Der König ist tot
Wissen doch alle:
Rauchen setzt matt, Herr König!
Da liegt er nun. Tot. Und
während die Schuldige lässig an der himmlisch
gebläuten Schachtel lehnt, sinniert ein flatterndes
Banner über den Wert.
Nicht über den des Gemeuchelten selbst, nein. Über
den des Honorars, das der Werbegestalter höchstens
hätte kassiert haben sollen für den schlauen Trick,
den Merksatz zu kaschieren. Was für ein Zauber der
Illustration.
Frisuren-Vogel
Hingucker: Von oben
nach unten funktioniert nicht immer.
Zugegeben: Es ist eine Frage der Präferenzen. Wer als
erstes nicht den untersten Titel liest, sondern den
obersten, verpasst die wichtige Nachricht. Dafür hat
er was zu lachen.
(Hat jemand dafür Geld bezahlt?)
Professionell verkaufen
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass der Kunde bei allen Versuchen, sich ablenken zu lassen, immer wieder durch Rückfragen am Ball gehalten oder zu ihm zurückgeführt wird: "Was denken Sie, Frau X?" - "Und Sie, Herr X? - ... - Herr X? - ... - Entschuldigen Sie? Herr X? - ... - Noch einen Kaffee?"
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichent sich dadurch aus, dass der Verkäufer als Mensch rüber kommt: "Da habe ich dann einen Infarkt hingelegt, der hat sich gewaschen. Und da habe ich mir gesagt, ich brenne doch nicht im Job für eine anonyme, riesige Firma aus und mache mir meine Gesundheit kaputt. Und bin hier her gekommen, und genieße die Sonne und plaudere mit netten Menschen." Danke, er hat's gemerkt!
Das professionelle Verkaugsgespräch zeichent sich dadurch aus, dass der Verkäufer alles Eigeninteresse leugnet: "Für uns ist das offen: Sie unterschreiben und genießen die Vorzüge unseres Angesbots. Oder Sie machen einfach ein paar Tage schönen Urlaub. Das einzige, was zählt, ist, dass Sie sich sicher sind, dass Sie das möchten." Was? Na, meine Provision berappen, betäubtes Schaf.
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass der Verkäufer den Kunden bei Laune hält: "Ihr Kind ist sehr klug." Perfekt nach erstem Krickelkrackel auf den Vertragsunterlagen. "Sie verstehen das System perfekt, das spricht für Sie". Perfekt nach der Anmerkung, das Angebot sei ein Schnäppchen. "Sie unterstreichen damit Ihr Prestige". Perfekt zu ungeputzten Schuhen. Die absolute Überraschung aber ist: "Ich spüre das ganz deutlich: Sie passen hier perfekt hinein!"
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichent sich also dadurch aus, dass man schon vorher weiß, was man hinterher erlebt haben wird. Die Überraschung ist der Weg, auf dem man verführt werden soll.
Aber woran soll ein Blinder erkennen, dass ich mit fremden Männern nicht ins Bett gehe?
Die Bahn goes IT
Denn wer sein Online-Ticket gebucht hat, muss es ausdrucken, damit es gültig ist.Das steht zum Beispiel auf dem PDF, sobald es lokal gespeichert ist. Aber auch erst dann. Wer es nicht ausdruckt, hat – für die Fahrt München-Hannover zum Beispiel eine 55 Euro teure – Datenleiche im Speicher. Und das geht so:
"Die Fahrkarten bitte." – "Ich habe sie gerade online gebucht und keinen Ausdruck, sondern nur das PDF auf dem Monitor hier." – "Das kann ich leider nicht akzeptieren, da müssen Sie nachlösen." – "Können Sie das nicht vom Bildschirm scannen?" – "Scannen kann ich es schon (probiert es, Gerät quittiert das PDF als gültig) – ich kann es so aber nicht stempeln."
Resultat: Online-Ticket bezahlt, Nachlöser-Ticket auch bezahlt, obwohl das Online-Ticket prinzipiell funktioniert. Das ist Nepp.
Was man daraus lernen kann? Trau keinem EDV-Ticket. Und wenn ich das nächste mal im Bus fahre, nehme ich sicher kein Handy-Ticket. Denn wenn ich das Handy nicht danach in den Stempelautomaten zwänge, zahle ich bestimmt 40 Euro für Schwarzfahren.

Strassenraub auf
Schienen: Dieses Ticket ist ungültig, obwohl es
gescannt werden kann...
Blöde Tage
Also will ich auch nicht über die Bewerbung spotten, die heute bei mir eintrudelte: Eloquent, interessant, attraktiv, dieser Mensch. Er vermochte sich und seine Leistungen gut darzustellen. Nur zwei Dinge irritierten mich:
_ Natürlich ist eine Bewerbung ein Werbeanschreiben. Aber trotzdem könnte es lohnen, vorsichtig mit den Techniken des Werbemailings umzugehen.
_ Es ist ein Zeichen von Einsatz, dass sich jemand die Mühe macht, sich selber auf blauen Dunst in 80 Zeilen zu schildern. Aber auf Nummer sicher zu gehen, wäre viel einfacher - und wird in jedem Bewerbungsratgeber empfohlen: Kurz mal anrufen.
Dann hätte ich gleich sagen könnnen, dass in einem 1-Personen-Unternehmen kein Platz ist für zwei. Leider. Sehr leider.
Noch.
Spam für Anfänger
Aber der Viagra-, Date-me- und Pornomäuschen-Müll hat auch humorige Seiten. Wie wäre es mit diesem Beispiel:
Hüh-Hott-Kommunikation à la
Spam.
Zu des Verfassers Glück
ist die Spam-Mail nicht mit seinem Klarnamen
signiert. Denn schon eine kurze Inhaltsanalyse der
beiden hauptbestimmenden Komponenten "Mahnung" und
"gewonnen" hätte ausgereicht, den Seppelhut an ihm
vorbei zu mogeln.
Stattdessen untermauert er nun profund den
Lieblingssatz meines alten Deutschlehrers selig: Erst
denken, dann schreiben.
