2007

Zweifelsfrei: Behindert

Es gibt Tage, an denen niedrig auflösende Handy-Cams verflucht sein sollten

Und es gibt wenige Bilder, die Wirklichkeit abbilden und in ihrer Komposition alles sagen. Dieses gehört dazu:

S-Klasse braucht zwei Behindertenparkplätze
Es kann nur einen geben: Super Sterni.


Besonderes Lob verdient die Blockade gleich zweier Behindertenparkplätze. Das "S" in der Typen-Bezeichnung des Fahrzeugs steht wahrscheinlich für „Supertyp“.



Eierlegende Wollmilchsau

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Heißt es. Und es stimmt: Manche Bilder sind wahre Plappertaschen. Zum Beispiel dieses:

webcam 3in1

Geklappt: Aus drei mach eins.


Für was es wirbt? Vordergründig für eine Webcam. Aber haben Sie sich den Monitor genau angesehen?

Getrau dem Motto "Ich zeige, was ich liebe" hat der Fotograf Apple und Canon gleich mit in Szene gesetzt.

So funktioniert virales Marketing...



Für Stunden Vista

Ich weiß: Mac-User sind arrogante Säcke, die keine Ahnung vom Innenleben Ihrer Designkisten haben und nach ein paar Mausklicks vor allem über Windoofs herziehen. Stimmt nicht. Denn seit Vista macht das Windows allein:

Vista upgrade - Stunden später
Stundenupdate: Rechenknecht für mehr Transluzenz.

Die unauffällige Fussnote hat ihren Charme. Und sie trifft zu.

Wenn Sie also die Tage mal ein paar Stunden Ihren Rechner nicht brauchen, spielen Sie doch einfach Vista auf. Ich habe für die Migration von XP SP2 auf Vista Ultimate kaum einen halben Arbeitstag benötigt. Das schafft kein Mac :-)




Für Kunden auf die Ohren

Besonders schön ist es, wenn einen jemand vor Dummheiten schützt und vor Ungemach rechtzeitig mahnt.

HP schwingt sich – vom Verkaufserfolg beflügelt – nun offenbar auf, auch sprachlich ein Trendsetter zu werden:


HP_Mahnung
Mahnung über Produktunterstützung?


Wenn die Lokalisierung des zweiten Spiegelstrichs stimmt, vergreift sich der Service vermutlich im Ton. Dumm nur, dass HP die Kunden abhanden kommen, wenn das Unternehmen damit Ernst macht...



Neue Länder gefunden

Seit Kolumbus hat sich vieles geändert. Sollte man glauben. Aber es gibt immer noch neues zu entdecken – sogar Länder. Und daran ist nicht ein weiterer gefallener Eisener Vorhang schuld, sondern das Internet. Respektive irgend ein Copy&Paste Schlauberger:

Asien - Das Land meiner Träume.
Asien - Das Land meiner Träume.


Ich weiß schon jetzt, wo ich meinen nächsten Urlaub mache. Wie wär's mit Erdkundien?



Mein Lieblings-Postbote

Die Post will's wissen: Wer ist mein Lieblingspostbote? Nett, dass sie nachfragt, aber antworten? Das ist nicht leicht:

Möchte ich den, der montags alle Klingeln durchdrückt, aber nie antwortet, wenn man endlich an der Türsprechanlage ankommt?

Möchte ich den, der dienstags die großen Sendungen auch in den kleinsten Kasten hineingeprummelt bekommt?

Möchte ich die, die mittwochs schon um 10.15 die Post bringt und nicht erst gegen 13 Uhr?

Möchte ich den, der donnerstags erstaunt in seine Tasche guckt und sagt: Da hat die Kollegin Ihr Haus nicht eingepackt?

Möchte ich den, der freitags auch mal alle Briefe für das Haus in einen Kasten wirft und das Gespräch mit den Nachbarn fördert?

Möchte ich den, der sonnabends immer die Werbung bringt, auch wenn sonst keine Post zuzustellen ist?



Ein Herr von Briefträgern.
Ein ganzes Heer, doch wen nehmen?



Die Wahl ist leicht:
Ich nehme die Dicke von der Citypost!

Die klingelt zuverlässig gegen 9, prummelt nix in den Kasten, grummelt nix,sondern antwortet grundsätzlich, wenn sie geklingelt hat. Sogar mit "Guten Morgen, Citypost. Ich möchte Ihre Post zustellen."

Dann drück noch mal schön die Schulbank, Deutsche Post.



Nix los

Manche Bilder sprechen für sich. Sagte ich das schon mal? Dann entschuldigen Sie die Wiederholung. Allerdings: Das Bild ist neu:


nix los
Mikrofon ohne Ton: Die Post informiert die Presse.


