2010

Sparpakete

Datenbankpflege und Doublettenabgleich sind eine hohe Kunst, die nicht immer so gelingt, wie sich das der Theoretiker vorstellt. Und so kommt es vor, dass der geneigte Kunde in Zeiten der kostengünstigen E-Mail gleich doppelt bedacht wird mit Angeboten - die auch doppelt bepreist sind:

nuance99


nuance49


Da fällt die Entscheidung wirklich schwer. Nicht so sehr zwischen den angebotenen Update-Optionen. Wohl aber bei der Frage, ob und in welchem Maße das anbietende Unternehmen als professionell zu betrachten ist.



meinJOUNGSTERvz

Sind Sie auch schon verwebzwonullt? Mit Twitteraccount und facebookprofil und xingkontakten und meinvzfreundeskreis? Das ist fein. Aber sind sie ganz sicher nicht zu alt? MeinVZ nämlich prüft das sehr genau:


Bildschirmfoto 2010-08-28 um 12.22.06



Also: Nicht mogeln, wenn Sie mal wieder im Buzzwordmainstream mit schwimmen wollen. Jedenfalls nicht all zu dolle...


Help!

Help!

Sie kennen ihn gewiss auch, den unausweichlichen Ruf Paul Mc Cartneys auf einer dieser alten Beatles-LPs. Und auch den unausweichlichen Ruf Ihres Selbst angesichts eines neuen, unerwarteten Computerproblems ist Ihnen sicher bestens bekannt. Aber kennen Sie auch die Symbiose aus beidem?

Die Programmierer von iSquint haben zusammengefügt, was zusammen gehört, und zwar in dem Hilfe-Menü Ihres Programms:


HELP - ausschnitt



Hoffentlich ist diese Verwertung geistigen Eigentums Dritter nicht ein Copyright-Verstoß, dann das würde bei einem Beatlessong gewiss teurer als die Shareware erlaubt.



Service

Haben Sie schon mal ein Paket aufgegeben? Wohl gar in einem dieser drolligen Post-Kioske, die zunehmend überall aus dem Boden schießen? Es ist zum Schießen, möchte man meinen. Aber manchmal, da ist es nicht einmal zum Lachen. Wäre da nicht die Situationskomik.

Gerade komme ich von so einem Situationskomiker. Er betreibt einen kleinen SchreibwarenLottoZeitschriftenPostannahmestelle-Laden, den er mit mit noch kleineren Plakaten dekoriert hat, die seine „Stimmungsdisko - Musik für jede Feier“ bewerben. Überlebenskampf statt Hartz IV ist kaum anschaulicher zu dokumentieren.

Der angegraute Endvierziger mit Beatnickfrisur nahm heute für mich ein Paket entgegen. Auslandsversand. Er klebte und scannte und kassierte. Und dann machte ich den Fehler, zu fragen: „Geht das eigentlich per Luftpost?“

Nein, ging es nicht. Sollte es aber. Blöder Fehler. „Können wir die Luftpost nach buchen?“, fragte ich. Zweiter blöder Fehler, denn das ging natürlich auch nicht. Stattdessen erntete ich die Aussage. „Da kann ich jetzt nichts mehr machen.“ Aha. Und – dritte blöder Fehler – das sah ich nicht ein.

Hätte ich aber besser sollen. Denn jetzt drehte die Stimmungsdisko von Peter Kraus dem hartzigen gleich richtig auf. „Sie haben mir nicht gesagt, dass sie das per Luftpost verschicken wollen“, ranzte es von hinter dem Tresen. Und legte nach: „Sie haben ja sogar noch gefragt, wie lange es braucht, das Paket.“

„Gefragt habe ich, nachdem ich bezahlt habe. Allerdings hätten Sie auch fragen können, wie ich versenden möchte, schließlich bieten Sie hier einen Service an...“ – weiter kam ich nicht, denn Meister Hitzig brüllte mir quer durch den Satz: „Ich biete hier gar nichts an!“

Dem ist nicht zu widersprechen.