Vanillepudding
Nehmen wir zum Beispiel Französisch:
Mit einem schönen accent circumflex und einem "C" statt einem "K" entsteht leicht die notwendige Exklusivität. Oder Exotik. Erotik. Wie bei Vanillepudding.
Das ist ein gelbes, labberiges Zeug, das durch Anreicherung mit kostbarem Kirschpams den perfekten Dinner-Promi einer plebeischen Festtafel darstellt. Bringt aber kein Geld. Also:
Her mit dem Wörterbuch. Und ein bisschen nachgedacht: Pams gleich Krem. Und Vanille? Zum Brüllen. Fertig ist die Creme Brûlet.
Schnell noch mit dem Taschenfeuerzeug ein bisschen Zucker drauf karamelisieren – voilais: Das Abschluss-Appetithäppchen eines festlichen C-Klasse-Mercedes-High-Society-Dinnées.
Ist das Leben nicht schön?
Ich spöttel doch gar nicht
Davon gibt es bekanntlich zwei Sorten. Die einen sind Windows-Rechner. Die anderen funktionieren.
Das dieses wirklich so ist, zeigt die Installation der Treiber-Software von der mitgelieferten CD. Beim Mac geht das so: CD einlegen, Installationsprogramm startet automatisch, Dialogfelder bestätigen, Installationsfortschritt beobachten, "Beenden" bestätigen, fertig.
Auch Windows kann das: CD einlegen. Autostart abwarten. Abwarten. Warten. War da was? Richtig. Explorer öffnen, Laufwerk E anklicken, CD Inhalt anzeigen lassen, "setup.exe" vermissen, "autostart.exe" suchen, "install.exe" finden, doppelklicken, Dialogfelder bestätigen, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, "Beenden" abwarten, warten, warten - "Bitte starten Sie Ihren Computer neu, damit einige Dateien gelöscht werden können und die Installation abgeschlossen werden kann."
Aber eigentlich hätte man es vorher wissen können: Die Kurzanleitung stellt die Installations-Prozesse nebeneinander dar. Der feine Unterschied ist ein rot umrahmter Kasten ganz am Ende der Windows-Darstellung: "Wenn dieser Bildschrim nicht angezeigt wird, lesen Sie im letzten Abschnitt die Informationen unter Fehlerbehebung."

Fehlerwarnung:
Exklusiv für Windows.
Klein. Stark.Schwarz.
"Papierstau bitte beseitigen", behauptet das Gerät sofort nach dem ersten Einschalten. Da lag das Papier noch in seiner Verpackung. Was auch gut so war, denn ich wollte die Druckerpatronen einsetzen. Deren Transportwagen hängte aber fest. Warum?
"Entfernen Sie sämtliches Verpackungsmaterial" riet die Anleitung - und siehe da, in Innern des Papierfaches war als Transportischerung ein gefalteter Kartonstreifen versteckt. Ein Mann, ein Griff, schon war der Störenfried beseitigt. Einschalten, Transportwagen startet. "Klacker". Geht nicht.
Noch mal in die Anleitung schauen. Nichts. Im Handbuch nachlesen. Nichts. Am Transportwagen zupfen. Nichts. Laut schreien. Nichts. Und dann... – Kaffee trinken. Die Zeit mit der Tasse in der Hand bringt den entscheidenden Impuls: Nachdenken. Das führt zu Nachgucken. Und das führt zum entscheiden Resultat: Entdecken.
Nämlich einen Sicherungsklammer, die auf der Laufstange des Transportwagen aufgesteckt ist. Klein, stark, schwarz. Und nirgend dokumentiert.
Was die Frage aufwirft: Was bedeutet HP? Vielleicht: Haste Pfertich?
Ökowein 2: Cecchi = Oenologisch f. "Kapiert?"
... neumodernen Kunststoff-Korken festkrallt. PVC? Mist! Doch weit gefehlt. Die Weinverkäuferin klärte auf, dass der Kork aus dem Chemiebaukasten neben blauer Farbe auch eine zuverlässige Dichtigkeit nebst Mangel an Korkgeschmack mit sich bringe. Tatsächlich sei er sogar ganz und gar geschmacksneutral.
Mit dieser Kenntnis gestärkt, folgte der Griff gezielt zu den Bouteillen des auf dem Blaukork in Golddruck verewigten Winzers italienischer Provinienz. Und welche Freude, als von genau diesem Kelter geschmackvoller Rebsäfte ein Öko-Chianti im Regal stand. Geschaut, gekauft. Da lacht das Ladenkassenherz. Doch dann... –
Wie groß war die Überraschung, als am gewundenen Stahl ein Kork aus Kork baumelte. Und das Logo nicht aufgedruckt war, sondern altmodische eingebrannt. So lacht das Ökosäuferherz. Denn merke:
Zielgruppen spezifisches Marketing hört bei der Hülle nicht auf.

Jedem das seine. Auch: Zum
Vorurteil passender
Korken.
Ökowein 1: Nur die Liebe zählt!
Wie schön sich Wein und Liebe paaren lassen, wissen am besten – natürlich – die Italiener. "Ti amo, Chianto?" Nicht ganz:

Bio, echt Bio! Das ist
der Schlüssel zum Glück. Warum, das erklärt die
Rückseite der Banderole meines heute erstandenen
Fläschchens: "Produkt aus biologisch angebauten
Trauben. Aus Liebe zu den Pflanzen, der Erde und dem
Menschen."
Fragt sich nur, zu welchem genau.
Hohnorar
Besonders, wenn das Ergebnis von den Redakteuren gut geheißen wird, sie es in das Blatt übernehmen und dazwischen im Stehsatz lagern. Schließlich kommt dann eines Tages der Tag, an dem das Tippwerk durch den Satz läuft und somit in die Ladenauslagen rotiert. Und dann?
Nichts. Keiner erwartet eine Rechnung. Könnte man denken, denn weder kommt ein Belegexemplar noch sagt einer sonstwie Bescheid. Schließlich gilt die alte Gewohnheitsregel: Ein Text wird erst bezahlt, wenn er gedruckt ist. Und um ihn in Rechnung stellen zu können, muss der Autor ihn erstmal finden...