Keiner da, liebe Post? Dann war's wohl nicht so wichtig.

(Oder gibt's 'nen Maulkorb, so intern, ganz insgeheim?)



Modische Mode

Es gibt Momente im Leben, die sind von einer solch erhellenden Qualität, dass man sie nicht seinen nächsten vorenthalten sollte.

Ein Exemplum jener Spezies glücksverheissender Boten erlangte heute meine ungeteilte Aufmerksamkeit Dank seiner unzweifelhaften argumentatorischen Qualität:


"30% auf unsere modischen Sommermoden"


stand da zu lesen. Wonne durchflutet das dürstende Herz. Was gibt es dem noch hinzuzufügen?

Vielleicht die Frage, wie hoch der Rabatt auf die unmodische Sommermode wäre?



Sind Sie b(e)reit?

Vista is da! Und weil jeder Early Adopter von besonders umfänglichen Margen träumen darf, hängen viele flugs Ihr Vista-Fähnlein heraus.

Natürlich wissen die Werbeschaffenden: Bilder mehr sagen, als 1000 Worte. Und sie wissen: Chic zieht besser. Und stellen als Resultat die Frage:


Vista_goes-Mac
Zentrale Frage: Seit ihr b(e)reit?


Ihr schon?
Ein Wunder von wahrhaft prophetischen Ausmaßen!

Denn was das Bild zeigt, funktioniert nur, wenn auf dem abgebildeten Apple 12" PowerBook die Software Parallels Desktop installiert ist. Das könnte etwas dauern: Parallels läuft nur auf den neuen Apple MacBooks mit Intel-Chipsatz. Das ältere PowerBook arbeitet mit einem Vista-inkompatiblen IBM G4 Prozessor.

Glückwunsch, Jungs!



Happy together

Mac-User sind besondere Menschen. Zumindest denken sie das. Kunstsinniger. Eleganter. Avandgardistischer. Und emotionaler. Letzteres lässt sich übrigens mit Demo- und Installations-Dialogen prima adressieren. Glauben Sie nicht?


Artists butler glow1
Step 1: An die Gier appellieren und Erhebendes verheißen.



Artists Butler glow2
Step 2: Die aufsteigende innere Wärme artikulieren, damit's keiner verpasst.


Und da sag noch mal einer, das Leben mit Computern sei gefühllos...



Zielgruppenfreie Kommunikation

Kennen Sie ihn auch schon? Den winselfreien Robodog aus der Ford-Werbung? Das ist ein begossener Elektropudel ohne Locken, dessen wesentliche Aufgabe darin besteht... - ja, worin eigentlich?


der robodog - von ford im regen stehen gelassen
Ohne? Zielgruppe, vermutlich.


Wohlmöglich ist mit den millionengesättigten Werbebastlern der Spieltrieb durchgegangen. Das zu belegen genügt die Kurzanalyse des sympathischen Antitypen, der die Kernbotschaft "Hund dumm - Auto gut" transportieren soll:

_ Der Robodog ist ein Aibo in teiltransparent.
_ Zielgruppe: 10 jährige Jungen (die nicht Auto fahren dürfen)

_ Der Robodog ist ein elektronisches Spielzeug.
_ Zielgruppe: Männer um die 30 (die keinen Fiesta fahren wollen)

_ Der Robodog ist ein elektrischer Hund.
_ Zielgruppe: Tierschützer (im Cyperspace)

_ Der Robodog ist ein putziger Verlierer.
_ Zielgruppe: mütterliche Frauen (die mit dem Hund fühlen -
_ und das beworbene Produkt aus Solidarität ablehnen)

Keimt bei noch jemandem die Vermutung auf, die Fiesta-Werbung ist mit dem aus Autoreparaturwerkstätten überlieferten Schmähnamen des beworbenen Wagens zu apostrophieren – Fiasko?

Ich wende den Blick ford.



The Colour Of Ideas

Falls jemand noch nicht begriffen hat, warum Marketing-Experten E-Mails ohne Bilder empfehlen, sei statt langer Statements dieser Screenshot empfohlen:


colour_of_ideas
Mail mit marginalem Inhalt - HTML und Bilder machen's möglich.


Da nutzt auch der freudige Mail-Betreff "Colour of Ideas" nichts – wo keine Bildanzeige eingeschaltet ist, muss die Info leider draußen bleiben. Aber Weltkonzerne können sich das ja leisten...




