Lesen bildet! (Verstehen noch mehr...)
Eine der besten Witzeerzählerinnen der Woche ist Petra (29) aus Paderborn (NRW), die bei dem üblichen Frage-Antwort-Spiel für entkleidete Bild-Leserinnen sagte:
Väter werden immer jünger
Und einem (einer?) solchen ist in der Süddeutschen nun der Beleg gelungen, dass Väter immer jünger werden:
Das ist sehr bedauerlich.
Wobei ich nicht allein den frühen Tod des Vaters
meine, sondern auch, dass im Eifer des Gefechts
manchem zu entgehen scheint, dass die deutsche
Grammatik überall ihre Fallen birgt. Und dass
professionell zu schreiben so wenig vor Fehlern
schützt wie ein renommierter Arbeitsplatz.
(In diesem Fall hieße es übrigens korrekt: „ein
Arbeitsplatz bei einer renommierten
Tageszeitung“ ;-)
OS X ist Windows
Dass selbst weit vorne im Markt positionierte, hoch professionell aufgestellte Unternehmen vor derartigen Misslichkeiten nicht gefeit sind, zeigt ein aktueller Screenshot aus dem Downloadbereich eines bekannten Scanner-, Drucker- und Kameraherstellers:
Nein, ich möchte jetzt nicht in den Chor
sektiererischer Mac- oder Windows-Fans einstimmen.
Nur anmerken, dass so etwas flächendeckend gemacht
peinlich wird, das möchte ich dann doch noch kurz.
Kleingedrucktes
Damit auch alle gleich verstehen, wo die Vorteile liegen und welche prima Verbesserungen es gibt, haben die Twitter-Marketer gleich ein Video ins Netz gestellt, das alles anschaulich beschreibt. In Deutschland begrüßt es einen so:

Das sieht hübsch aus, nutzt aber nichts, denn mitten
im Schwarzen ist da diese kleine Zeile, diese
Fast-Nutzen-Mitteilung
Gut zu wissen. Nur: Was ist denn jetzt neu an
Twitter? Unzureichende Kommunikation?
Spam-Pal
Gleichfalls die Anrede
ließ von einer gewissen Unkunde der hiesigen
landestypischen Gepflogenheiten ausgehen:
Als Produkt adressiert zu
werden, ist mir nicht häufig passiert. Ok, der Bäcker
sagt morgens immer „Morgen Herr
Mohnwecken“ und der Autohändler meinte jüngst,
„so eine Reifenpanne kommt schon mal vor, Herr
Vokswagen“. Aber sonst...
Dann folgte ein charmant hölzerner Stil, der eher auf
eine maschinelle Übersetzung schließen ließ als auf
einen sorgengebeutelten Diensteanbieter, denn da
stand:
Spätestens hier hätte
auch eine mäßig intellektuell begabte Blindschleiche
Lunte gerochen und ein Problem im Zusammenhang mit
Ihrem Konto festgestellt, und zwar ein
Abbuchungsproblem. Daraufhin hätte sie gewiss den
Betreff
ein wenig gegen den
Strich gebürstet und einen folgenleichten Schluss gezogen:
PayProblem, Pal.
Herr #NACHNAME#
Nicht allein, dass die Agentur, wollte man der
Schreibung Glauben schenken, „Namuprrrrr“
ausgesprochen werden müsste, war mir meine
Umbenennung gänzlich neu und muss ich im
Neujahrstrubel irgendwie verpasst haben. Immerhin bin
ich jetzt im Bild. Und zolle dem Postboten meinen
Dank dafür, dass er trotz der drolligen Adressierung
so freundlich war, die Zeitschrift zuzustellen.
Professionell
Ist es nicht wunderbar,
wie diese kurzen Zeilen den Leser unausweichlich auf
die hohe Wertigkeit und den essentiellen Nutzen des
bejubelten Produktes verweisen? Und sie tut es sogar
doppelt, damit auch ja kein Depp die frohe Kunde
verpasst: Professionell. Jawohl: Doppelt
professionell sogar. Ganz so, als würden
professionelle Werkzeuge für die unprofessionelle
Nutzung oder sogar die professionelle Nichtnutzung
von etwas angeschafft, quasi als „Na und? Habe
ich auch schon“-Deko des IT-Systems....
Wohlmöglich aber liegt die dubiose Doppelung auch
einfach nur an der Professionalität seiner Verfasser.
Denn die haben das Bonmot „Ich bin
Geschichtenerzähler“ von Klaus Kocks über seine
PR-Tätigkeit offenbar etwas zu wörtlich genommen und
beginnen ihre Meldung mit einem beinahe schon
klassisch zu nennenden Einstieg – klassisch
insbesondere für Märchen:
Wie so oft, wenn
Märchenerzähler glauben, durch einen langen, weiten,
mit Banalitäten gespickten Spannungsbogen die
Wirklichkeit mit besonders viel Bedeutung aufzuladen,
ist auch hier der Knalleffekt in etwas vergleichbar
mit dem Öffnen eines Kronenkorkens – ein leises
„Pfft“. Das war’s.
Doch welcher Trost bleibt den armen Verfassern, die
gewiss für Tage an ihrem gestümperten PR-Text
geschrieben, gestrichen und gebastelt haben?
Vielleicht die alte Weisheit, dass auch von
schlechten Nachrichten am Ende nur der Name haften
bleibt? Oder dass eine professionelle PR-Agentur
manchmal ganz nützlich sein kann?
Sparpakete
Da fällt die Entscheidung
wirklich schwer. Nicht so sehr zwischen den
angebotenen Update-Optionen. Wohl aber bei der Frage,
ob und in welchem Maße das anbietende Unternehmen als
professionell zu betrachten ist.
meinJOUNGSTERvz

Also: Nicht mogeln, wenn Sie mal wieder im
Buzzwordmainstream mit schwimmen wollen. Jedenfalls
nicht all zu dolle...
Help!
Sie kennen ihn gewiss auch, den unausweichlichen Ruf Paul Mc Cartneys auf einer dieser alten Beatles-LPs. Und auch den unausweichlichen Ruf Ihres Selbst angesichts eines neuen, unerwarteten Computerproblems ist Ihnen sicher bestens bekannt. Aber kennen Sie auch die Symbiose aus beidem?