Werkvertrag? Ausfallhonorar? Großes Gelächter. "Herr Schreiber, aber doch nich so'n Modekram bei uns doch nicht, jaah, das war doch schon immer so, jaja, nee, das gibs nich hier."
Immerhin, wenn man nach einer Zufallsdezennie doch noch mitbekommt, dass da mal was war, wird es gelitten, dass sich die Arbeit schließlich doch in Zahlen presst: Geforderte Textemenge : einmal um die Hälfte kürzen x 1,50 Euro pro Seite macht: 13 Euro 10.
Zugegeben, meist ist es etwas mehr. Aber gemessen an der Arbeit und den Rahmenbedingungen bleibt es weiterhin bloß ein Hohn-oh-rar.
PS: Lieber Ulrich, David, Siggi, Thomas und Mehmet, euch meine ich ausdrücklich nicht!
'ne Scheibe abschneiden
Könnte man denken. Ist manchmal auch so. Zum Beispiel gerade jetzt: Da hat das Softwarehaus doch glatt auf einer Messe Kuchen verteilt. Als Backmischung im Karton. Blöde Idee?
Denkste. Das "Crealog Meisterstück" ist "Echt wie Crealog: Ganz ohne Konservierungsstoffe." Behauptet jedenfalls die Vorderseite. Auf der Rückseite steht – mit Einschränkung gleichfalls kreativ – die Montageanleitung für die Biskuittorte mit Mohn, Marzipan und Sachnefüllung. Lecker?
Wenn man Backmischungen mag, sicher. Aber auch, wenn man Texte mag: Denn die Crea-tiven haben den Aufbau des Selfmade Gebäcks als Analogie zu ihren eigenen Produkten beschrieben. Zum reinbeißen.
P.S. Falls auch Sie Ihre
Firmentorte haben möchten, gehen Sie gleich zu
www.kathi.de - die haben das
Backwerk verzapft.
Rechnung offen?
Wenn Sie all das bekommen, sind Kunden liebende Menschen. Sie sind sogar liebe Menschen. Bis eine Rechnung überfällig wird.
Natürlich verschickt der kundenbindungsbewusste Unternehmer nicht gleich eine Mahnung. Er fragt lieber persönlich nach, denn direkte Kommunikation fördert den Erkenntnisgewinn. Hier ein paar Auszüge:
> Wenn die Rechnung überfällig ist, dann bekommen Sie ihr Geld in 10 Tagen.
> Nach 21 Tagen zahlen meine Kunden, dann bezahl ich auch meine Rechnungen
> Teilweise lassen die Kunden mich drei Monate warte, und da muss ich auch nett sein.
> Lassen Sie mich mit dem Scheiss in Ruhe.
> Die paar Euro Verzugszinsen - das ist mir doch egal.
> Dass jemand so rumjammert habe ich auch noch nicht erlebt
> Das Gespräch fing so nett an. Aber jetzt verderben Sie mir die Laune.
Ich bitte um Verzeihung. Das war nicht mein Ansinnen. Natürlich sollen Sie Ihre gute Laune behalten dürfen.
(Ihren nächsten Auftrag übrigens auch.)
* Die weit überwiegende Zahl meiner Kunden ist übrigens sehr nett. Manche möchten aber offenbar mit der Brechstange erreichen, allein sein zu dürfen. Dem will ich nicht im Weg stehen.
Gummibärchen
Natürlich sind die Kampagnen-Götter klug und wissen, dass ein Bärchen allein noch keinen Umsatzsommer macht. Prompt haben sie die Vorderseiten der Bärchen-Tütchen CI-t und die Rückseiten mit Sinnsprüchen versehen.
"Vielen Dank für Ihre Geduld" textet die Post prophylaktisch. Sie wähnt sich in dem Wahn, sie sei die Deutsch Bahn? Eventuell.
Aber den Titel holt auch dieses Mal die Deutsche Bank, nie verlegen, wenn es darum geht, einen Fettnapf zu betreten: "Kinder sind Zukunft" steht da. Aha. Weil das so ist, tun wir schon mal umsichtig einen Extra-Schuss Glucose in die hierdurch bald entzahnten Zukunftszwerge? Oder soll die Zukunft einfach nur schön dick und rund werden? Na dann:
Vielen Dank, Deutsche Bank.
alles neu
Zugegeben, es war nicht der Kopf durch die Wand, sondern der Kopf AUF der Wand. Genauer, der Oberfläche einer Festplatte. Das wäre nicht so schlimm, wäre es nicht MEINE Festplatte gewesen. Und hätte mir die freundliche Disfunktions-Attacke nicht einen schönen Monat voll innerer Einkehr, Neuordnung, Rekonvaleszenz und dem ein oder anderen Herzstillstand beschert.
Dabei ist es alles so einfach: Back-up your life. Leicht gesagt. Leicht getan. Nutz auch was, wenn nicht die Festplatte (Haupt) beim Back-up des viralen Accounts auf die Festplatte (Neben) aussetzt. Und der Account (viral) nicht gerade der wäre, der überschrieben wird. Als verschlüsselte Gesamtdatei, versteht sich. Danach:
Nichts mehr zu verstehen. Haupt-Account (Haupt) zerstört. Haupt-Account (Neben) teilüberschrieben – und damit freilich auch kaputt.
Das war's dann. Gäbe es nicht die fähigen Datenretter, die den verbliebenen Rest der nicht ganz so wichtigen Accounts auf eine 3,5 UATA-Platte schreiben - inklusive einer zufällig kurz zuvor gemachten und prompt vergessenen Kopie des Haupt-Accounts in einem Neben-Account...
Und so ist er dann doch wieder da, der immerfrohe Leitsatz:
Luck is an idiots best friend.
Domina
Eindringlich:
Domina, Herrin der Bits.
Domina heißt
dieser neue USB-Stick, den es in den Farbvarianten
Erdbeer/Klavierlack, Haut/Unschuld und
Finster/Engelweiß gibt. Gefertigt aus glänzendem
Gummi, läßt sich die Königin der Qualen jederzeit
genüsslich und beliebig lange an ihrem eigenen
Bändchen aufhängen. Falls man sie nicht lieber
irgendwo hinsteckt: In die Hose. In die Tasche. In
den PC.
