Domina

Der Alltag eines Journalisten ist geprägt von mannigfaltigen Eindrücken, die das Leben bereichern, den Humor herausfordern oder einfach einfach einfach sind. Manchmal zwingen sie aber auch, selbst zu urteilen:

USB_Domina_rot_Laptop
Eindringlich: Domina, Herrin der Bits.

Domina heißt dieser neue USB-Stick, den es in den Farbvarianten Erdbeer/Klavierlack, Haut/Unschuld und Finster/Engelweiß gibt. Gefertigt aus glänzendem Gummi, läßt sich die Königin der Qualen jederzeit genüsslich und beliebig lange an ihrem eigenen Bändchen aufhängen. Falls man sie nicht lieber irgendwo hinsteckt: In die Hose. In die Tasche. In den PC.

Womit wir wieder beim Thema wären: Schließlich sind Dominas gummierte Tanten mit Peitsche, die maximal eben jene Peitsche ihrem gepeinigten Liebesbedienten ins Rektrum applizieren. Falls Sie überhaupt irgendwas stecken. Und so führt dieses Memorandum an die Kulturgeschichte der Prostitution lattenglatt zu der Frage: Ist der PC ein Arsch?

(Und falls nicht: Ist der Designer eine Dummina?)

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Handy Man

Eine Gastwirtschaft zeichnet sich durch Gäste aus. Und damit die bleiben, gönnt man Ihnen zwei Bier und einfach Service. Sollte man denken. Stimmt aber nicht immer:

Wenn man sich an Orten wie einem Zoo aufhält, an denen die Gastwirtschaft wegen der Abgeschlossenheit des Systems Exklusivrechte genießt, ist es mit dem Genuss des Gastes gelegentlich vorbei. Und mit seiner Sicherheit.

Zum Beispiel bei zerschlagenem Glas auf dem Boden. Macht nichts. Auch wenn Kinder barfuß um die Tische tollen. Können die Leute ja aufpassen auf ihre Göhren. Jedenfalls die ersten 10 Minuten. Dann sammelt ein junges Fräulein die großen Scherben ein. Die kleinen? Bleiben liegen.

Noch 10 Minuten später kommt ein junger Kellner, den Nachbartisch mit der glänzenden Umrahmung abzuräumen.

_ Vater: Könnten Sie bitte die restlichen Scherben beseitigen?
_ Kellner: Leider nein, das ist Aufgabe der Putzkolonne.
_ Vater: Nur damit ich das richtig verstehe, Sie sind nicht in der Lage, eigenhändig einen Handfeger korrekt zu bedienen?
_ Kellern: Natürlich kann ich das.
_ Vater: Na, dann besteht ja doch Hoffnung...

Der Kellner schickte das junge Fräulein. Trinkgeld erhielt sie an diesem Tag doppelt. Denn hätte sie nicht gefegt, wäre von der Gastwirtschaft nur noch das Ende übrig geblieben, als Stoßseufzer: Eine Wirtschaft...

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Ey, Sie, ey!

Das super total krass coole Beispiel für fette Zielgruppen-Kommunikation kriegte ich jetzt in die Mailbox gespült:

2006:08:02 00.38.38
Besser: So nie, Eriks Sohn.

Dächer sind nicht nur für Gärten geeignet, titelte die Werbeagentur. Und dann:

"Vergessen Sie Sand, vergessen Sie Gras – in diesem Jahr geht die heißestes Tennisaction auf dem glühenden Teer über den Dächern der Stadt ab. Unglaubliche Ballwechsel erwarten Sie, totale Blindgänger werden zu unerreichbaren Returns..."

Echt großes Tennis, Jungs! Nur:

Wen meint ihr eigentlich? Die "Sie"s dieser Welt, die man besser nicht mit "boah, ey" anredet? Oder die "Du"s, die durch die Welt hip-hoppen und glauben, alle Texte, die sie mit "Sie" anreden, sind vom Finanzamt oder von der Polizei? Oder meint ihr eure Auftraggeber, die jenseits der 60 noch mal unbedingt was mit Zeitgeist haben wollten?

Das jedenfalls hat geklappt: Unglaubliche Verwechsel! Sagenhafte Rebounds! Unerreichbar totale Blindgänger.

Da möchte man das Gras lieber doch nicht vergessen...

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Bloß nie vorbereiten!

Ich sage Ihnen: Wenn Sie zu Kunden gehen, bloß nie vorbereiten! Kostet Zeit und bringt nix. Glauben Sie nicht?

Dann erzähl ich jetzt eine Anekdote aus dem wahren Warenleben:

Ein Kunde fragt durch beauftragte Mitarbeiter eine Dienstleistung für ein Unternehmen an. Man plaudert im Vorfeld, findet einen Termin, der PR-Berater recherchiert und bereitet einiges vor, kommt zum vereinbarten Termin – und der Chef kommt zu spät.

Nach seinem Erscheinen überrascht er alle Anwendenden mit der Mitteilung, dass die Arbeiten, für die man 400 km durch die Republik gereist ist, bereits anderweitig vergeben seinen. Die Mienen der Mitarbeiter changieren zwischen Überraschung, Verwunderung, Verwünschen und Entsetzen. Der PR'ler lächelt. Außen.

Als Ersatz schlägt Cheffe vor, dass die PR aufgestockt um ein Marketingkonzept und sämtliche Aktivitäten drumherum für ein neues Unternehmen i.G. zu machen wäre. Allerdings müsse es in 10 Tagen fertig sein.

Nochmal allerdings sei auch die als Honorar grob kalkulierte Mannwoche – formal 5 Tage á 7 Stunden, faktisch 5 Tage á 47 Stunden – zu teuer. Denn nehme er die
Summe mal vier, verdiene der PR'ler im Monat mehr als er.

Nach diesem prägnanten Ausdruck der Wertschätzung qualifizierter Facharbeit unter massivem Zeitdruck waren die Optionen klar:

1. Der PR'ler macht den Job, weil er Geld braucht.
oder
2. Der PR'ler macht den Job, weil das Unternehmen interessant ist.
oder
3. Der PR'ler macht den Job, weil das Projekt in wirklich jeder Hinsicht eine Herausforderung ist.

Das könnte stimmen. Wäre da nicht Option 4:

Fuck the Taschengeld.

(Der PR'ler macht einen anderen Job. Professionell zu arbeiten macht einfach mehr Spaß.)

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