Konditor Sparsam

Das muss man den Ösis schon lassen: Als Schwaben wären sie auch nicht schlecht. Jedenfalls die Meisterkonditoren der Zuckerbäckerei Demel. Damit das lecker Zuckergebäck nicht allein der Wiener Kaffeehauskultur im eigenen Lädchen vorbehalten bleibt, kann der geneigte Gourmet Gugelhupf und Mohnbeugel auch im Online-Shop ordern:


Der Demel
Freeware goes CakeCommerce: Der Demel loves xt:


Dass der Demel dabei ganz aufrichtig und ehrlich outet, dass sein Link-Laden mit sündteuern Torten auf Basis von Freeware läuft, ehrt ihn, macht aber auch seinem Namen alle Ehre: Als Demel bezeichneten wir in Kindertagen einen ausgesprochenen Dummkopf.





Jahresplanung, bitte!

Schön ist es für Veranstalter, wenn sie schon ganz früh wissen, was auf sie zukommt. Manche erweisen sich dabei aber als überraschend ehrgeizig:


Akkreditierung
Extrem-Frühbucher erwünscht.


Mehr als ein Jahr im Voraus die "Online-Akkredition" zur Akkreditierung ausfüllen müssen? Da ist sicher mehr als eine Sache schief gegangen.




Mailing-Ass

Es gibt sie noch, die Helden der Arbeit. Jüngst erhielt ich ein Zeugnis ihres Tuns, im Sichtfenster eines Din C6 Umschlags. Und darin sah es ungefähr so aus:

-------------------------------------Mailing-Spezialisten - Hierstrasse 1a - 43210 Reinfall
-------------------------------------Die Alte Firma GmbH
-------------------------------------Herr Heinz Mustermann
-------------------------------------In der neuen Strasse 11
-------------------------------------12345 Neuesheim

"Cool!", dachte ich (inklusive Ausrufezeichen). "Die kennen mich noch!" Und: "Aber nur zur Hälfte."

Denn bei Die Alte Firma arbeite ich schon lange nicht mehr. Ungefähr so lange, wie sie mir keine Post geschickt haben. Aber ein Zufall hat ihnen offenbar zur neuen Adresse verholfen. Folglich erhalte ich wieder Post.

Dumm nur, dass die Mailing-Spezialisten nicht vermögen, zu einer neuen Adresse eine korrekte Firmierung zu verifizieren. Das hätte uns allen diesen Blog-Eintrag erspart.




Money

Intuitiv Surfen bringt nicht zwigend einen Vorteil, wohl aber Erkenntnis: Wer auf den Tipp in einem Englischsprachigen Forum hin "appeldownloads" sucht und - clever clever - appledownloads.com eintippt, bekommt nicht, was er sucht, aber dafür das, was ihn sucht:


macdownlaod_money_money
Grab me, if you can: Apple goes Windows, while money goes money.


Immerhin wird man mehrfach belohnt:
- Mit jeder Menge Irritation.
- Mit jeder Menge Links zu jeder Menge Ausgabe-Optionen (auf dem Bild getilgt).
- Mit der Erkenntnis, dass hier jemand von "money" zu "money" transferieren will.
- Mit der Erkenntnis, dass Domain-Grabber mit Windows arbeiten.

Oder warum sonst fotografiert einer ein Kopier-Fenster im klassischen Win-Look, um Mac-User zu beeindrucken?





Probably maybe

Ich schätze Menschen, die sich ihrer relativen Genialität bewusst sind. Die ihre Grenzen akzeptieren und auch Fremden gegenüber ohne Scheu transparent machen, dass nicht alles, was sie anfassen, zu Gold wird.

Auch einen grundsätzlichen Realitätssinn weiß ich sehr zu schätzen, insbesondere im Umfeld von Computern, der Maschine gewordenen relativen Zuverlässigkeit.

Ein liebenswertes Beispiel hierfür lieferte mir jüngst dieser nette Installations-Hinweis:


installation-probably-successful
(no comment)


Probably maybe was all, was ich feststellen konnte. Denn die Software läuft tatsächlich nicht. Merci für den Lacher.




Mehrwertsteuererhöhung

Ich finde die Mehrwehrtsteuererhöhung toll. 19% ausgeben, aber nur 7% einnehmen, da hat sich der Umsatzsteueranteil schnell egalisiert.

Was ist auch toll finde, ist eine Illustration, die mir jüngst in das E-Mail-Postfach tropfte:


Mehrwertsteuererhoehung
All included: Wagenpfand mit Add-on


Wie heißt es so schön: ein Bild spricht mehr als 1000 Worte.
(Auch wenn hier die Mehrwertsteuer in Ermangelung repräsentativer 19 Cent Münzen um 20% erhöht wurde...)