Womit wir wieder beim Thema wären: Schließlich sind
Dominas gummierte Tanten mit Peitsche, die maximal
eben jene Peitsche ihrem gepeinigten Liebesbedienten
ins Rektrum applizieren. Falls Sie überhaupt
irgendwas stecken. Und so führt dieses Memorandum an
die Kulturgeschichte der Prostitution lattenglatt zu
der Frage: Ist der PC ein Arsch?
(Und falls nicht: Ist der Designer eine Dummina?)
Handy Man
Wenn man sich an Orten wie einem Zoo aufhält, an denen die Gastwirtschaft wegen der Abgeschlossenheit des Systems Exklusivrechte genießt, ist es mit dem Genuss des Gastes gelegentlich vorbei. Und mit seiner Sicherheit.
Zum Beispiel bei zerschlagenem Glas auf dem Boden. Macht nichts. Auch wenn Kinder barfuß um die Tische tollen. Können die Leute ja aufpassen auf ihre Göhren. Jedenfalls die ersten 10 Minuten. Dann sammelt ein junges Fräulein die großen Scherben ein. Die kleinen? Bleiben liegen.
Noch 10 Minuten später kommt ein junger Kellner, den Nachbartisch mit der glänzenden Umrahmung abzuräumen.
_ Vater: Könnten Sie bitte die restlichen Scherben beseitigen?
_ Kellner: Leider nein, das ist Aufgabe der Putzkolonne.
_ Vater: Nur damit ich das richtig verstehe, Sie sind nicht in der Lage, eigenhändig einen Handfeger korrekt zu bedienen?
_ Kellern: Natürlich kann ich das.
_ Vater: Na, dann besteht ja doch Hoffnung...
Der Kellner schickte das junge Fräulein. Trinkgeld erhielt sie an diesem Tag doppelt. Denn hätte sie nicht gefegt, wäre von der Gastwirtschaft nur noch das Ende übrig geblieben, als Stoßseufzer: Eine Wirtschaft...
Ey, Sie, ey!
Besser: So
nie, Eriks Sohn.
Dächer sind nicht nur für Gärten geeignet,
titelte die
Werbeagentur. Und dann:
"Vergessen Sie Sand, vergessen Sie Gras
– in diesem Jahr geht die heißestes
Tennisaction auf dem glühenden Teer über den Dächern
der Stadt ab. Unglaubliche Ballwechsel erwarten Sie,
totale Blindgänger werden zu unerreichbaren
Returns..."
Echt großes Tennis, Jungs! Nur:
Wen meint ihr eigentlich? Die "Sie"s dieser Welt, die
man besser nicht mit "boah, ey" anredet? Oder die
"Du"s, die durch die Welt hip-hoppen und glauben,
alle Texte, die sie mit "Sie" anreden, sind vom
Finanzamt oder von der Polizei? Oder meint ihr eure
Auftraggeber, die jenseits der 60 noch mal unbedingt
was mit Zeitgeist haben wollten?
Das jedenfalls hat geklappt: Unglaubliche Verwechsel!
Sagenhafte Rebounds! Unerreichbar totale Blindgänger.
Da möchte man das Gras lieber doch nicht vergessen...
Bloß nie vorbereiten!
Dann erzähl ich jetzt eine Anekdote aus dem wahren Warenleben:
Ein Kunde fragt durch beauftragte Mitarbeiter eine Dienstleistung für ein Unternehmen an. Man plaudert im Vorfeld, findet einen Termin, der PR-Berater recherchiert und bereitet einiges vor, kommt zum vereinbarten Termin – und der Chef kommt zu spät.
Nach seinem Erscheinen überrascht er alle Anwendenden mit der Mitteilung, dass die Arbeiten, für die man 400 km durch die Republik gereist ist, bereits anderweitig vergeben seinen. Die Mienen der Mitarbeiter changieren zwischen Überraschung, Verwunderung, Verwünschen und Entsetzen. Der PR'ler lächelt. Außen.
Als Ersatz schlägt Cheffe vor, dass die PR aufgestockt um ein Marketingkonzept und sämtliche Aktivitäten drumherum für ein neues Unternehmen i.G. zu machen wäre. Allerdings müsse es in 10 Tagen fertig sein.
Nochmal allerdings sei auch die als Honorar grob kalkulierte Mannwoche – formal 5 Tage á 7 Stunden, faktisch 5 Tage á 47 Stunden – zu teuer. Denn nehme er die
Summe mal vier, verdiene der PR'ler im Monat mehr als er.
Nach diesem prägnanten Ausdruck der Wertschätzung qualifizierter Facharbeit unter massivem Zeitdruck waren die Optionen klar:
- Der PR'ler macht den Job, weil er Geld braucht. - Oder:
- Der PR'ler macht den Job, weil das Unternehmen interessant ist. - Oder:
- Der PR'ler macht den Job, weil das Projekt in wirklich jeder Hinsicht eine Herausforderung ist.
Das könnte stimmen. Wäre da nicht Option 4:
Fuck the Taschengeld.
(Der PR'ler macht einen anderen Job. Professionell zu arbeiten macht einfach mehr Spaß.)
e-plus im Minus
Doch nicht?
Leider endet die Info hier nicht. Stattdessen erfährt man: Um in den Genuss des Services zu kommen, ist eine vorherige Anmeldung notwendig.
Nicht doch!
Ende des Montas die Info zu versenden, dass man seit Anfang des Monats Geld sparen kann, wenn man sich vorher dafür anmeldet, ist wenig lauter. Und auch wenn mir noch 6 Wochen bleiben: 4 sind schon im Off verpufft. Und meine gute Anfangslaune auch.
Bei wie vielen Kunden noch?
Sonnige
Aussichten - aber nur bis zum blauen Kasten.