Scharlatane

Ich bin entlarvt! ich bin ein Scharlatan (Duden: Schạr | la | tan, der; -s, -e (Schwindler, der bestimmte Fähigkeiten vortäuscht). Erfahren habe ich das aus einer E-Mail, genauer gesagt aus dieser E-Mail:


Scharlatane


Interessant finde ich allerdings die Zusammenstellung:

„Harry Hirsch“ - der rasende Reporter von Otto ist gewiss nicht da zu verorten, wo sich Wortgruppen finden wie

„Ehre und Stolz“ - solches Vokabular gehört in Ecken, in denen ich gewiss nicht beheimatet bin.

„oberflächliche-dienst.leistungen“ - ist freundlich interpretiert eine interessante Variation des allgemeingebräuchlichen Schriftdeutschs

„Ängstliche -schäfchen“ - ist noch so ein orthographisches Schmankerl

Und in Summe?

Ist das eine auf Provokation getrimmte Spam-Mail, die im ungünstigsten Fall in ihren Gifs irgendwelchen Code integriert hat, der aus „Ängstliche -schäfchen“ nach ihrem Doppelklick „dumme Schäfchen“ macht.



Menschenfreundliche Elektrohelferlein

Dass man mit mir rechnen kann, ist sicher dem einen oder anderen schon aufgefallen (s.u.). Und wie das Leben so spielt, findet sich schon wieder ein fantastisches Beispiel mustergültig-subversiver Logik vor meinen Augen ein:


Verkürztverlängert


Ich liebe Computer, die mir zeigen, dass ich auch als älterer Mensch doch noch nicht völlig auf das Abstellgleis gehöre, wenn ich nur die Augen offen halte. Und Sie?



Starrer Stand-Art

Wer sein Unternehmen liebt, der wirbt. Der verfasst Text und plaudert über alle Kanäle munter wie Gunter. Natürlich plaudert er auch mit seiner Agentur, wenn sie eine Website erstellt. Und damit die Deppen von Werbefuzzis nicht aus Dödeligkeit irgendwelche Texte ändern, schicken wir unsere heroische Selbstdarstellung selbsteredend als PDF. Dann machen die Webvögel bloß kurz Copy& Paste, und schon ist alles in Butter:


Standard-lösungen



Das nächste Mal sollte allerdings jemand daran denken, die automatische Silbentrennung auszuschalten. Sonst sorgt die Umsicht des Verfassers für ungewollte Aussagestärke.

(PS: Es heißt übrigens auch nicht Stand-Art-Lösung. Und Stand-up war das mit der Comedy ;-)



Falscher Ansatz

Es gibt Menschen, die auch im Guten nur das Schlechte erreichen. Beispiel gefällig?


Fuer_Afrika



Was mir dazu noch einfällt? So viel, dass ich der Lesefreundlichkeit Halber besser schreibe: „No comment (weil selbsterklärend)!“



Passwort Assofuck

Da sag noch mal einer, Computer hätten kein Eigenleben. Sie haben, und manchmal kann es sogar recht rüde sein. Wie hier zum Beispiel:


pwd_assofuck




Ich frage mich nur, woher mich dieser wildfremde Server so gut kannte...?




Spammeister

Da ist man kurz mal weg, und was passiert?


1000fach Spam



Zeit, den Postfilter neu zu justieren...



Mit uns können Sie zählen...

Es sind die kleinen Unaufmerksamkeiten, die das leben lebenswert machen. Und die einem zeigen, dass man doch noch nicht so blöde ist, wie einem missliebige Zeitgenossen gerne mal glauben machen wollen. Glauben Sie nicht? Machen Sie den Test:


aus 4 mach 5



Na? Und schon schmunzelt es sich wieder ein bisschen leichter, gell?