Die Programmierer von iSquint haben zusammengefügt, was zusammen gehört, und zwar in dem Hilfe-Menü Ihres Programms:

Hoffentlich ist diese Verwertung geistigen Eigentums
Dritter nicht ein Copyright-Verstoß, dann das würde
bei einem Beatlessong gewiss teurer als die Shareware
erlaubt.
Service
Gerade komme ich von so einem Situationskomiker. Er betreibt einen kleinen SchreibwarenLottoZeitschriftenPostannahmestelle-Laden, den er mit mit noch kleineren Plakaten dekoriert hat, die seine „Stimmungsdisko - Musik für jede Feier“ bewerben. Überlebenskampf statt Hartz IV ist kaum anschaulicher zu dokumentieren.
Der angegraute Endvierziger mit Beatnickfrisur nahm heute für mich ein Paket entgegen. Auslandsversand. Er klebte und scannte und kassierte. Und dann machte ich den Fehler, zu fragen: „Geht das eigentlich per Luftpost?“
Nein, ging es nicht. Sollte es aber. Blöder Fehler. „Können wir die Luftpost nach buchen?“, fragte ich. Zweiter blöder Fehler, denn das ging natürlich auch nicht. Stattdessen erntete ich die Aussage. „Da kann ich jetzt nichts mehr machen.“ Aha. Und – dritte blöder Fehler – das sah ich nicht ein.
Hätte ich aber besser sollen. Denn jetzt drehte die Stimmungsdisko von Peter Kraus dem hartzigen gleich richtig auf. „Sie haben mir nicht gesagt, dass sie das per Luftpost verschicken wollen“, ranzte es von hinter dem Tresen. Und legte nach: „Sie haben ja sogar noch gefragt, wie lange es braucht, das Paket.“
„Gefragt habe ich, nachdem ich bezahlt habe. Allerdings hätten Sie auch fragen können, wie ich versenden möchte, schließlich bieten Sie hier einen Service an...“ – weiter kam ich nicht, denn Meister Hitzig brüllte mir quer durch den Satz: „Ich biete hier gar nichts an!“
Dem ist nicht zu widersprechen.
Menschenfreundliche Elektrohelferlein
Ich liebe Computer, die mir zeigen, dass ich auch als
älterer Mensch doch noch nicht völlig auf das
Abstellgleis gehöre, wenn ich nur die Augen offen
halte. Und Sie?
Starrer Stand-Art
Das nächste Mal sollte allerdings jemand daran
denken, die automatische Silbentrennung
auszuschalten. Sonst sorgt die Umsicht des Verfassers
für ungewollte Aussagestärke.
(PS: Es heißt übrigens auch nicht Stand-Art-Lösung.
Und Stand-up war das mit der Comedy ;-)
Falscher Ansatz
Was mir dazu noch einfällt? So viel, dass ich der
Lesefreundlichkeit Halber besser schreibe: „No
comment (weil selbsterklärend)!“
Passwort Assofuck
Ich frage mich nur, woher mich dieser wildfremde
Server so gut kannte...?
Mit uns können Sie zählen...
![]()
Na? Und schon schmunzelt es sich wieder ein bisschen
leichter, gell?
Der Sarg als Krisennagel
Ist es wirklich so schlimm? Muss der weltgrößte
Einzelhändler jetzt schon für das eigenen Überleben
vergrabbare Holzkisten veräußern?
Oder ist es nur ein konsequenter Dienst am
Stammkunden, der vom ersten Babymilchpulver über
Dosenwaren und Gefriergetrocknetes über sein Ableben
hinaus sorgfältig, ertragssichernd und umfassend
betreut werden soll?
Es darf spekuliert werden.
Rechnen mit der BILD
Diese Dummheit muss vermutlich nur passionierten
Bildlesern mit einem IQ in der Nähe der Bogenzahl
ihres Lieblingsaufklärungswerkes erläutert werden.
Selbstreferenziell?
Das gilt natürlich auch für Software und ihre Hersteller. Und hier verschärft für alles, womit der Kunde in Berührung kommt, denn da wird jeder Patzer registriert. Zum Beispiel dieser hier:
Nun könnten Sie
einwenden: "Mensch, reg dich nicht so auf, das ist
ein kleiner Feler bei der Lokalisation." - "Das mag
schon sein", werde ich erwidern, "aber diese Meldung
gehört zu einem Übersetzungsprogramm!"
Und da bekommt solche ein Fensterchen einen ganz
anderen Drive, nicht wa(h)r?
Alles-To-Go

Und ich dachte immer, der Liebe Gott sei sowieso
immer und überall...
Presse-Freiheit
Und dann schreibt ein Journalistchefredakteurherausgaberinpesonalunion:
Was sie genau so sehen, hatte er vorher schon
verraten, allerdings verleiht das dem bisher gesagten
eine leichte Wende:
Win-win? Der Mann meint
doch nicht etwas die Bereicherung des
Kenntnissstandes der geneigten Leserschaft zur
Erhöhung des Vergnügens beim Studium der gewählten
Fachzeitschrift und zur Bestätigung der Richtigkeit
der Auswahl eben dieses Mediums der
Kenntniserweiterung durch die gebotene Qualität
seiner Artikel und Fachbeiträge? Nein nein. Er meint
ganz prinzipiell und grundsätzlich:
„Sum, ergo
sum!“ als Direktive? Oder: „Was soll der
schnöde Inhalt, ich will lieber ein Heft!“?
Oder ist es doch wieder anders, und es geht dem Laden
so dreckig, dass sein Chef an gar nichts anderes mehr
denken kann als an „finanzieren“? Es
schaut fast so aus...
Wahlvereitelung (hausgemacht)
Denn was, wenn keiner den fehlenden Doppelpunkt nebst
An- und Abführung mitdenkt?
Dann bedankst sich die CDU.
Glückwunsch!
Link(e)liste
Als solche hätte sie gewiss auch nicht den Mut eines Immobilienmaklers gehabt, der aus einem Web-Baukasten ein interaktives Formular einfügte, damit Besucher dort ihre Web-Empfehlungen unterbringen können. Das Resultat:
Oder war es gar keine Dummheit, und der Mann wollte
lediglich den Leumund seines Gewerbes im Internet
illustrieren? Was wiederum zu einem anderen Satz
meiner lebensweisen Großmutter führt: „Die Welt
ist voller Rätsel...“
Wussten Sie schon?