Tante Emma
Sonnabends morgens, wenn ich es mit Mühe und Not so gegen 8 aus dem Bett geschafft hatte, war die Schlage vor Tante Emma schon wieder sommerurlaubautobahnstaulang. Die Stadt musste jährlich zwei Mal die Gehwegplatten wegen Verschleisses austauschen.
Drinnen im Geschäft herrschte die angenehme Wärme eines Saunariums. Die schlohweisse Tante Emma huschte hinter ihrer Theke emsig hin und her und befragt zur Ergründung der regulären Kundenwünsche einfach ihr Memoriervermögen. Den Rest las sie dem Kunden aus der Hand.
Diese wankten nach erfolgreichem Beutezug mit Tüten und Taschen schwer bepackt aus dem kleinen Laden, der infolge des immensen Erfolges seiner Marketingstrategie massiv expandieren konnte.
Die glückliche Lage der sich sukzessive etablierenden Marktdominanz ermöglichte es Tante Emma immer öfter, die Preise massiv zu senken. Das Resultat:
Tante Emma ist infolge der immer längeren Wege hinter ihrer Theke heute hagelspargeldürr.
Die Stadt hat gestern begonnen, die Fahrstreifen vor unserem Haus zu verbreitern, damit noch mehr Kunden ungehindert zu Tante Emma gelangen.
Und Tante Emma hat unser Haus gekauft und wird es demnächst abreissen lassen. Für weitere Parkplätze. Denn:
Die Parkhäuser auf der grünen Wiese sind zu lange schon brechend voll.
Zwischen den Zeilen
Die Polstermuster führen uns direkt in das Zentrum einer Binsenweisheit: Interessant an jedem Lob und jedem positiven Statement ist vor allem das, was nicht erwähnt wird. Das wird um so spannender, je elitärer und kultivierter sich der Kritiker gibt. Und je englischer oder fernöstlischer er ist.
Denn in manchen Ländern ist es – anders als in Deutschland – Sitte, sein Gegenüber mit einer Kritik nicht direkt zu beleidigen.
Stattdessen verbergen sich die Minuspunkte hinter vorgeblichen Plus-Zeichen. Das fordert ultimative Aufmerksamkeit von jedem Zuhörer. Und heißt in Wahrheit übersetzt:
Politeness often is a lie in disguise.
Weitraumkommunikation
Dem Phänomen der Dauerbeschallung weit überlegen ist die Unsitte der Weitraumkommunikation, vulgo: Gebrüll.
Zumal mit Mikro in der Hand, kennt mancher keine Bremse mehr: SONDERANGEOT, NUR HIER, NUR HEUTE, NUR FÜR SIE, NEU EIN EUROOO, schallt es dachabdeckend aus mannshohen Lautsprecherstapeln, die wie Straßensperren um einen wackeligen, mit Billiguhren, Wegwerfschmuck und Ruckzuckallessauber-Schwämmchen überfüllten Klapptisch gruppiert sind.
Wer kauft?
Kaum einer. Denn die Schallwellen pumpen die Massen zurück und hertzen gereiftes Kundenpotenzial an den Rand des Infarkts. Fährt doch der Lautsprecher nur selten seine Phon herunter, um einem von der vorbeidrängenden Masse an den Tisch Gepressten die Intimität eines persönlichen Verkaufsgesprächs zu gönnen.
Lieber lässt er im Bewusstsein seines aussichtslosen Tuns das Mikro an Mann und bejubelt seine Ausleg-Ware non-stop mit Banalfloskeln im Überschall. Doch für alles gibt es die Quittung. Hier:
Viel Dummheit belohnt eine Pleite.
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*Cogito, erso sum. – Ich denke, also bin ich.
Non meum audio, ergo mortuus sum. – Ich höre mich nicht, also bin ich tot.
My CI - immer dabei!
Man kann damit sogar an Orten werben, an denen das eigentlich nicht vorgesehen ist. Wie ein hiesiger Unternehmer:

Zusatz-Botschaft:
Die Firma ist alles. Der einzelne nichts.
Wissen ist käuflich
Nichts
riskiert: Ads on the rod (so
ungefähr)
Lieber Autor,
eigene Schulbücher wirken schneller. Das stimmt. Aber
nur, wenn man in die Dinger auch mal reinschaut! Das
hat hier wohl jemand versäumt. Er hat nicht mal AUF
sein Buch geschaut. Und auch nicht auf die Bücher
seiner Klassenkameraden. Dann wäre ihm aufgefallen,
dass Englisch lernen bei Englisch-Büchern immer schon
ganz weit vorne anfängt: Auf dem Umschlag. Da nämlich
steht bei Englisch-Büchern "English".
Was lernen wir daraus?
Wissen ist käuflich. Aber nicht billig.
Supertotalwichtig, Hey!
"HALT! Es ist TOTAL WICHTIG!" Plötzlich steht eine Mischung aus Hampel- und Ampelmännchen vor uns, mit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln im Gesicht, als sei es mit zwei Angelhaken geliftet. Das Kind – völlig konsterniert: "Was macht die Tante da?" Ich, noch dabei, mein Gleichgewicht wieder zu finden: "Erstaunlich laut im Weg stehen."
Kurzer Schwenk nach rechts und wir haben die Dame umrundet. Haben wir gedacht. Da fliegt schon ihr schwarzes T-Shirt an uns vorüber, bremst uns erneut aus und sagt: "Halt! Hier ist eine Freikarte für das Kind!" Das Kind ist wenig interessiert, trotz oranger Farbe des Zettels, der eifrig vor seinem Gesicht auf und ab flattert. Denn links vom Kind steht ein Straßenmusiker, und der macht viel tollere Geräusche als die engagierte Tierretterin.
"Na, nun nehmen Sie doch", fordert Fräulein Vogelschutz & Co. Aber der Papa findet sein Kind viel toller, das den tollen Straßenmusiker toll findet. Derweil erläutert die junge Dame diverses, besonders aber, dass wir das beworbene Tierschutzzentrum doch mal besuchen sollen. Tiere seien echt prima. Prima Argument in einer Stadt mit dem größten Zoo weit und breit. Und:
"Wie glaubhaft ist ein Natruschutzzentrum, wenn es nur mit dem Auto erreichbar ist?" - Ja, man könne die Tiere doch nicht in der Stadt ansiedeln! Außerdem seien da Wanderwege der Tiere zu berücksichtigen. Derweil das Kind einen Euro in den Kasten des Musikers geworfen hat. "Und wenn Sie uns auch mal ab und zu unterstützten könnten, wäre das besonders toll", fröhlicht die Sprachflötistin. Dann rauscht sie endlich ab.
