Der Sarg als Krisennagel
Ist es wirklich so schlimm? Muss der weltgrößte
Einzelhändler jetzt schon für das eigenen Überleben
vergrabbare Holzkisten veräußern?
Oder ist es nur ein konsequenter Dienst am
Stammkunden, der vom ersten Babymilchpulver über
Dosenwaren und Gefriergetrocknetes über sein Ableben
hinaus sorgfältig, ertragssichernd und umfassend
betreut werden soll?
Es darf spekuliert werden.
Rechnen mit der BILD
Diese Dummheit muss vermutlich nur passionierten
Bildlesern mit einem IQ in der Nähe der Bogenzahl
ihres Lieblingsaufklärungswerkes erläutert werden.
Selbstreferenziell?
Das gilt natürlich auch für Software und ihre Hersteller. Und hier verschärft für alles, womit der Kunde in Berührung kommt, denn da wird jeder Patzer registriert. Zum Beispiel dieser hier:
Nun könnten Sie
einwenden: "Mensch, reg dich nicht so auf, das ist
ein kleiner Feler bei der Lokalisation." - "Das mag
schon sein", werde ich erwidern, "aber diese Meldung
gehört zu einem Übersetzungsprogramm!"
Und da bekommt solche ein Fensterchen einen ganz
anderen Drive, nicht wa(h)r?
Alles-To-Go

Und ich dachte immer, der Liebe Gott sei sowieso
immer und überall...
Presse-Freiheit
Und dann schreibt ein Journalistchefredakteurherausgaberinpesonalunion:
Was sie genau so sehen, hatte er vorher schon
verraten, allerdings verleiht das dem bisher gesagten
eine leichte Wende:
Win-win? Der Mann meint
doch nicht etwas die Bereicherung des
Kenntnissstandes der geneigten Leserschaft zur
Erhöhung des Vergnügens beim Studium der gewählten
Fachzeitschrift und zur Bestätigung der Richtigkeit
der Auswahl eben dieses Mediums der
Kenntniserweiterung durch die gebotene Qualität
seiner Artikel und Fachbeiträge? Nein nein. Er meint
ganz prinzipiell und grundsätzlich:
„Sum, ergo
sum!“ als Direktive? Oder: „Was soll der
schnöde Inhalt, ich will lieber ein Heft!“?
Oder ist es doch wieder anders, und es geht dem Laden
so dreckig, dass sein Chef an gar nichts anderes mehr
denken kann als an „finanzieren“? Es
schaut fast so aus...
Wahlvereitelung (hausgemacht)
Denn was, wenn keiner den fehlenden Doppelpunkt nebst
An- und Abführung mitdenkt?
Dann bedankst sich die CDU.
Glückwunsch!
Link(e)liste
Als solche hätte sie gewiss auch nicht den Mut eines Immobilienmaklers gehabt, der aus einem Web-Baukasten ein interaktives Formular einfügte, damit Besucher dort ihre Web-Empfehlungen unterbringen können. Das Resultat:
Oder war es gar keine Dummheit, und der Mann wollte
lediglich den Leumund seines Gewerbes im Internet
illustrieren? Was wiederum zu einem anderen Satz
meiner lebensweisen Großmutter führt: „Die Welt
ist voller Rätsel...“
Wussten Sie schon?
Das hat mir jetzt mein Handy-Carrier mitgeteilt, als Beilage zur Rechnung. Und er bot auch gleich mannigfach Hilfestellung an:
Damit das Angrillen besonders supergut klappt, gibt es 20 % Rabatt auf passendes Zubehör. Was man so zum Angrillen braucht? In jedem Fall Speicherkarten. Die sind nötig für Fotos. Für verrückte Videos mit der Freundin. Und für grenzenlos Musik. Welch werbetechnisches Wunderwerk...
Denn wie auf den angepriesenen 4 GB Flashspeicher grenzenlos Musik Platz findet, ist eines der großen Rätsel dieser Kampagne. Ein anderes ist immerhin implizit beantwortet: Die verrückten Videos mit der Freundin werden entstehen, weil bei der ganzen seitenfüllenden Verbalinkontinenz nicht auch nur ein einziger Grill vorkommt, auf dem anzugrillen wäre. Pech, liebe Bratwürstelbraut.
