e-plus im Minus

Geld sparen ist toll. Das haben sich auch die Marketingfüchse bei e-plus gedacht und meiner jüngsten Telefonrechnung ein Infoblatt beigelegt, das geringere Roaminggebühren verheißt, falls ich ins Ausland verreise. Das Angebot gilt sogar schon von sehr früh im Juli bis spät in den September. Hurra!

Doch nicht?

Leider endet die Info hier nicht. Stattdessen erfährt man: Um in den Genuss des Services zu kommen, ist eine vorherige Anmeldung notwendig.

Nicht doch!

Ende des Montas die Info zu versenden, dass man seit Anfang des Monats Geld sparen kann, wenn man sich vorher dafür anmeldet, ist wenig lauter. Und auch wenn mir noch 6 Wochen bleiben: 4 sind schon im Off verpufft. Und meine gute Anfangslaune auch.

Bei wie vielen Kunden noch?

e-plus_Sommerspecial
Sonnige Aussichten - aber nur bis zum blauen Kasten.
|

Tante Emma

Es gibt Momente, die erhellen einem der Tag mit äußerst befruchtenden Weisheiten. Jüngst beispielsweise las ich in einer Fachpublikation, dass der Erfolg der Tante Emma Läden insbesondere darin begründet lag, dass es eine hohe Kundenkenntnis gab und daher ein präziser, punktgenauer Service geboten werden konnte. Das hatte ich auch schon bemerkt:

Sonnabends morgens, wenn ich es mit Mühe und Not so gegen 8 aus dem Bett geschafft hatte, war die Schlage vor Tante Emma schon wieder sommerurlaubautobahnstaulang. Die Stadt musste jährlich zwei Mal die Gehwegplatten wegen Verschleisses austauschen.

Drinnen im Geschäft herrschte die angenehme Wärme eines Saunariums. Die schlohweisse Tante Emma huschte hinter ihrer Theke emsig hin und her und befragt zur Ergründung der regulären Kundenwünsche einfach ihr Memoriervermögen. Den Rest las sie dem Kunden aus der Hand.

Diese wankten nach erfolgreichem Beutezug mit Tüten und Taschen schwer bepackt aus dem kleinen Laden, der infolge des immensen Erfolges seiner Marketingstrategie massiv expandieren konnte.

Die glückliche Lage der sich sukzessive etablierenden Marktdominanz ermöglichte es Tante Emma immer öfter, die Preise massiv zu senken. Das Resultat:

Tante Emma ist infolge der immer längeren Wege hinter ihrer Theke heute hagelspargeldürr.

Die Stadt hat gestern begonnen, die Fahrstreifen vor unserem Haus zu verbreitern, damit noch mehr Kunden ungehindert zu Tante Emma gelangen.

Und Tante Emma hat unser Haus gekauft und wird es demnächst abreissen lassen. Für weitere Parkplätze. Denn:

Die Parkhäuser auf der grünen Wiese sind zu lange schon brechend voll.
|

Zwischen den Zeilen

Wer nicht wieder kommen will, schreibt ins Gästebuch nur Gutes, heißt es. Wer danach liest: "Die Polster der Stühle im Empfang hatten ein ansprechendes Muster", weiß bescheid.

Die Polstermuster führen uns direkt in das Zentrum einer Binsenweisheit: Interessant an jedem Lob und jedem positiven Statement ist vor allem das, was nicht erwähnt wird. Das wird um so spannender, je elitärer und kultivierter sich der Kritiker gibt. Und je englischer oder fernöstlischer er ist.

Denn in manchen Ländern ist es – anders als in Deutschland – Sitte, sein Gegenüber mit einer Kritik nicht direkt zu beleidigen.

Stattdessen verbergen sich die Minuspunkte hinter vorgeblichen Plus-Zeichen. Das fordert ultimative Aufmerksamkeit von jedem Zuhörer. Und heißt in Wahrheit übersetzt:

Politeness often is a lie in disguise.
|

Weitraumkommunikation

Mancher kommt im Umkehrschluss von René Descartes Cogito, ergo sum zu der Überzeugung Non meum audio, ergo mortuus sum*. Kann man glauben. Geht aber viel schlimmer.

Dem Phänomen der Dauerbeschallung weit überlegen ist die Unsitte der Weitraumkommunikation, vulgo: Gebrüll.