Und das Kind? Guckt den orangen Zettel an, schiebt ihn zurück zu Papa und sagt: "Darf ich ein Eis?"
Klar illustriert
Perfekt
gemacht: Ein Bild sagt mehr mit kleinen
Wörtern.
Schwer zu
lesen? Das gebe ich zu. Was da steht – und so
klein steht es da sehr gut – ist:
"Die große Gesundheitsreform".
Zugegeben, die Darstellung ist ein Kommentar. Doch
ist ein Kommentar eine Denkanregung. Und diese hier
ist kaum zu schlagen. So klar fassbar zu sein, kann
auch bei Marketing und Werbung helfen. Nur muss es
mal einer tun...
Sie und Er
Mir und mich verwexlich nich. Das kriegen die Jungs noch hin.
Bei Sie und Er jedoch wird's schwer. Beispiel gefällig?

Klarer
Fall: Hier gibts dem Tina seine Liebe vom seim
Leben.
Ein Fall nischt nur fuer die Sprackdoktor. Warum?
- Weil A (Sprachdoktor) hier Herr Mr. Tina als unentschiedener Liebeswegweiser durch die Grammatik irrlichtert.
- Weil B (Regelbiologiedoktor) seine Liebe = vernachlaessigte Hausfrauen ist. Und einsame Ehefrauen, too. Well, Mr. Tina, go ahead.
- Weil C (Logikdoktor) die Ehefrauen einsam sind, weil deren Maenner viel unterwegs sind oder einfach nur mit heissen Singles aus meiner Umgebung flirten. Wenn die Muttis so oll sind, täte ich das wohl auch lieber.
Conclusion: Boyz! If you really want to convince, leave the failures out!
Wörter = Taten (missraten)
Nanu?
Nicht umsonst mussten wir schon in der Schule Beschreibungen anfertigen, die anderen dabei helfen sollten, einen Fahrradreifen zu reparieren. Kaum eine Beschreibung konnte der Lehrer nachvollziehen. Zwar kann ich hier nicht sein technisches Grundvermögen evaluieren, denn dazu mangelt es an Platz. Sicher aber ist: Ein Videocast hätte ihm eher geholfen.
So auch im wirklichen Leben:
- Zeige, was du meinst, dann kriegst du, was du willst.
Und für PR-Treibende, Werbefachleute, Designer und andere Berufskreative gilt ferner:
- Frage, was du weißt, dann weißt du, dass du irrst.
- Frage, was du nicht weißt, dann lernst du, was du wissen musst.
Anschließend fertige von allen Ergebnissen einen Dummy. Der Klang dieses Wortes verbindet bei der Präsentation dann Produkt und Produzenten. Woraus sich wie von selbst der weiterhin gültige Merksatz destilliert:
Sprache ist das zuverlässigste Medium zur Übermittlung von Missverständnissen.
Titel-Geschichte:
Macht auch umgekehrt Sinn. (Link zum
Buch)
Nix zu tun
Wenn ich heute eine E-Mail verschicke, akzeptiere ich gerne Wartezeiten von drei Tagen. Das ist das Minimum. Warum?
Stellen Sie sich vor, Sie schreiben jemandem - und der antwortet sofort. Was werden Sie denken? „Toller Service?“ Quatsch! "Nix zu tun, der Sack", werden Sie denken. Und zur Konkurrenz wechseln.
Wir sind doch nicht blöd. Auch wenn mal wieder komplett tote Hose ist in dem Laden - drei Tage warten ist Minimum. Denn dann akzeptieren wir auch die sauhohen Preise. Sind ja laufend ausgebucht da.
Nicht?
Dürfte ich mal?
Toll sind auch Apple Macs. Und das schöne an neuen Macs ist, dass sie "build to order" sind, also erst nach der Bestellung gebaut werden. Dumm nur, wenn das Modell gerade auf den Markt gekommen ist. Dann kann die Auslieferung dauern.
Macht nichts.
Ein guter Online-Shop informiert den Kunden ja gerne:
- JA, man habe die Bestellung engegen genommen.
- JA, man wisse, dass ein Gerät auf diesen Namen bestellt sei.
- JA, das Gerät werde in den kommenden Tagen gefertigt.
- JA, das Gerät sei schon gefertigt.
- NEIN, zuerst würden die Shops des Herstellers beliefert, NEIN, dann würden Dedicated Partner Shops beliefert, NEIN, es könne wirklich nicht mehr lange dauern, NEIN, drei Monate seien wirklich keine lange Zeit, NEIN, das Gerät sei fast schon da, NEIN, nicht morgen, NEIN, in drei Wochen. Eventuell.
Seit drei Wochen allerdings hat sich der Mac schon bezahlt gemacht: Durch Belastung der Kreditkarte. Ein Geschäftsmodell nach meinem Geschmack: Bestellung annehmen, inkassieren und dann – mal sehen.
Also führe ich das ab sofort auch für meine Kundenbeziehungen ein und fordere Sie auf: Teilen Sie mir ihre Kreditkartennummer mit! Ich belaste Ihr Konto dann mit den üblichen Summen, da wir sicher irgendwann zusammen arbeiten. Und Sie brauchen im Ernstfall nicht mal mehr bestellen: Gute PR braucht selbstverständlich jeder.
Die Welt steht Kopf
mit ... -
Kreditkarten.
Selbstmarketing II - Geschenkt
Besonders gilt diese Maxime in Betrieben: Was in der Familie als Zeichen hoher Wertschätzung aufgefasst sein mag, mutiert im Unternehmen schnell zum veritablen Tritt in die Magengegend. Beispiel gefällig?