Immerhin gibt es als weiteres Grillzubehör auch Headsets, mit denen man Gäste zur Grillparty einladen kann. Und ich weiß auch, was ich denen erzählen würde: „Jungs, denkt an den Grill! Den gab es nicht im Handy-Grillshop meines Vertrauens.“
Doppelte Sicherheit
Die Römer als erste historisch dokumentierte Copy&Paste-Gesellschaft übernahmen in grundsteinlegender „una faccia, una razza“-Mentalität zwar die kulturbringenden Bereicherungen der eroberten Nachbarn, umschrieben sie aber lieber mit eigenen Begriffen. Und so geschah, was geschehen musste: Das Hendiadioyn plumpste aus dem aktiven Sprachgebrauch und lebte allein als zartes Echo seiner selbst in der Tautologie weiter.
Die Tautologie hinwiederum durchschritt nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches den Sumpf des finsteren Mittelalters, um schließlich als weißer Schimmel im allgemeinen Sprachgebrauch wiederaufzuerstehen. Dort trabte das sprachbegabte Tier eine Weile durch die Dezennien, bis ihm der Nachjahrtausendwechsel Einhalt gebot. Der Nachjahrtausendwechsel?
Es stimmt, der Begriff ist zu unscharf. Genau genommen war es sogar noch ein paar Jahre später. Und es war auch nicht der gesamte Tag, sondern lediglich ein Minütchen im unendlichen Strom der stetigen Zeit, in dem sich eine über jeden Zweifel erhabene Institutionen der Kultur und Wahrheitsfindung anerbot, den neuen Begriff zu prägen, nach dem der Wandel der schnelllebigen Zeit so sehnsüchtig lechzte.
Mit dem Zeitstempel „09.03.2009 12:19 Uhr“ versehen, schrieb die Süddeutsche online über die Vorbereitung des neuen Weitsprungeuropameisters die fortan gültigen Worte
Nun ist es passiert: Der weiße Schimmel weicht der
60-Meter-Regel. Das Pferd wiehert vor Freude. Und
auch ich hätte es nicht schöner sagen können.
Gewollte Wahrheit
Was ist dem noch hinzu zu fügen? Dass Vorurteile
stärker sind als aller Verstand?
Neu-Zeit
Neuzeit ist homebaked by a big Softwarehaus von
internationaler Bekanntheit und erschien in dem
Instant-Messaging Client eines nicht ganz so großen
gleichfalls international erkannten Softwarehauses.
Drolliger Weise war diese Anzeige gegen 16.40 MEZ zu
sehen und – ist es vielleicht schon die
weit harmlosere Erklärung für das Phänomen? –
an einem Freitag dem 13. Gestern, um genauer zu sein.
Nur war da 2008, nicht mehr 1985. Und noch nicht
2085.
Allerdings, wenn Sie glauben, auch der Monat sei
modifiziert, dann irren Sie. Ihr Kalender
unterschlägt bloß seit Jahren konstant den Neuwember.
Gerne schwitzen
Sagen Sie es mir: Wie soll ich das jetzt verstehen?
Schwitzen Sie gerne? Oder ist das eine neue Variante
von „Sex sells“?
Neues wagen?
Es ist doch schön, wenn man ein Jahr NACH einer
Neuerung über diese riesengroß und knallorange in
Kenntnis gesetzt wird. Und die aktuelle Neuerung
fitzelklein darunter ausgegraut ist.
Selbst wenn ich grundsätzlich die Mühen von Kollegen
schätze, hier hilft mir kein auf- und abwaberndes
„Begeisterung“ und auch kein Betreff
„Wagen Sie 2009 etwas Neues“ – ich
verzichte weiterhin auf solchen Quark.
Insel der Paradiesvögel
„Lieber Regenwald,
du musst jetzt ganz tapfer sein. Deine Schirmherrin
kann zwar jede Menge Bücher verkaufen, aber verdient
nicht genug, um für die Rettung einer der
wertvollsten Regionen der Welt die fehlenden 164 Euro
aufzubringen...“
Gute Eigen-PR sieht anders aus.
Invers Reisen
Auch wenn das Projekt „Wien“ äußerst
reizvoll war: Es mangelte mir am nötigen Können in
der Handhabung inverser Zeit. Und so musste ich auf
das wundersame Erlebnis eines Rückflugs vor Ankunft
leider verzichten. Wie schade.



