Das hat mir jetzt mein Handy-Carrier mitgeteilt, als Beilage zur Rechnung. Und er bot auch gleich mannigfach Hilfestellung an:
Damit das Angrillen besonders supergut klappt, gibt es 20 % Rabatt auf passendes Zubehör. Was man so zum Angrillen braucht? In jedem Fall Speicherkarten. Die sind nötig für Fotos. Für verrückte Videos mit der Freundin. Und für grenzenlos Musik. Welch werbetechnisches Wunderwerk...
Denn wie auf den angepriesenen 4 GB Flashspeicher grenzenlos Musik Platz findet, ist eines der großen Rätsel dieser Kampagne. Ein anderes ist immerhin implizit beantwortet: Die verrückten Videos mit der Freundin werden entstehen, weil bei der ganzen seitenfüllenden Verbalinkontinenz nicht auch nur ein einziger Grill vorkommt, auf dem anzugrillen wäre. Pech, liebe Bratwürstelbraut.
Immerhin gibt es als weiteres Grillzubehör auch Headsets, mit denen man Gäste zur Grillparty einladen kann. Und ich weiß auch, was ich denen erzählen würde: „Jungs, denkt an den Grill! Den gab es nicht im Handy-Grillshop meines Vertrauens.“
Doppelte Sicherheit
Die Römer als erste historisch dokumentierte Copy&Paste-Gesellschaft übernahmen in grundsteinlegender „una faccia, una razza“-Mentalität zwar die kulturbringenden Bereicherungen der eroberten Nachbarn, umschrieben sie aber lieber mit eigenen Begriffen. Und so geschah, was geschehen musste: Das Hendiadioyn plumpste aus dem aktiven Sprachgebrauch und lebte allein als zartes Echo seiner selbst in der Tautologie weiter.
Die Tautologie hinwiederum durchschritt nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches den Sumpf des finsteren Mittelalters, um schließlich als weißer Schimmel im allgemeinen Sprachgebrauch wiederaufzuerstehen. Dort trabte das sprachbegabte Tier eine Weile durch die Dezennien, bis ihm der Nachjahrtausendwechsel Einhalt gebot. Der Nachjahrtausendwechsel?
Es stimmt, der Begriff ist zu unscharf. Genau genommen war es sogar noch ein paar Jahre später. Und es war auch nicht der gesamte Tag, sondern lediglich ein Minütchen im unendlichen Strom der stetigen Zeit, in dem sich eine über jeden Zweifel erhabene Institutionen der Kultur und Wahrheitsfindung anerbot, den neuen Begriff zu prägen, nach dem der Wandel der schnelllebigen Zeit so sehnsüchtig lechzte.
Mit dem Zeitstempel „09.03.2009 12:19 Uhr“ versehen, schrieb die Süddeutsche online über die Vorbereitung des neuen Weitsprungeuropameisters die fortan gültigen Worte
Nun ist es passiert: Der weiße Schimmel weicht der
60-Meter-Regel. Das Pferd wiehert vor Freude. Und
auch ich hätte es nicht schöner sagen können.
Gewollte Wahrheit
Was ist dem noch hinzu zu fügen? Dass Vorurteile
stärker sind als aller Verstand?
Neu-Zeit
Neuzeit ist homebaked by a big Softwarehaus von
internationaler Bekanntheit und erschien in dem
Instant-Messaging Client eines nicht ganz so großen
gleichfalls international erkannten Softwarehauses.
Drolliger Weise war diese Anzeige gegen 16.40 MEZ zu
sehen und – ist es vielleicht schon die
weit harmlosere Erklärung für das Phänomen? –
an einem Freitag dem 13. Gestern, um genauer zu sein.
Nur war da 2008, nicht mehr 1985. Und noch nicht
2085.
Allerdings, wenn Sie glauben, auch der Monat sei
modifiziert, dann irren Sie. Ihr Kalender
unterschlägt bloß seit Jahren konstant den Neuwember.
Gerne schwitzen
Sagen Sie es mir: Wie soll ich das jetzt verstehen?
Schwitzen Sie gerne? Oder ist das eine neue Variante
von „Sex sells“?
Neues wagen?
Es ist doch schön, wenn man ein Jahr NACH einer
Neuerung über diese riesengroß und knallorange in
Kenntnis gesetzt wird. Und die aktuelle Neuerung
fitzelklein darunter ausgegraut ist.
Selbst wenn ich grundsätzlich die Mühen von Kollegen
schätze, hier hilft mir kein auf- und abwaberndes
„Begeisterung“ und auch kein Betreff
„Wagen Sie 2009 etwas Neues“ – ich
verzichte weiterhin auf solchen Quark.
Insel der Paradiesvögel
„Lieber Regenwald,
du musst jetzt ganz tapfer sein. Deine Schirmherrin
kann zwar jede Menge Bücher verkaufen, aber verdient
nicht genug, um für die Rettung einer der
wertvollsten Regionen der Welt die fehlenden 164 Euro
aufzubringen...“
Gute Eigen-PR sieht anders aus.
Invers Reisen
Auch wenn das Projekt „Wien“ äußerst
reizvoll war: Es mangelte mir am nötigen Können in
der Handhabung inverser Zeit. Und so musste ich auf
das wundersame Erlebnis eines Rückflugs vor Ankunft
leider verzichten. Wie schade.
Bruderhilfe
Warum ich das denke? Seit
einer Weile wirbt der von der aktuellen Finanzkrise
arg gebeutelte amerikanische Automobilhersteller
General Motors für einen Chevrolet, der
2010 mit Elektroantrieb auf den Markt kommen wird.
Der Name des Wagens: Volt.
Möglich aber auch, dass dieses Plakat andeutet, was
Volkswagen in Naher Zukunft plant. Den US-Markt
aufzurollen. (Und dabei gleich noch ein paar Marken
dazu kaufen?)
Update: Keogravieh
Jetzt hat es der Unsinn aus der virtuellen in die reale Welt geschafft. Geburtshelferin ist eine grundschullehrerinnenhaft lächelnde Dame, deren Bild nebst Autsch-Zitat und dazu gehörigen Drumherum in der Süddeutschen zu finden ist. Was sie gesagt hat?
„Viele große
Kleidungshersteller produzieren in Billiglohnländern
wie
Asien, China, Bangladesch, El Salvador oder
Osteuropa.“
Es ist immer wieder
schön, etwas dazu zu lernen. Zumal von
Grundschullehrerinnen. Meine ehemalige
Grundschullehrerin sagte übrigens, nicht für die
Schule, nein, für das Leben lernten wir. Blöd nur,
dass sie versäumte, uns die Namen wichtiger
Staatsoberhäupter einzubläuen. Wer mir fehlt?
