Okt 2006
Hohnorar
Montag/30/Oktober 2006 Abgelegt in:Selbst-Gespräche
Journalismus
– lehrt der Trip in die Abstecherwelt –
ist eine drollige Veranstaltung. Aufträge kommen on
demand und meist kurz vor Mitternacht, Ergebnisse
sind tags darauf gegen 12 zu liefern und das
dreizehnseitig, mit Tabellen, Schaubildern und 35
Quellen minimal. Das macht Spaß.
Besonders, wenn das Ergebnis von den Redakteuren gut geheißen wird, sie es in das Blatt übernehmen und dazwischen im Stehsatz lagern. Schließlich kommt dann eines Tages der Tag, an dem das Tippwerk durch den Satz läuft und somit in die Ladenauslagen rotiert. Und dann?
Nichts. Keiner erwartet eine Rechnung. Könnte man denken, denn weder kommt ein Belegexemplar noch sagt einer sonstwie Bescheid. Schließlich gilt die alte Gewohnheitsregel: Ein Text wird erst bezahlt, wenn er gedruckt ist. Und um ihn in Rechnung stellen zu können, muss der Autor ihn erstmal finden...
Werkvertrag? Ausfallhonorar? Großes Gelächter. "Herr Schreiber, aber doch nich so'n Modekram bei uns doch nicht, jaah, das war doch schon immer so, jaja, nee, das gibs nich hier."
Immerhin, wenn man nach einer Zufallsdezennie doch noch mitbekommt, dass da mal was war, wird es gelitten, dass sich die Arbeit schließlich doch in Zahlen presst: Geforderte Textemenge : einmal um die Hälfte kürzen x 1,50 Euro pro Seite macht: 13 Euro 10.
Zugegeben, meist ist es etwas mehr. Aber gemessen an der Arbeit und den Rahmenbedingungen bleibt es weiterhin bloß ein Hohn-oh-rar.
PS: Lieber Ulrich, David, Siggi, Thomas und Mehmet, euch meine ich ausdrücklich nicht!
Besonders, wenn das Ergebnis von den Redakteuren gut geheißen wird, sie es in das Blatt übernehmen und dazwischen im Stehsatz lagern. Schließlich kommt dann eines Tages der Tag, an dem das Tippwerk durch den Satz läuft und somit in die Ladenauslagen rotiert. Und dann?
Nichts. Keiner erwartet eine Rechnung. Könnte man denken, denn weder kommt ein Belegexemplar noch sagt einer sonstwie Bescheid. Schließlich gilt die alte Gewohnheitsregel: Ein Text wird erst bezahlt, wenn er gedruckt ist. Und um ihn in Rechnung stellen zu können, muss der Autor ihn erstmal finden...
Werkvertrag? Ausfallhonorar? Großes Gelächter. "Herr Schreiber, aber doch nich so'n Modekram bei uns doch nicht, jaah, das war doch schon immer so, jaja, nee, das gibs nich hier."
Immerhin, wenn man nach einer Zufallsdezennie doch noch mitbekommt, dass da mal was war, wird es gelitten, dass sich die Arbeit schließlich doch in Zahlen presst: Geforderte Textemenge : einmal um die Hälfte kürzen x 1,50 Euro pro Seite macht: 13 Euro 10.
Zugegeben, meist ist es etwas mehr. Aber gemessen an der Arbeit und den Rahmenbedingungen bleibt es weiterhin bloß ein Hohn-oh-rar.
PS: Lieber Ulrich, David, Siggi, Thomas und Mehmet, euch meine ich ausdrücklich nicht!
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Donnerstag/26/Oktober 2006 Abgelegt in:Auch mal
machen
Was meint
Crealog? Kreativ? Logo!
Könnte man denken. Ist manchmal auch so. Zum Beispiel gerade jetzt: Da hat das Softwarehaus doch glatt auf einer Messe Kuchen verteilt. Als Backmischung im Karton. Blöde Idee?
Denkste. Das "Crealog Meisterstück" ist "Echt wie Crealog: Ganz ohne Konservierungsstoffe." Behauptet jedenfalls die Vorderseite. Auf der Rückseite steht – mit Einschränkung gleichfalls kreativ – die Montageanleitung für die Biskuittorte mit Mohn, Marzipan und Sachnefüllung. Lecker?
Wenn man Backmischungen mag, sicher. Aber auch, wenn man Texte mag: Denn die Crea-tiven haben den Aufbau des Selfmade Gebäcks als Analogie zu ihren eigenen Produkten beschrieben. Zum reinbeißen.

