von Ihnen: SEX!

Auf der Website eines der gottesfürchtigen Vereine fand sich daher die folgende aussagestarke Abbildung:



Lets_TALK_about_sex
That's it, folks.



So eine (Selbst-)Anzeige hat die Qualität von "Hier wird Service GROSS geschrieben!"

Was sich daraus lernen lässt? Sollten Sie gleichfalls, verehrte LeserInnen, auf die waghalsige Idee kommen, über die wichtigen Dinge im Leben lieber zu schwatzen, als dann und wann charmant zur Sache zu kommen, dann wechseln Sie besser gleich den Job. Ihr Partner wird ehedem bei Zeiten verschwinden.



Sancta Curiositas

Professionelle Kreativität ist eine bedrückende Angelegenheit. Wenn der Chef drängelt, der Kunde quengelt, einem mal wieder nichts einfällt als die Tür mit Wucht ins Schloss zu hauen, dann hilft vielleicht - eBay. Im Ernst: Gäbe es eine Kategorie "Kuriositäten", täte man da gerne mal zum Wohle der eigenen Inspiration wildern. Kostprobe gefällig?

Ersteigern konnte man beim weltgrößten Online-Auktionshaus zum Beispiel
  • ein Wireless LAN Kabel
  • Ersatzluftblasen für Wasserwagen
  • dehydriertes Wasser


Für besonders Gläubige gab es
  • den Noch-Nicht-Papst-Golf
  • ein Originalfoto von Jesus
  • eine Toastscheibe mit dem Antlitz der Muttergottes

3,2,1 - meins! - Der Golf brachte es Dank US of Aaaa auf über 180.000 Euro. Auch die Muttergottes war im Land der unbegrenzten - Urteilen Sie selbst - über 20.000 (in Worten: ZWANZIGAUSEND) Dollar wert.

Sollten Sie also morgen nach dem Frühstück eine halbe Scheibe Toast rumliegen haben, vergessen Sie blöde Chefs, doofe Kunden und Mutterns "alles aufessen, sonst gibt's schlechtes Wetter". Für 10 halbgegessene Toastscheiben gibt's mit etwas Glück eine Finca auf Mallorca. Und mit einer weiteren Scheibe pro Quartal sichern Sie sich einen annehmlichen Lebensstandard.



.Muttergottes
Spezialität aus Acrylamid:
Muttergottes auf Toast.
Oder ist es doch Marilyn?



Frau Lampe

Wir haben es schon immer gewusst: die Frau ist eine Lampe. Dunkel, mit Wuschelfrisur und ohne Kleidung. Heiße Sache, das.

Denn wir haben schon immer gewusst:
Sex sells. Was daran liegt, dass meist Männer Werbebudgets verwalten und diese Männer bevorzugt Playboy lesen. Denn anders ist schwer zu erklären, dass gerade Frau Lampe den Konsum ankurbeln soll (was sie wegen des Lampenschirms zwischen den Händen ja gar nicht kann).

Wissenschafter haben zwar herausgefunden, dass die avisierte Gruppe der
männlichen Portemonnaie-Besitzer ihrem steinzeitlichen Beutejägertrieb folgend beim Bezahlvorgang der frisch erlegten Ware eine Ausschüttung von Glückshormonen erleidet. Andere Wissenschaftler berichten aber, dass bei sexy Werbung mündige Männer vor allem auf Brust und Po der Beutehalterung gucken. Das Logo, der Firmenname? - "Irgendwas mit Busenwunder."

Und Frauen? Schauen der plakatierten Konkurrenz dorthin, wo sie in der eigenen Hose Über- und der
Bluse Untermaß befürchten. Allerdings streift ihr Blick bisweilen doch das Logo. Sie merken sich dann, über welchen Porno-Lampenladen sie beim nächsten Cappu mit Chérie im Café abkotzen.

Egal. Frau Lampe hat was: Keine
Brustwarzen, zum Beispiel. Und warum? Selbst in der Lampenwerbung gelten rigide Sparzwänge.


Frau_Lampe
Große Bälle: Frau Lampe zeigt, was sie hat.



pr-freu.de

Und los.
Mal schauen, was die PR- und Werbewelt so hergeben. Das endet in diesem Blog.
Vorerst.