Ein Chef gibt bei einer Betriebsfeier einem Mitarbeiter ein Geschenk. Der Mitarbeiter freut sich, packt aus und findet – ein ausgemustertes Gebrauchtgerät aus Boss'ens Besitzstand. Noch vor einer Woche hatte der dem Beschenkten die Vorzüge des nachfolgenden Spielzeugs erläutert. Jetzt bekommt der Mitarbeiter das alte als Auszeichnung für geleistete Dienste. Hut ab!
Warum nicht in der großen Familie des Betriebs funktioniert, was bei Sohnemann und Frau Gemahlin hellstes Entzücken erzeugt hätte? Liegt es an den Kratzern auf dem Gehäuse? Den abgeriebenen Piktogrammen der Tasten? Am Schwarz-Weiß-Display? Den Stauchungen der auf einem staubigen Boden gelagerten Umverpackung? Oder daran, dass Aldi heute billiger ist als eBay? Die Antwort ist viel einfacher, liebe Chefs:
Selbst eines Königs Pups riecht nicht nach Rosen.
Guten Morgen.

Abgesehen davon, dass "ohne Hast" auf die Zeit von 8
bis 10 beschränkt war, nenne ich dieses einen Reim
reiner Fürsorge. Tenor: Mein Kühlschrank gehört mir.
Übersetzt in Werbedeutsch: Hier wird gastlichkeit
GROSS geschrieben.
Man muss nicht dumm sein, um zu ahnen:
Marketing-Technisch ist das ein Schuss in den
Brötchen-Ofen. Statt dem Reisenden den Spaß am
Bündelbinden zu mindern, empfiehlt sich, lieber Wirt,
ein Überschlag. Das meint nicht den Salto im
Speisesaal:
Subsummieren Sie einfach die entstehenden Mehrkosten
durch unsachgemäßen Brötchenverzehr, so genannte
außerhäusig orientierte Frühstückbuffetplünderei. Das
Ergebnis teilen Sie danach durch die Zahl der im
Beobachtungszeitraum beherbergten Gäste und addiert
dieses zweite Ergebnis – nach oben gerundet
– zu den Zimmerpreisen. Die Folge:
Sie sparen sich die Kosten für das Ersetzen
dauerentliehener Fotokopien und die einmalige
Anschaffung der diversen Aufsteller. Dafür packen
Ihre Gäste ab sofort ohne Gewissensbisse Ihren
Picknickkorb. Wenn das nicht gut für's Image ist...
Selbstmarketing I - Grundlagen
- Da sucht ein Topf seinen Deckel (der, wie Töpfen unbekannt zu sein scheint, fast immer aus der selben Fabrik kommt).
- Ein Fisch sucht sein Fahrrad (weil er offenbar meint, mit rostigen Ketten fährt es sich besonders gut unter Wasser - auch eingedenk mangelhaft ausgebildeter Füsse. Oder sucht Fisch einen kuscheligen Platz im Schwitzkasten des Gepäckträgers?).
- Und selbst das Alleinstellungsmerkmal "Prinzessin" auf der Suche nach einem mutmasslichen "Prinzen" ist von erstaunlich universeller Häufigkeit (wie übrigens auch die Enttäuschung, nach der von Krone und Zepter geprägten Nacht neben einem behaarten Urviech aufzuwachen).
Dabei wäre die Zielgruppen-Analyse doch ganz einfach: Die Herren beschreiben schließlich recht eindeutig, was sie wollen. Und die Damen auch.
Was nun führt zum Erfolg? Im Prinzip könnte schon die Kopie der beschriebenen Wunschlisten und Leerstellen ausreichen:
- "Ja, ja, ja, meine Herren. Ich habe langes blondes Haar. Ich bin sportlich. Ich liebe nacktbaden. Und bin gerade erst volljährig geworden." gefolgt von dem Hinweis: "Ruf mich an!" Jede Wette, das Ding zieht.
Auch für Herren gibt es schlichte Lösungsmuster:
- "Mein Auto gehört dir. Und mein Haus. Und meine Yacht auch, natürlich, Schatz." Hier folgt der Zusatz: "Nur ernst gemeinte Zuschriften unter Chiffre 08/15-ABC."
Wer nun aber meint, auf diesem Wege eher als durch Feld- und Eigenstudien an öffentlichen Plätzen zu erhalten, was er/sie wünscht, sollte sich parallel auf jeden Fall an eine höchst erfahren Institution in Sachen Wünschen wenden: Den Weihnachtsmann.
Mich gibt's hier nicht
"Die Südstadt viele
Gesichter hat"
dichtet der Dichter und setzte mich matt.

Ach wat? Tatsächlich: Betrachtet mann das
illustrierende Foto des Werbeplakats, fällt einem
sofort ins Auge:
Auf der grünen
Spielplatzwiese
sitzen Eva und die Liese.
Auch deren Kindereien Anna, Berta und Suttna
bevölkern den mit Teppich und Sofa bemöbelten
Frei-Raum. Was fehlt (ja, fehlt es wirklich,
geschätzte Betrachter) sind: Männer. Keine da. Warum?
- Die Südstadt braucht uns nicht.
- Alle Männer leben in Limmer (oder sogar Lummerland)
- Männer haben kein Gesicht.
- Alle Männer gucken gerade Fußball-WM.
- Das Bild zeigt den Grund für die gelegentliche Verbalhornung dieses Städtchens.
Als was? Na: Hangover.
Feuer und Flamme
Trotzdem: Manche Antwort sollte sich man/frau Personal doch genauer überlegen. Nicht, weil es mir an menschlichem Mitgefühl fehlt, sondern weil Professionalität ein Teil dessen ist, was die Entlohnung (und bei Verkäufern dazu die Provision) rechtfertigt.
Beispiel gefällig?
Frage: "Was ist eigentlich der Grund, dass dieses Geschäft schließt?"
Antwort: "Weil Sie zu wenig gekauft haben!"
Danke für diese Auskunft. Ihre Antwort bedeutet übrigens korrekt übersetzt:
"Es ist Ihre Schuld, dass unser Marketing-Konzept nicht aufging."