Vielleicht der Asien-Vorsitzende Dumm Schnu-ra und
Osteuropas Präsidentin Krystiane Weissnischwo?
Dieser Fehler ist auch deshalb so gravierend, weil
Interviews vor der Veröffentlichung vom Interviewten
frei gegeben werden müssen. Also hat die Dame ihren
Fehler auch beim Kontrollgang übersehen. Übersehen
hat ihn zudem der Redakteur und – falls
vorhanden – der Lektor der Süddeutschen.
Spätestens dieser Lektor hätte als Sprachkundiger
wissen müssen, dass es in etwa so heißt: „Viele
große Kleidungshersteller produzieren in
Billiglohnländern in Asien, Mittelamerika und
Osteuropa, unter anderem in China, Bangladesch und El
Salvador.“
Dass die geografische Unkenntnis oder aber die
mangelhafte Befähigung zur sprachlich korrekten
Darstellung geografischer Zusammenhängen bei dem
Gespann System hat, untermauert die später folgende
Passage:
„Nordrhein-Westfalen und die
Gemeinde Neuss
ist als besonders engagiert
hervorzuheben“.
Hier gibt es gleich zwei Fehler: Zum einen sind zwei
Subjekte genannt, also muss es „sind“
heißen. Der geografisch-logische Fehler indes ist,
dass Neuss in Nordrhein-Westfalen liegt. Daher muss
es heißen: „Nordrhein-Westfalen und hier
besonders die Gemeinde Neuss sind als besonders
engagiert hervorzuheben.“
Da sag noch mal einer, Zeitung lesen bildet...
Honig-Husten
Die Steigerung des Ganzen ist vermutlich ein Produkt
mit dem Slogan „Reizhusten mit Honig“.
Ergänzt um den Hinweis: „Anleitung zur
holpernden Kommunikation“.
Locker
Das Thema Risiko befeuert schon viel früher, wer im Kontext professioneller Nutzung mit Unternehmens-Bezug das Wohl der Eigenpräsentation über das der Unternehmenspräsentation stellt. Und dabei die Wirkung der Metakommunikation übersieht:
Was verraten und Bild und Text über die Nutzerin,
deren Skype-Name auch ihre Firma mit einschließt?
Vermutlich, dass sie blond ist. Und zwar in jeder
Beziehung.
--
PS - Wie wir wissen, lässt sich das Gute immer
verbessern. Zum Beispiel zum Feierabend:
oder zu der Frage „Wie war gestern
abend?“:
oder zur Frage: „Was arbeitest du
gerade?“
(Das Buch ist übrigens von Donna Leon)
oder zur Frage „Hat’s der Chef schon
gemerkt?“:
Was zu der Erkenntnis führt:
PPS - Vielleicht ist ihr
aber auch – das Skype-Profil lässt es vermuten
– lediglich ihr 9/11-Geburtstag nicht bekommen.
Austauschprogramm
Wie das funktioniert, hat jetzt ein deutscher Baumarkt präsentiert, der offenbar Wert auf die Farbe Orange legt:
Was sich dort als erstes
„e“ präsentiert, sollte eigentlich ein
„a“ sein. Ist es aber nicht.
Bleibt zu hoffen, dass nicht gerade Mitarbeiter
dieses Marktes in der Fernsehwerbung lauthals in den
CI-Song eines gleichfalls Orange abonnierten Marktes
einstimmen, der nach einer bekannten Queen-Melodie
intoniert wird. Inhaltlich wäre das glatt
„Sechs. Setzen.“
Grimms Märchen
Das freut das PR-Treibendenherz: Jemand hat bei der
Recherche festgestellt, dass er unbedingt noch in den
Verteiler möchte, um immer up-to-date zu sein. Brav
und professionell wird der Bitte Folge geleistet.
Dummer Fehler - mit der folgenden Aussendung lacht
laut der böse Wolf und beißt zu:
Zugegeben, die Idee ist im Kern gut: Informationen
bekommt am leichtesten der, der sich um sie bemüht.
Wenn er allerdings mit Tricks arbeitet, klappt das
nicht lange: Der Kontakt ist gelöscht, und das Portal
ist gründlich diskreditiert. Glückwunsch!
Farben-Spiele
Kein Wunder also, dass der Mensch nach Farbigkeit trachtet. Selbst in Texten sind Farben gewünscht. Und werden von Software angeboten, wenn auch nicht immer zwingend glücklich betitelt:
Gelb = Alles
Banane?
Da rettet auch das sich anschließende
„Lachs“ nebst „Melone“ und
„Limone“ wenig. Was danach kommt? Sie
ahnen es gewiss schon: „Himmel!“
L'arte de Rechtschreibung
arte: Reformierte
Rechtsschreibung
Wer genau an der Gepsrächsrunde
teilnahm – wir wissen es nicht. Gleichfalls
wissen wir nicht mit Gewissheit zu sagen, ob nun die
Damen und Herren arte höchstselbst oder lediglich ein
Gelegeheitstipper in einer der vielen ruchbaren
Fernsehprogrammschnellerfassungsbuden à la tvtv die
Feder führte resp. sich verirrtippte. Aber als
kleiner Spaß am Rande reicht es allemal.
Missing "w"
Auto-comment:
Selten so geglückt.
Dass jemand seine eigene Arbeit in der Öffentlichkeit
gleich passend kommentiert...
Gehören Frauen ghettoisiert?
Bitte nicht helfen:
EU-Richtlinien zur Frauenförderung.
Der Hintergrund: Ich wollte einen
Büroraum vermieten und schrieb das auch in eine
Online-Börse für Frauen. Aber das Angebot dürfen die
raumsuchenden Frauen nicht wissen. Denn ohne
Doppel-X-Chromosom falle ich als anbietender Nutzer
der Kontaktbörse nicht in die EU-Förderrichtlinien.
Was im Umkehrschluss bedeutet: Hier dürfen EU
gefördert nur Frauen für Frauen sinnvolle und
hilfreiche Angebote machen. Willkommen im
EU-geförderten Online-Ghetto.
Welche politische Motivation dabei eine Rolle spielt,
die Kommunikation zwischen den Geschlechtern
Fördertopf-flankiert zu behindern, möchte ich gar
nicht diskutieren. Aber dass Frauen das akzeptieren,
um an Geld für Ihre Arbeit zu kommen, stimmt mich
doch verwundert.
