Bruderhilfe
Warum ich das denke? Seit
einer Weile wirbt der von der aktuellen Finanzkrise
arg gebeutelte amerikanische Automobilhersteller
General Motors für einen Chevrolet, der
2010 mit Elektroantrieb auf den Markt kommen wird.
Der Name des Wagens: Volt.
Möglich aber auch, dass dieses Plakat andeutet, was
Volkswagen in Naher Zukunft plant. Den US-Markt
aufzurollen. (Und dabei gleich noch ein paar Marken
dazu kaufen?)
Update: Keogravieh
Jetzt hat es der Unsinn aus der virtuellen in die reale Welt geschafft. Geburtshelferin ist eine grundschullehrerinnenhaft lächelnde Dame, deren Bild nebst Autsch-Zitat und dazu gehörigen Drumherum in der Süddeutschen zu finden ist. Was sie gesagt hat?
„Viele große
Kleidungshersteller produzieren in Billiglohnländern
wie
Asien, China, Bangladesch, El Salvador oder
Osteuropa.“
Es ist immer wieder
schön, etwas dazu zu lernen. Zumal von
Grundschullehrerinnen. Meine ehemalige
Grundschullehrerin sagte übrigens, nicht für die
Schule, nein, für das Leben lernten wir. Blöd nur,
dass sie versäumte, uns die Namen wichtiger
Staatsoberhäupter einzubläuen. Wer mir fehlt?
Vielleicht der Asien-Vorsitzende Dumm Schnu-ra und
Osteuropas Präsidentin Krystiane Weissnischwo?
Dieser Fehler ist auch deshalb so gravierend, weil
Interviews vor der Veröffentlichung vom Interviewten
frei gegeben werden müssen. Also hat die Dame ihren
Fehler auch beim Kontrollgang übersehen. Übersehen
hat ihn zudem der Redakteur und – falls
vorhanden – der Lektor der Süddeutschen.
Spätestens dieser Lektor hätte als Sprachkundiger
wissen müssen, dass es in etwa so heißt: „Viele
große Kleidungshersteller produzieren in
Billiglohnländern in Asien, Mittelamerika und
Osteuropa, unter anderem in China, Bangladesch und El
Salvador.“
Dass die geografische Unkenntnis oder aber die
mangelhafte Befähigung zur sprachlich korrekten
Darstellung geografischer Zusammenhängen bei dem
Gespann System hat, untermauert die später folgende
Passage:
„Nordrhein-Westfalen und die
Gemeinde Neuss
ist als besonders engagiert
hervorzuheben“.
Hier gibt es gleich zwei Fehler: Zum einen sind zwei
Subjekte genannt, also muss es „sind“
heißen. Der geografisch-logische Fehler indes ist,
dass Neuss in Nordrhein-Westfalen liegt. Daher muss
es heißen: „Nordrhein-Westfalen und hier
besonders die Gemeinde Neuss sind als besonders
engagiert hervorzuheben.“
Da sag noch mal einer, Zeitung lesen bildet...
Honig-Husten
Die Steigerung des Ganzen ist vermutlich ein Produkt
mit dem Slogan „Reizhusten mit Honig“.
Ergänzt um den Hinweis: „Anleitung zur
holpernden Kommunikation“.
Locker
Das Thema Risiko befeuert schon viel früher, wer im Kontext professioneller Nutzung mit Unternehmens-Bezug das Wohl der Eigenpräsentation über das der Unternehmenspräsentation stellt. Und dabei die Wirkung der Metakommunikation übersieht:
Was verraten und Bild und Text über die Nutzerin,
deren Skype-Name auch ihre Firma mit einschließt?
Vermutlich, dass sie blond ist. Und zwar in jeder
Beziehung.
--
PS - Wie wir wissen, lässt sich das Gute immer
verbessern. Zum Beispiel zum Feierabend:
oder zu der Frage „Wie war gestern
abend?“:
oder zur Frage: „Was arbeitest du
gerade?“
(Das Buch ist übrigens von Donna Leon)
oder zur Frage „Hat’s der Chef schon
gemerkt?“:
Was zu der Erkenntnis führt:
PPS - Vielleicht ist ihr
aber auch – das Skype-Profil lässt es vermuten
– lediglich ihr 9/11-Geburtstag nicht bekommen.
Austauschprogramm
Wie das funktioniert, hat jetzt ein deutscher Baumarkt präsentiert, der offenbar Wert auf die Farbe Orange legt:
Was sich dort als erstes
„e“ präsentiert, sollte eigentlich ein
„a“ sein. Ist es aber nicht.
Bleibt zu hoffen, dass nicht gerade Mitarbeiter
dieses Marktes in der Fernsehwerbung lauthals in den
CI-Song eines gleichfalls Orange abonnierten Marktes
einstimmen, der nach einer bekannten Queen-Melodie
intoniert wird. Inhaltlich wäre das glatt
„Sechs. Setzen.“
Große Nachfrage
Welche Dimension „beliebt“ anzunehmen vermag, zeigt dieser Screenshot:
527 Stunden Download-Zeit für 17,2 MB ist
beeindruckend üppig.