P.S. Falls auch Sie Ihre Firmentorte haben möchten, gehen Sie gleich zu www.kathi.de - die haben das Backwerk verzapft.
Könnte man denken. Ist manchmal auch so. Zum Beispiel gerade jetzt: Da hat das Softwarehaus doch glatt auf einer Messe Kuchen verteilt. Als Backmischung im Karton. Blöde Idee?
Denkste. Das "Crealog Meisterstück" ist "Echt wie Crealog: Ganz ohne Konservierungsstoffe." Behauptet jedenfalls die Vorderseite. Auf der Rückseite steht – mit Einschränkung gleichfalls kreativ – die Montageanleitung für die Biskuittorte mit Mohn, Marzipan und Sachnefüllung. Lecker?
Wenn man Backmischungen mag, sicher. Aber auch, wenn man Texte mag: Denn die Crea-tiven haben den Aufbau des Selfmade Gebäcks als Analogie zu ihren eigenen Produkten beschrieben. Zum reinbeißen.

P.S. Falls auch Sie Ihre Firmentorte haben möchten, gehen Sie gleich zu www.kathi.de - die haben das Backwerk verzapft.
Rechnung offen?
Freitag/13/Oktober 2006 Abgelegt in:Auch mal
machen
Kunden* sind
liebende Menschen: Sie lieben den Service, den man
bietet. Lieben es, wenn Eilaufträge weit vor Termin
fertig sind. Lieben es als selbstverständlich, dass
Expressaufschläge entfallen. Und lieben es, wenn Sie
Preise in den Keller diskutieren können.
Wenn Sie all das bekommen, sind Kunden liebende Menschen. Sie sind sogar liebe Menschen. Bis eine Rechnung überfällig wird.
Natürlich verschickt der kundenbindungsbewusste Unternehmer nicht gleich eine Mahnung. Er fragt lieber persönlich nach, denn direkte Kommunikation fördert den Erkenntnisgewinn. Hier ein paar Auszüge:
> Wenn die Rechnung überfällig ist, dann bekommen Sie ihr Geld in 10 Tagen.
> Nach 21 Tagen zahlen meine Kunden, dann bezahl ich auch meine Rechnungen
> Teilweise lassen die Kunden mich drei Monate warte, und da muss ich auch nett sein.
> Lassen Sie mich mit dem Scheiss in Ruhe.
> Die paar Euro Verzugszinsen - das ist mir doch egal.
> Dass jemand so rumjammert habe ich auch noch nicht erlebt
> Das Gespräch fing so nett an. Aber jetzt verderben Sie mir die Laune.
Ich bitte um Verzeihung. Das war nicht mein Ansinnen. Natürlich sollen Sie Ihre gute Laune behalten dürfen.
(Ihren nächsten Auftrag übrigens auch.)
* Die weit überwiegende Zahl meiner Kunden ist übrigens sehr nett. Manche möchten aber offenbar mit der Brechstange erreichen, allein sein zu dürfen. Dem will ich nicht im Weg stehen.
Wenn Sie all das bekommen, sind Kunden liebende Menschen. Sie sind sogar liebe Menschen. Bis eine Rechnung überfällig wird.
Natürlich verschickt der kundenbindungsbewusste Unternehmer nicht gleich eine Mahnung. Er fragt lieber persönlich nach, denn direkte Kommunikation fördert den Erkenntnisgewinn. Hier ein paar Auszüge:
> Wenn die Rechnung überfällig ist, dann bekommen Sie ihr Geld in 10 Tagen.
> Nach 21 Tagen zahlen meine Kunden, dann bezahl ich auch meine Rechnungen
> Teilweise lassen die Kunden mich drei Monate warte, und da muss ich auch nett sein.
> Lassen Sie mich mit dem Scheiss in Ruhe.
> Die paar Euro Verzugszinsen - das ist mir doch egal.
> Dass jemand so rumjammert habe ich auch noch nicht erlebt
> Das Gespräch fing so nett an. Aber jetzt verderben Sie mir die Laune.
Ich bitte um Verzeihung. Das war nicht mein Ansinnen. Natürlich sollen Sie Ihre gute Laune behalten dürfen.
(Ihren nächsten Auftrag übrigens auch.)
* Die weit überwiegende Zahl meiner Kunden ist übrigens sehr nett. Manche möchten aber offenbar mit der Brechstange erreichen, allein sein zu dürfen. Dem will ich nicht im Weg stehen.