Zumal mit Mikro in der Hand, kennt mancher keine Bremse mehr: SONDERANGEOT, NUR HIER, NUR HEUTE, NUR FÜR SIE, NEU EIN EUROOO, schallt es dachabdeckend aus mannshohen Lautsprecherstapeln, die wie Straßensperren um einen wackeligen, mit Billiguhren, Wegwerfschmuck und Ruckzuckallessauber-Schwämmchen überfüllten Klapptisch gruppiert sind.

Wer kauft?

Kaum einer. Denn die Schallwellen pumpen die Massen zurück und hertzen gereiftes Kundenpotenzial an den Rand des Infarkts. Fährt doch der Lautsprecher nur selten seine Phon herunter, um einem von der vorbeidrängenden Masse an den Tisch Gepressten die Intimität eines persönlichen Verkaufsgesprächs zu gönnen.

Lieber lässt er im Bewusstsein seines aussichtslosen Tuns das Mikro an Mann und bejubelt seine Ausleg-Ware non-stop mit Banalfloskeln im Überschall. Doch für alles gibt es die Quittung. Hier:

Viel Dummheit belohnt eine Pleite.


---------------
*Cogito, erso sum. – Ich denke, also bin ich.
Non meum audio, ergo mortuus sum. – Ich höre mich nicht, also bin ich tot.
|

My CI - immer dabei!

Wer seine Firma liebt, schenkt ihr eine Corporate Identity. Mit der kann man allerlei anfangen: Briefköpfe gestalten, Autos erkennbar machen, Schaufenster vereinheitlichen, Produkte kennzeichnen oder Anzeigen charakterisieren.

Man kann damit sogar an Orten werben, an denen das eigentlich nicht vorgesehen ist. Wie ein hiesiger Unternehmer:

Fiene_Grabstein_2
Zusatz-Botschaft: Die Firma ist alles. Der einzelne nichts.
|

Wissen ist käuflich

Wissen ist käuflich. Das wissen wir. Und manchmal finden wir es sogar plakatiert. Zum Beispiel durch Kultusministerien:

Wissen ist käuflich_Englisch
Nichts riskiert: Ads on the rod (so ungefähr)

Lieber Autor,
eigene Schulbücher wirken schneller. Das stimmt. Aber nur, wenn man in die Dinger auch mal reinschaut! Das hat hier wohl jemand versäumt. Er hat nicht mal AUF sein Buch geschaut. Und auch nicht auf die Bücher seiner Klassenkameraden. Dann wäre ihm aufgefallen, dass Englisch lernen bei Englisch-Büchern immer schon ganz weit vorne anfängt: Auf dem Umschlag. Da nämlich steht bei Englisch-Büchern "English".

Was lernen wir daraus?

Wissen ist käuflich. Aber nicht billig.
|

Supertotalwichtig, Hey!

Zielgruppen-desorientierte Drückerkolonnen gibt es nicht nur an der Haustür. Die Gattung wirrwuseliger Verkaufswichtel findet sich auch hellichten Tags in der Fußgängerzone, bewaffnet mit Tapeziertisch, farbigem Kopierpapier und einer schier überbordenden Menge positiver Energie. Besonders engagierte Exemplare sind weiblich, um die 20, tragen Brille und widmen ihr Leben – dem Tierschutz!

"HALT! Es ist TOTAL WICHTIG!" Plötzlich steht eine Mischung aus Hampel- und Ampelmännchen vor uns, mit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln im Gesicht, als sei es mit zwei Angelhaken geliftet. Das Kind – völlig konsterniert: "Was macht die Tante da?" Ich, noch dabei, mein Gleichgewicht wieder zu finden: "Erstaunlich laut im Weg stehen."

Kurzer Schwenk nach rechts und wir haben die Dame umrundet. Haben wir gedacht. Da fliegt schon ihr schwarzes T-Shirt an uns vorüber, bremst uns erneut aus und sagt: "Halt! Hier ist eine Freikarte für das Kind!" Das Kind ist wenig interessiert, trotz oranger Farbe des Zettels, der eifrig vor seinem Gesicht auf und ab flattert. Denn links vom Kind steht ein Straßenmusiker, und der macht viel tollere Geräusche als die engagierte Tierretterin.