Möglicherweise sollte der ein oder andere
Mirror-Server mal seine www-Anbindung überprüfen. Bis
dahin aber einvernehmlich: Staunen.
Kleiner Unterschied
Was uns direkt zum Thema führt: Mid- und Bestager. Leute also, die noch nicht zu alt sind, richtig was los zu machen, und schon über ausreichend Mittel verfügen, das richtig zu genießen. Dass solch eine Gruppe nicht lange von Verkaufs-Strategen unentdeckt bleibt, war abzusehen. Und - schwupps - gibt es zwei Magazine, die um die Geldgeber buhlen:
versus
Die Kontrahenten
unterscheiden sich nicht allein im Preis. Sie
unterscheiden sich auch im angewandten Prinzip der
reduzierten „1“. Denn mal ehrlich: Auch
wenn Sie schon 55 wären - würden Sie lieber ein
Magazin für Generation 50+ kaufen oder einer für
Leute ab 49 Jahren?
Grimms Märchen
Das freut das PR-Treibendenherz: Jemand hat bei der
Recherche festgestellt, dass er unbedingt noch in den
Verteiler möchte, um immer up-to-date zu sein. Brav
und professionell wird der Bitte Folge geleistet.
Dummer Fehler - mit der folgenden Aussendung lacht
laut der böse Wolf und beißt zu:
Zugegeben, die Idee ist im Kern gut: Informationen
bekommt am leichtesten der, der sich um sie bemüht.
Wenn er allerdings mit Tricks arbeitet, klappt das
nicht lange: Der Kontakt ist gelöscht, und das Portal
ist gründlich diskreditiert. Glückwunsch!
Made for a Mac
Glücklicher Shandy!
Er lebt nicht heutigentags, und findet sich daher
auch nicht beim Öffnen des Handbuchs seines neuen
Computers mit so erstaunlichen und impliziert
weitsichtigen Mitteilungen konfrontiert wie jener,
die gerade mein Verhältnis zu meiner eigenen
Elternschaft auf einen völlig neuen Erlebnishorizont
katapultierte:
Made for a Mac:
Schlau gemacht, Mama und Papa.
Blöd nur, dass meine Eltern da nicht auch gleich die
Initialzündung zur Produktion des in Ihnen intuitiv
beheimateten Alurechners hatten.
Oder müssten sich bloß die ersten Zeilen des
iMac-Handbuchs selbstreflektorisch lesen wie:
„Ich wünschte, entweder Steve Jobs oder sein
Webertexter...“
Farben-Spiele
Kein Wunder also, dass der Mensch nach Farbigkeit trachtet. Selbst in Texten sind Farben gewünscht. Und werden von Software angeboten, wenn auch nicht immer zwingend glücklich betitelt:
Gelb = Alles
Banane?
Da rettet auch das sich anschließende
„Lachs“ nebst „Melone“ und
„Limone“ wenig. Was danach kommt? Sie
ahnen es gewiss schon: „Himmel!“
Offenbar: Press-Area
Alte Bekannte: Der
Pressebereich von Armani wirkt irgendwie
vertraut.
Wo sich der geschätzte Leser hier befindet, ist
offenbar. Und weil das ganze vertraut wirkt, sinkt
auch die Angst, die Orientierung zu verlieren.
Pfiffig.
L'arte de Rechtschreibung
arte: Reformierte
Rechtsschreibung
Wer genau an der Gepsrächsrunde
teilnahm – wir wissen es nicht. Gleichfalls
wissen wir nicht mit Gewissheit zu sagen, ob nun die
Damen und Herren arte höchstselbst oder lediglich ein
Gelegeheitstipper in einer der vielen ruchbaren
Fernsehprogrammschnellerfassungsbuden à la tvtv die
Feder führte resp. sich verirrtippte. Aber als
kleiner Spaß am Rande reicht es allemal.
Missing "w"
Auto-comment:
Selten so geglückt.
Dass jemand seine eigene Arbeit in der Öffentlichkeit
gleich passend kommentiert...
Gehören Frauen ghettoisiert?
Bitte nicht helfen:
EU-Richtlinien zur Frauenförderung.
Der Hintergrund: Ich wollte einen
Büroraum vermieten und schrieb das auch in eine
Online-Börse für Frauen. Aber das Angebot dürfen die
raumsuchenden Frauen nicht wissen. Denn ohne
Doppel-X-Chromosom falle ich als anbietender Nutzer
der Kontaktbörse nicht in die EU-Förderrichtlinien.
Was im Umkehrschluss bedeutet: Hier dürfen EU
gefördert nur Frauen für Frauen sinnvolle und
hilfreiche Angebote machen. Willkommen im
EU-geförderten Online-Ghetto.
Welche politische Motivation dabei eine Rolle spielt,
die Kommunikation zwischen den Geschlechtern
Fördertopf-flankiert zu behindern, möchte ich gar
nicht diskutieren. Aber dass Frauen das akzeptieren,
um an Geld für Ihre Arbeit zu kommen, stimmt mich
doch verwundert.


