Zweifelsfrei: Behindert
Und es gibt wenige Bilder, die Wirklichkeit abbilden und in ihrer Komposition alles sagen. Dieses gehört dazu:
Es kann nur einen
geben: Super Sterni.
Besonderes Lob verdient
die Blockade gleich zweier Behindertenparkplätze. Das
"S" in der Typen-Bezeichnung des Fahrzeugs steht
wahrscheinlich für „Supertyp“.
Eierlegende Wollmilchsau
Geklappt: Aus drei mach eins.
Für was es wirbt? Vordergründig für eine Webcam. Aber
haben Sie sich den Monitor genau angesehen?
Getrau dem Motto "Ich zeige, was ich liebe" hat der
Fotograf Apple und Canon gleich mit in Szene gesetzt.
So funktioniert virales Marketing...
Für Stunden Vista
Stundenupdate:
Rechenknecht für mehr Transluzenz.
Die unauffällige Fussnote hat ihren
Charme. Und sie trifft zu.
Wenn Sie also die Tage mal ein paar Stunden Ihren
Rechner nicht brauchen, spielen Sie doch einfach
Vista auf. Ich habe für die Migration von XP SP2 auf
Vista Ultimate kaum einen halben Arbeitstag benötigt.
Das schafft kein Mac :-)
Für Kunden auf die Ohren
HP schwingt sich – vom Verkaufserfolg beflügelt – nun offenbar auf, auch sprachlich ein Trendsetter zu werden:
Mahnung über
Produktunterstützung?
Wenn die Lokalisierung
des zweiten Spiegelstrichs stimmt, vergreift sich der
Service vermutlich im Ton. Dumm nur, dass HP die
Kunden abhanden kommen, wenn das Unternehmen damit
Ernst macht...
Neue Länder gefunden
Asien - Das Land
meiner Träume.
Ich weiß schon jetzt,
wo ich meinen nächsten Urlaub mache. Wie wär's mit
Erdkundien?
Mein Lieblings-Postbote
Möchte ich den, der montags alle Klingeln durchdrückt, aber nie antwortet, wenn man endlich an der Türsprechanlage ankommt?
Möchte ich den, der dienstags die großen Sendungen auch in den kleinsten Kasten hineingeprummelt bekommt?
Möchte ich die, die mittwochs schon um 10.15 die Post bringt und nicht erst gegen 13 Uhr?
Möchte ich den, der donnerstags erstaunt in seine Tasche guckt und sagt: Da hat die Kollegin Ihr Haus nicht eingepackt?
Möchte ich den, der freitags auch mal alle Briefe für das Haus in einen Kasten wirft und das Gespräch mit den Nachbarn fördert?
Möchte ich den, der sonnabends immer die Werbung bringt, auch wenn sonst keine Post zuzustellen ist?

Ein ganzes Heer,
doch wen nehmen?
Die Wahl ist leicht:
Ich nehme die Dicke von der Citypost!
Die klingelt zuverlässig gegen 9, prummelt nix in den
Kasten, grummelt nix,sondern antwortet grundsätzlich,
wenn sie geklingelt hat. Sogar mit "Guten Morgen,
Citypost. Ich möchte Ihre Post zustellen."
Dann drück noch mal schön die Schulbank, Deutsche
Post.
Nix los
Mikrofon
ohne Ton: Die Post informiert die Presse.
Keiner da,
liebe Post? Dann war's wohl nicht so wichtig.
(Oder gibt's 'nen Maulkorb, so intern, ganz
insgeheim?)
Modische Mode
Ein Exemplum jener Spezies glücksverheissender Boten erlangte heute meine ungeteilte Aufmerksamkeit Dank seiner unzweifelhaften argumentatorischen Qualität:
"30% auf unsere modischen
Sommermoden"
stand da zu lesen. Wonne durchflutet das dürstende
Herz. Was gibt es dem noch hinzuzufügen?
Vielleicht die Frage, wie hoch der Rabatt auf die
unmodische Sommermode wäre?
Sind Sie b(e)reit?
Natürlich wissen die Werbeschaffenden: Bilder mehr sagen, als 1000 Worte. Und sie wissen: Chic zieht besser. Und stellen als Resultat die Frage:
Zentrale Frage:
Seit ihr b(e)reit?
Ihr schon?
Ein Wunder von wahrhaft prophetischen
Ausmaßen!
Denn was das Bild zeigt, funktioniert nur, wenn auf
dem abgebildeten Apple 12" PowerBook die Software
Parallels Desktop installiert ist. Das könnte etwas
dauern: Parallels läuft nur auf den neuen Apple
MacBooks mit Intel-Chipsatz. Das ältere PowerBook
arbeitet mit einem Vista-inkompatiblen IBM G4
Prozessor.
Glückwunsch,
Jungs!
Zielgruppenfreie Kommunikation
Ohne? Zielgruppe,
vermutlich.
Wohlmöglich ist mit den millionengesättigten
Werbebastlern der Spieltrieb durchgegangen. Das zu
belegen genügt die Kurzanalyse des sympathischen
Antitypen, der die Kernbotschaft "Hund dumm - Auto
gut" transportieren soll:
_ Der Robodog ist ein Aibo in teiltransparent.
_
Zielgruppe:
10 jährige Jungen (die nicht Auto fahren dürfen)
_ Der Robodog ist ein elektronisches Spielzeug.
_
Zielgruppe:
Männer um die 30 (die keinen Fiesta fahren wollen)
_ Der Robodog ist ein elektrischer Hund.
_
Zielgruppe:
Tierschützer (im Cyperspace)
_ Der Robodog ist ein putziger Verlierer.
_
Zielgruppe:
mütterliche Frauen (die mit dem Hund fühlen -
_
und das
beworbene Produkt aus Solidarität ablehnen)
Keimt bei noch jemandem die Vermutung auf, die
Fiesta-Werbung ist mit dem aus
Autoreparaturwerkstätten überlieferten Schmähnamen
des beworbenen Wagens zu apostrophieren –
Fiasko?
Ich wende den Blick ford.
The Colour Of Ideas
Mail mit
marginalem Inhalt - HTML und Bilder machen's
möglich.