"Na, nun nehmen Sie doch", fordert Fräulein Vogelschutz & Co. Aber der Papa findet sein Kind viel toller, das den tollen Straßenmusiker toll findet. Derweil erläutert die junge Dame diverses, besonders aber, dass wir das beworbene Tierschutzzentrum doch mal besuchen sollen. Tiere seien echt prima. Prima Argument in einer Stadt mit dem größten Zoo weit und breit. Und:

"Wie glaubhaft ist ein Natruschutzzentrum, wenn es nur mit dem Auto erreichbar ist?" - Ja, man könne die Tiere doch nicht in der Stadt ansiedeln! Außerdem seien da Wanderwege der Tiere zu berücksichtigen. Derweil das Kind einen Euro in den Kasten des Musikers geworfen hat. "Und wenn Sie uns auch mal ab und zu unterstützten könnten, wäre das besonders toll", fröhlicht die Sprachflötistin. Dann rauscht sie endlich ab.

Und das Kind? Guckt den orangen Zettel an, schiebt ihn zurück zu Papa und sagt: "Darf ich ein Eis?"

|

Klar illustriert

Für Klarheit zu sorgen , ist eine der hohen Aufgaben des Journalismusses. Dazu brauchts nicht zwingend ein akribisch recherchiertes Watergate. Dazu bedarf es manchmal nur einer guten Illustration, um den Betrachter auf einen Blick in's Bild zu setzen. Und das geht so:

treffender titel

Perfekt gemacht: Ein Bild sagt mehr mit kleinen Wörtern.


Schwer zu lesen? Das gebe ich zu. Was da steht – und so klein steht es da sehr gut – ist:
"Die große Gesundheitsreform".

Zugegeben, die Darstellung ist ein Kommentar. Doch ist ein Kommentar eine Denkanregung. Und diese hier ist kaum zu schlagen. So klar fassbar zu sein, kann auch bei Marketing und Werbung helfen. Nur muss es mal einer tun...
|

Sie und Er

Deutsche Sprache - schwere Sprache. Das gilt besonders für Ausländer. And here besonders für Spammer.

Mir und mich verwexlich nich. Das kriegen die Jungs noch hin.
Bei Sie und Er jedoch wird's schwer. Beispiel gefällig?

Tina seine Liebe
Klarer Fall: Hier gibts dem Tina seine Liebe vom seim Leben.

Ein Fall nischt nur fuer die Sprackdoktor. Warum?

_ Weil A (Sprachdoktor) hier Herr Mr. Tina als unentschiedener Liebeswegweiser durch die Grammatik irrlichtert.
_ Weil B (Regelbiologiedoktor) seine Liebe = vernachlaessigte Hausfrauen ist. Und einsame Ehefrauen, too. Well, Mr. Tina, go ahead.
_ Weil C (Logikdoktor) die Ehefrauen einsam sind, weil deren Maenner viel unterwegs sind oder einfach nur mit heissen Singles aus meiner Umgebung flirten. Wenn die Muttis so oll sind, täte ich das wohl auch lieber.

Conclusion: Boyz! If you really want to convince, leave the failures out!
|

Wörter = Taten (missraten)

Sprache ist die Materialisierung des Phänomens, bei dem alle glauben, indem sie die selben Wörter verwenden, beschrieben sie die selben Inhalte und seien der selben Meinung, um bei der Präsentation des Endergebnisses festzustellen, dass permanent über zwei ganz unterschiedliche Dinge gesprochen wurde.

Nanu?

Nicht umsonst mussten wir schon in der Schule Beschreibungen anfertigen, die anderen dabei helfen sollten, einen Fahrradreifen zu reparieren. Kaum eine Beschreibung konnte der Lehrer nachvollziehen. Zwar kann ich hier nicht sein technisches Grundvermögen evaluieren, denn dazu mangelt es an Platz. Sicher aber ist: Ein Videocast hätte ihm eher geholfen.

So auch im wirklichen Leben:

1. Zeige, was du meinst, dann kriegst du, was du willst.

Und für PR-Treibende, Werbefachleute, Designer und andere Berufskreative gilt ferner:

2. Frage, was du weißt, dann weißt du, dass du irrst.
3. Frage, was du nicht weißt, dann lernst du, was du wissen musst.

Anschließend fertige von allen Ergebnissen einen Dummy. Der Klang dieses Wortes verbindet bei der Präsentation dann Produkt und Produzenten. Woraus sich wie von selbst der weiterhin gültige Merksatz destilliert:

Sprache ist das zuverlässigste Medium zur Übermittlung von Missverständnissen.

PR_fuer_Dummies
Titel-Geschichte: Macht auch umgekehrt Sinn. (Link zum Buch)
|

Farlander Far From Landing

Recently I enjoyed testing a couple of bulk mailers. While doing that, I came across a first class comment on Version-Tracker. Some person called Farlander wrote:

"Am I missing something, or spamming software is now a cool thing?
From everything I see in the description, sounds like a great tool for spamming. How sad to see that mac os x is used by scu... oops, sorry - I mean, spammers : ( "

Isn't he a real hero? Flaming for the white and innocent image of all slightly bitten jummy data machines in the orbit. Didn't I had to comment on that?