(plus: "Weiß eigentlich jemand, ob wir überhaupt eines hatten?")
Die Bahn lernt uns die Uhr
"Die Bahn lernt uns die Uhr" sage ich. Und auch das ist korrekt:

Rückläufige Realität: Reisen mit die Bahn.
Man erkennt: Dieser Zug ist eindeutig 26 Minuten zu
früh. Er wird zur gewohnten Zeit ankommen. Das ist
sicher, denn Worte können nicht irren. Der Name des
Phänomens: Vorsprung durch Technik.
Warum dieser Service allerdings nicht in allen Zügen
des Nah- und Fernverkehrs angeboten wird, bleibt mir
ein Rästel. Ist die flächendeckende Implementierung
zu kostenintensiv?
Oder gilt, was der Volksmund gleichfalls gern
besingt: "Ob er aber über Oberammergau..."
Schlampenkram
Benutzen Sie Windows XP? Muss doch gar nicht sein.
Neun einfache Schritte führen Sie leicht und schnell zum Ziel:
- Klicken Sie einfach auf "Start" und
- Öffnen Sie die Systemsteuerung.
- Wählen Sie das Menü "Anzeige".
- Klicken Sie auf den Reiter "Darstellung".
- Hinter dessen Schaltfläche "Effekte" finden Sie leicht zu erkennen:
- "Folgende Methode zum Kantenglätten von Bildschirmschriftarten verwenden."
- Aktivieren Sie das Kästchen und
- wählen Sie aus dem darunter liegenden Aufklapp-Menü "Clear Type".
- Nu gukken se noch ma - ... - Und?
Schlampenkram? Nö, nö. Da fehlt nur ein Detail:
Eindeutig: Alles im grünen Bereich.
Stühle im Selbstgespräch
Luckenwalde hat Platz. Und Luckenwalde hat etwas Geld. Also macht Luckenwalde einen Flyer. Mit Strukturkarton. Mit Text. Und mit Bildern wie diesen:

"Gut gereiht ist halb gewonnen" oder
"Communication-Center"

"Rote Lasterhöhle."
Sie alle beweisen:
Lueckenwalde hat wirklich jede Menge Platz. "Raum für
Ihre Ideen" nennt das der Flyer. Und verrät auch
gleich, welche das sein könnten: Tagungen, Kongresse,
Konferenzen.
Leider sind die Ideen so neu, dass sie noch keiner
vormachen konnte. Wozu auch: Menschen ins Bild? Hier
sprechen Stühle für sich selbst! Was sonst könnte
auch so überzeugen?
SEX, in Gottes Namen
Auf der Website eines der gottesfürchtigen Vereine fand sich daher die folgende aussagestarke Abbildung:
That's it,
folks.
So eine (Selbst-)Anzeige hat die Qualität von "Hier
wird Service GROSS geschrieben!"
Was sich daraus lernen lässt? Sollten Sie
gleichfalls, verehrte LeserInnen, auf die waghalsige
Idee kommen, über die wichtigen Dinge im Leben lieber
zu schwatzen, als dann und wann charmant zur Sache zu
kommen, dann wechseln Sie besser gleich den Job. Ihr
Partner wird ehedem bei Zeiten verschwinden.
Sancta Curiositas
Ersteigern konnte man beim weltgrößten Online-Auktionshaus zum Beispiel
- ein Wireless LAN Kabel
- Ersatzluftblasen für Wasserwagen
- dehydriertes Wasser
Für besonders Gläubige gab es
- den Noch-Nicht-Papst-Golf
- ein Originalfoto von Jesus
- eine Toastscheibe mit dem Antlitz der Muttergottes
3,2,1 - meins! - Der Golf brachte es Dank US of Aaaa auf über 180.000 Euro. Auch die Muttergottes war im Land der unbegrenzten - Urteilen Sie selbst - über 20.000 (in Worten: ZWANZIGAUSEND) Dollar wert.
Sollten Sie also morgen nach dem Frühstück eine halbe Scheibe Toast rumliegen haben, vergessen Sie blöde Chefs, doofe Kunden und Mutterns "alles aufessen, sonst gibt's schlechtes Wetter". Für 10 halbgegessene Toastscheiben gibt's mit etwas Glück eine Finca auf Mallorca. Und mit einer weiteren Scheibe pro Quartal sichern Sie sich einen annehmlichen Lebensstandard.
.
Spezialität aus
Acrylamid:
Muttergottes auf Toast.
Oder ist es doch Marilyn?
Frau Lampe
Denn wir haben schon immer gewusst: Sex sells. Was daran liegt, dass meist Männer Werbebudgets verwalten und diese Männer bevorzugt Playboy lesen. Denn anders ist schwer zu erklären, dass gerade Frau Lampe den Konsum ankurbeln soll (was sie wegen des Lampenschirms zwischen den Händen ja gar nicht kann).
Wissenschafter haben zwar herausgefunden, dass die avisierte Gruppe der männlichen Portemonnaie-Besitzer ihrem steinzeitlichen Beutejägertrieb folgend beim Bezahlvorgang der frisch erlegten Ware eine Ausschüttung von Glückshormonen erleidet. Andere Wissenschaftler berichten aber, dass bei sexy Werbung mündige Männer vor allem auf Brust und Po der Beutehalterung gucken. Das Logo, der Firmenname? - "Irgendwas mit Busenwunder."
Und Frauen? Schauen der plakatierten Konkurrenz dorthin, wo sie in der eigenen Hose Über- und der Bluse Untermaß befürchten. Allerdings streift ihr Blick bisweilen doch das Logo. Sie merken sich dann, über welchen Porno-Lampenladen sie beim nächsten Cappu mit Chérie im Café abkotzen.
Egal. Frau Lampe hat was: Keine Brustwarzen, zum Beispiel. Und warum? Selbst in der Lampenwerbung gelten rigide Sparzwänge.

Große
Bälle: Frau Lampe zeigt, was sie
hat.
pr-freu.de
Mal schauen, was die PR- und Werbewelt so hergeben. Das endet in diesem Blog.
Vorerst.


