Da nutzt auch der freudige Mail-Betreff "Colour of
Ideas" nichts – wo keine Bildanzeige
eingeschaltet ist, muss die Info leider draußen
bleiben. Aber Weltkonzerne können sich das ja
leisten...
Konditor Sparsam
Freeware
goes CakeCommerce: Der Demel loves
xt:
Dass der Demel dabei ganz aufrichtig und ehrlich
outet, dass sein Link-Laden mit sündteuern Torten auf
Basis von Freeware läuft, ehrt ihn, macht aber auch
seinem Namen alle Ehre: Als Demel bezeichneten wir in
Kindertagen einen ausgesprochenen Dummkopf.
Jahresplanung, bitte!

Extrem-Frühbucher
erwünscht.
Mehr als ein Jahr im Voraus die "Online-Akkredition"
zur Akkreditierung ausfüllen müssen? Da ist sicher
mehr als eine Sache schief gegangen.
Mailing-Ass
-------------------------------------Mailing-Spezialisten - Hierstrasse 1a - 43210 Reinfall
-------------------------------------Die Alte Firma GmbH
-------------------------------------Herr Heinz Mustermann
-------------------------------------In der neuen Strasse 11
-------------------------------------12345 Neuesheim
"Cool!", dachte ich (inklusive Ausrufezeichen). "Die kennen mich noch!" Und: "Aber nur zur Hälfte."
Denn bei Die Alte Firma arbeite ich schon lange nicht mehr. Ungefähr so lange, wie sie mir keine Post geschickt haben. Aber ein Zufall hat ihnen offenbar zur neuen Adresse verholfen. Folglich erhalte ich wieder Post.
Dumm nur, dass die Mailing-Spezialisten nicht vermögen, zu einer neuen Adresse eine korrekte Firmierung zu verifizieren. Das hätte uns allen diesen Blog-Eintrag erspart.
Der König ist tot
Wissen doch alle:
Rauchen setzt matt, Herr König!
Da liegt er nun. Tot. Und
während die Schuldige lässig an der himmlisch
gebläuten Schachtel lehnt, sinniert ein flatterndes
Banner über den Wert.
Nicht über den des Gemeuchelten selbst, nein. Über
den des Honorars, das der Werbegestalter höchstens
hätte kassiert haben sollen für den schlauen Trick,
den Merksatz zu kaschieren. Was für ein Zauber der
Illustration.
Frisuren-Vogel
Hingucker: Von oben
nach unten funktioniert nicht immer.
Zugegeben: Es ist eine Frage der Präferenzen. Wer als
erstes nicht den untersten Titel liest, sondern den
obersten, verpasst die wichtige Nachricht. Dafür hat
er was zu lachen.
(Hat jemand dafür Geld bezahlt?)
Professionell verkaufen
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass der Kunde bei allen Versuchen, sich ablenken zu lassen, immer wieder durch Rückfragen am Ball gehalten oder zu ihm zurückgeführt wird: "Was denken Sie, Frau X?" - "Und Sie, Herr X? - ... - Herr X? - ... - Entschuldigen Sie? Herr X? - ... - Noch einen Kaffee?"
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichent sich dadurch aus, dass der Verkäufer als Mensch rüber kommt: "Da habe ich dann einen Infarkt hingelegt, der hat sich gewaschen. Und da habe ich mir gesagt, ich brenne doch nicht im Job für eine anonyme, riesige Firma aus und mache mir meine Gesundheit kaputt. Und bin hier her gekommen, und genieße die Sonne und plaudere mit netten Menschen." Danke, er hat's gemerkt!
Das professionelle Verkaugsgespräch zeichent sich dadurch aus, dass der Verkäufer alles Eigeninteresse leugnet: "Für uns ist das offen: Sie unterschreiben und genießen die Vorzüge unseres Angesbots. Oder Sie machen einfach ein paar Tage schönen Urlaub. Das einzige, was zählt, ist, dass Sie sich sicher sind, dass Sie das möchten." Was? Na, meine Provision berappen, betäubtes Schaf.
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass der Verkäufer den Kunden bei Laune hält: "Ihr Kind ist sehr klug." Perfekt nach erstem Krickelkrackel auf den Vertragsunterlagen. "Sie verstehen das System perfekt, das spricht für Sie". Perfekt nach der Anmerkung, das Angebot sei ein Schnäppchen. "Sie unterstreichen damit Ihr Prestige". Perfekt zu ungeputzten Schuhen. Die absolute Überraschung aber ist: "Ich spüre das ganz deutlich: Sie passen hier perfekt hinein!"
Das professionelle Verkaufsgespräch zeichent sich also dadurch aus, dass man schon vorher weiß, was man hinterher erlebt haben wird. Die Überraschung ist der Weg, auf dem man verführt werden soll.
Aber woran soll ein Blinder erkennen, dass ich mit fremden Männern nicht ins Bett gehe?
Die Bahn goes IT
Denn wer sein Online-Ticket gebucht hat, muss es ausdrucken, damit es gültig ist.Das steht zum Beispiel auf dem PDF, sobald es lokal gespeichert ist. Aber auch erst dann. Wer es nicht ausdruckt, hat – für die Fahrt München-Hannover zum Beispiel eine 55 Euro teure – Datenleiche im Speicher. Und das geht so:
"Die Fahrkarten bitte." – "Ich habe sie gerade online gebucht und keinen Ausdruck, sondern nur das PDF auf dem Monitor hier." – "Das kann ich leider nicht akzeptieren, da müssen Sie nachlösen." – "Können Sie das nicht vom Bildschirm scannen?" – "Scannen kann ich es schon (probiert es, Gerät quittiert das PDF als gültig) – ich kann es so aber nicht stempeln."
Resultat: Online-Ticket bezahlt, Nachlöser-Ticket auch bezahlt, obwohl das Online-Ticket prinzipiell funktioniert. Das ist Nepp.
Was man daraus lernen kann? Trau keinem EDV-Ticket. Und wenn ich das nächste mal im Bus fahre, nehme ich sicher kein Handy-Ticket. Denn wenn ich das Handy nicht danach in den Stempelautomaten zwänge, zahle ich bestimmt 40 Euro für Schwarzfahren.

Strassenraub auf
Schienen: Dieses Ticket ist ungültig, obwohl es
gescannt werden kann...