"What a bullshit, sorry for writing that.
I assume, you are neither a professional business person, nor are you trying to think in their terms.
Sending out 15 mails to customers by copy&paste takes at least 5 times more time than using a professional bulk mailer. Not thinking about incidental errors by not changing company names or other personal identifiers : (
Plus: The fact, that you CAN use something for a bad purpose, doesn't neccessarily mean, that you HAVE TO use it for that purpose. Or do you break into supermarkets once a week by smashing their front doors with your car?"

Farlander didn't repy.
I wounder why...

(Maybe not used to bad language...)

Version Tracker
Also a tool for enlightment: VT.
|

Geld ist nichts wert

Wenn's ums Sparen geht, sind Kunden extrem erfinderisch:

"Sie sind zu teuer", sagen sie dann. Oder:
"Die Konkurrenz ist billiger." Oder:
"Das zahl ich nicht."

Dann halt nicht.

Wollte ich meine Leistung verschenken, hätte ich ein PR-Auto-Service-Portal programmiert und wäre dann nach Einsiedel gegangen.

Bin ich aber nicht.

Stattdessen bin ich hier und gebe Rabatte: Auf Abnahmemengen. Auf Zahlweisen. Auf Freundlichkeit. Und wenn dann immer noch einer jammert:

Reicht nicht!

Dann verschenke ich noch ein bisschen Zeit obendrauf. Warum Zeit? Kaufen können Sie die nicht.

Jedenfalls meine nicht.
|

Nix zu tun

Seien wir doch mal ehrlich: Deutschland ist keine Servicewüste. Niemals.

Wenn ich heute eine E-Mail verschicke, akzeptiere ich gerne Wartezeiten von drei Tagen. Das ist das Minimum.

Warum?

Stellen Sie sich vor, Sie schreiben jemandem - und der antwortet sofort. Was werden Sie denken? Toller Service?

Quatsch.

"Nix zu tun, der Sack", werden Sie denken. Und zur Konkurrenz wechseln.

Wir sind doch nicht blöd. Auch wenn mal wieder komplett tote Hose ist in dem Laden - drei Tage warten ist Minimum. Denn dann akzeptieren wir auch die sauhohen Preise. Sind ja laufend ausgebucht da.

Nicht?
|

Dürfte ich mal?

Das schöne an Online-Shops ist, dass man jederzeit und allerorten schöne Dinge kaufen kann. Besonders schön geht das, wenn man eine Kredikarte besitzt, denn dann erledigt sich der Bezahlvorgang von selbst. Toll.

Toll sind auch Apple Macs. Und das schöne an neuen Macs ist, dass sie "build to order" sind - also erst nach der Bestellung gebaut werden. Dumm nur, wenn das Modell gerade auf den Markt gekommen ist. Dann kann die Auslieferung dauern.

Macht nichts.

Ein guter Online-Shop informiert den Kunden ja gerne:
_
JA, man habe die Bestellung engegen genommen.
_
JA, man wisse, dass ein Gerät auf diesen Namen bestellt sei.
_
JA, das Gerät werde in den kommenden Tagen gefertigt.
_
JA, das Gerät sei schon gefertigt.
_
NEIN, zuerst würden die Shops des Herstellers beliefert, NEIN, dann würden Dedicated Partner Shops beliefert, NEIN, es könne wirklich nicht mehr lange dauern, NEIN, drei Monate seien wirklich keine lange Zeit, NEIN, das Gerät sei fast schon da, NEIN, nicht morgen, NEIN, in drei Wochen.

Seit drei Wochen allerdings hat sich der Mac schon bezahlt gemacht: Durch Belastung der Kreditkarte. Ein Geschäftsmodell nach meinem Geschmack:

Bestellung annehmen, inkassieren und dann – mal sehen.

Also führe ich das ab sofort auch für meine Kundenbeziehungen ein und fordere Sie auf: Teilen Sie mir ihre Kreditkartennummer mit!

Ich belaste Ihr Konto dann mit den üblichen Summen, da wir sicher irgendwann zusammen arbeiten. Und Sie brauchen in diesem Fall nicht mal bestellen:

Gute PR braucht selbstverständlich jeder.

Visa-Karte
Die Welt steht Kopf mit ... - Kreditkarten.
|