Blöde Tage
Also will ich auch nicht über die Bewerbung spotten, die heute bei mir eintrudelte: Eloquent, interessant, attraktiv, dieser Mensch. Er vermochte sich und seine Leistungen gut darzustellen. Nur zwei Dinge irritierten mich:
_ Natürlich ist eine Bewerbung ein Werbeanschreiben. Aber trotzdem könnte es lohnen, vorsichtig mit den Techniken des Werbemailings umzugehen.
_ Es ist ein Zeichen von Einsatz, dass sich jemand die Mühe macht, sich selber auf blauen Dunst in 80 Zeilen zu schildern. Aber auf Nummer sicher zu gehen, wäre viel einfacher - und wird in jedem Bewerbungsratgeber empfohlen: Kurz mal anrufen.
Dann hätte ich gleich sagen könnnen, dass in einem 1-Personen-Unternehmen kein Platz ist für zwei. Leider. Sehr leider.
Noch.
Spam für Anfänger
Aber der Viagra-, Date-me- und Pornomäuschen-Müll hat auch humorige Seiten. Wie wäre es mit diesem Beispiel:
Hüh-Hott-Kommunikation à la
Spam.
Zu des Verfassers Glück
ist die Spam-Mail nicht mit seinem Klarnamen
signiert. Denn schon eine kurze Inhaltsanalyse der
beiden hauptbestimmenden Komponenten "Mahnung" und
"gewonnen" hätte ausgereicht, den Seppelhut an ihm
vorbei zu mogeln.
Stattdessen untermauert er nun profund den
Lieblingssatz meines alten Deutschlehrers selig: Erst
denken, dann schreiben.
Klein. Stark.Schwarz.
"Papierstau bitte beseitigen", behauptet das Gerät sofort nach dem ersten Einschalten. Da lag das Papier noch in seiner Verpackung. Was auch gut so war, denn ich wollte die Druckerpatronen einsetzen. Deren Transportwagen hängte aber fest. Warum?
"Entfernen Sie sämtliches Verpackungsmaterial" riet die Anleitung - und siehe da, in Innern des Papierfaches war als Transportischerung ein gefalteter Kartonstreifen versteckt. Ein Mann, ein Griff, schon war der Störenfried beseitigt. Einschalten, Transportwagen startet. "Klacker". Geht nicht.
Noch mal in die Anleitung schauen. Nichts. Im Handbuch nachlesen. Nichts. Am Transportwagen zupfen. Nichts. Laut schreien. Nichts. Und dann... – Kaffee trinken. Die Zeit mit der Tasse in der Hand bringt den entscheidenden Impuls: Nachdenken. Das führt zu Nachgucken. Und das führt zum entscheiden Resultat: Entdecken.
Nämlich einen Sicherungsklammer, die auf der Laufstange des Transportwagen aufgesteckt ist. Klein, stark, schwarz. Und nirgend dokumentiert.
Was die Frage aufwirft: Was bedeutet HP? Vielleicht: Haste Pfertich?
Ökowein 1: Nur die Liebe zählt!
Wie schön sich Wein und Liebe paaren lassen, wissen am besten – natürlich – die Italiener. "Ti amo, Chianto?" Nicht ganz:

Bio, echt Bio! Das ist
der Schlüssel zum Glück. Warum, das erklärt die
Rückseite der Banderole meines heute erstandenen
Fläschchens: "Produkt aus biologisch angebauten
Trauben. Aus Liebe zu den Pflanzen, der Erde und dem
Menschen."
Fragt sich nur, zu welchem genau.
Gummibärchen
Natürlich sind die Kampagnen-Götter klug und wissen, dass ein Bärchen allein noch keinen Umsatzsommer macht. Prompt haben sie die Vorderseiten der Bärchen-Tütchen CI-t und die Rückseiten mit Sinnsprüchen versehen.
"Vielen Dank für Ihre Geduld" textet die Post prophylaktisch. Sie wähnt sich in dem Wahn, sie sei die Deutsch Bahn? Eventuell.
Aber den Titel holt auch dieses Mal die Deutsche Bank, nie verlegen, wenn es darum geht, einen Fettnapf zu betreten: "Kinder sind Zukunft" steht da. Aha. Weil das so ist, tun wir schon mal umsichtig einen Extra-Schuss Glucose in die hierdurch bald entzahnten Zukunftszwerge? Oder soll die Zukunft einfach nur schön dick und rund werden? Na dann:
Vielen Dank, Deutsche Bank.
Domina
Eindringlich:
Domina, Herrin der Bits.
Domina heißt
dieser neue USB-Stick, den es in den Farbvarianten
Erdbeer/Klavierlack, Haut/Unschuld und
Finster/Engelweiß gibt. Gefertigt aus glänzendem
Gummi, läßt sich die Königin der Qualen jederzeit
genüsslich und beliebig lange an ihrem eigenen
Bändchen aufhängen. Falls man sie nicht lieber
irgendwo hinsteckt: In die Hose. In die Tasche. In
den PC.
Womit wir wieder beim Thema wären: Schließlich sind
Dominas gummierte Tanten mit Peitsche, die maximal
eben jene Peitsche ihrem gepeinigten Liebesbedienten
ins Rektrum applizieren. Falls Sie überhaupt
irgendwas stecken. Und so führt dieses Memorandum an
die Kulturgeschichte der Prostitution lattenglatt zu
der Frage: Ist der PC ein Arsch?
(Und falls nicht: Ist der Designer eine Dummina?)
Ey, Sie, ey!
Besser: So
nie, Eriks Sohn.
Dächer sind nicht nur für Gärten geeignet,
titelte die
Werbeagentur. Und dann:
"Vergessen Sie Sand, vergessen Sie Gras
– in diesem Jahr geht die heißestes
Tennisaction auf dem glühenden Teer über den Dächern
der Stadt ab. Unglaubliche Ballwechsel erwarten Sie,
totale Blindgänger werden zu unerreichbaren
Returns..."
Echt großes Tennis, Jungs! Nur:
Wen meint ihr eigentlich? Die "Sie"s dieser Welt, die
man besser nicht mit "boah, ey" anredet? Oder die
"Du"s, die durch die Welt hip-hoppen und glauben,
alle Texte, die sie mit "Sie" anreden, sind vom
Finanzamt oder von der Polizei? Oder meint ihr eure
Auftraggeber, die jenseits der 60 noch mal unbedingt
was mit Zeitgeist haben wollten?
Das jedenfalls hat geklappt: Unglaubliche Verwechsel!
Sagenhafte Rebounds! Unerreichbar totale Blindgänger.
Da möchte man das Gras lieber doch nicht vergessen...
e-plus im Minus
Doch nicht?
Leider endet die Info hier nicht. Stattdessen erfährt man: Um in den Genuss des Services zu kommen, ist eine vorherige Anmeldung notwendig.
Nicht doch!
Ende des Montas die Info zu versenden, dass man seit Anfang des Monats Geld sparen kann, wenn man sich vorher dafür anmeldet, ist wenig lauter. Und auch wenn mir noch 6 Wochen bleiben: 4 sind schon im Off verpufft. Und meine gute Anfangslaune auch.
Bei wie vielen Kunden noch?
Sonnige
Aussichten - aber nur bis zum blauen Kasten.
Tante Emma
Sonnabends morgens, wenn ich es mit Mühe und Not so gegen 8 aus dem Bett geschafft hatte, war die Schlage vor Tante Emma schon wieder sommerurlaubautobahnstaulang. Die Stadt musste jährlich zwei Mal die Gehwegplatten wegen Verschleisses austauschen.
Drinnen im Geschäft herrschte die angenehme Wärme eines Saunariums. Die schlohweisse Tante Emma huschte hinter ihrer Theke emsig hin und her und befragt zur Ergründung der regulären Kundenwünsche einfach ihr Memoriervermögen. Den Rest las sie dem Kunden aus der Hand.
Diese wankten nach erfolgreichem Beutezug mit Tüten und Taschen schwer bepackt aus dem kleinen Laden, der infolge des immensen Erfolges seiner Marketingstrategie massiv expandieren konnte.
Die glückliche Lage der sich sukzessive etablierenden Marktdominanz ermöglichte es Tante Emma immer öfter, die Preise massiv zu senken. Das Resultat:
Tante Emma ist infolge der immer längeren Wege hinter ihrer Theke heute hagelspargeldürr.
Die Stadt hat gestern begonnen, die Fahrstreifen vor unserem Haus zu verbreitern, damit noch mehr Kunden ungehindert zu Tante Emma gelangen.
Und Tante Emma hat unser Haus gekauft und wird es demnächst abreissen lassen. Für weitere Parkplätze. Denn:
Die Parkhäuser auf der grünen Wiese sind zu lange schon brechend voll.
Weitraumkommunikation
Dem Phänomen der Dauerbeschallung weit überlegen ist die Unsitte der Weitraumkommunikation, vulgo: Gebrüll.
Zumal mit Mikro in der Hand, kennt mancher keine Bremse mehr: SONDERANGEOT, NUR HIER, NUR HEUTE, NUR FÜR SIE, NEU EIN EUROOO, schallt es dachabdeckend aus mannshohen Lautsprecherstapeln, die wie Straßensperren um einen wackeligen, mit Billiguhren, Wegwerfschmuck und Ruckzuckallessauber-Schwämmchen überfüllten Klapptisch gruppiert sind.
Wer kauft?
Kaum einer. Denn die Schallwellen pumpen die Massen zurück und hertzen gereiftes Kundenpotenzial an den Rand des Infarkts. Fährt doch der Lautsprecher nur selten seine Phon herunter, um einem von der vorbeidrängenden Masse an den Tisch Gepressten die Intimität eines persönlichen Verkaufsgesprächs zu gönnen.
Lieber lässt er im Bewusstsein seines aussichtslosen Tuns das Mikro an Mann und bejubelt seine Ausleg-Ware non-stop mit Banalfloskeln im Überschall. Doch für alles gibt es die Quittung. Hier:
Viel Dummheit belohnt eine Pleite.
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*Cogito, erso sum. – Ich denke, also bin ich.
Non meum audio, ergo mortuus sum. – Ich höre mich nicht, also bin ich tot.
My CI - immer dabei!
Man kann damit sogar an Orten werben, an denen das eigentlich nicht vorgesehen ist. Wie ein hiesiger Unternehmer:

Zusatz-Botschaft:
Die Firma ist alles. Der einzelne nichts.
Wissen ist käuflich
Nichts
riskiert: Ads on the rod (so
ungefähr)
Lieber Autor,
eigene Schulbücher wirken schneller. Das stimmt. Aber
nur, wenn man in die Dinger auch mal reinschaut! Das
hat hier wohl jemand versäumt. Er hat nicht mal AUF
sein Buch geschaut. Und auch nicht auf die Bücher
seiner Klassenkameraden. Dann wäre ihm aufgefallen,
dass Englisch lernen bei Englisch-Büchern immer schon
ganz weit vorne anfängt: Auf dem Umschlag. Da nämlich
steht bei Englisch-Büchern "English".
Was lernen wir daraus?
Wissen ist käuflich. Aber nicht billig.
Supertotalwichtig, Hey!
"HALT! Es ist TOTAL WICHTIG!" Plötzlich steht eine Mischung aus Hampel- und Ampelmännchen vor uns, mit ausgebreiteten Armen und einem Lächeln im Gesicht, als sei es mit zwei Angelhaken geliftet. Das Kind – völlig konsterniert: "Was macht die Tante da?" Ich, noch dabei, mein Gleichgewicht wieder zu finden: "Erstaunlich laut im Weg stehen."
Kurzer Schwenk nach rechts und wir haben die Dame umrundet. Haben wir gedacht. Da fliegt schon ihr schwarzes T-Shirt an uns vorüber, bremst uns erneut aus und sagt: "Halt! Hier ist eine Freikarte für das Kind!" Das Kind ist wenig interessiert, trotz oranger Farbe des Zettels, der eifrig vor seinem Gesicht auf und ab flattert. Denn links vom Kind steht ein Straßenmusiker, und der macht viel tollere Geräusche als die engagierte Tierretterin.
"Na, nun nehmen Sie doch", fordert Fräulein Vogelschutz & Co. Aber der Papa findet sein Kind viel toller, das den tollen Straßenmusiker toll findet. Derweil erläutert die junge Dame diverses, besonders aber, dass wir das beworbene Tierschutzzentrum doch mal besuchen sollen. Tiere seien echt prima. Prima Argument in einer Stadt mit dem größten Zoo weit und breit. Und:
"Wie glaubhaft ist ein Natruschutzzentrum, wenn es nur mit dem Auto erreichbar ist?" - Ja, man könne die Tiere doch nicht in der Stadt ansiedeln! Außerdem seien da Wanderwege der Tiere zu berücksichtigen. Derweil das Kind einen Euro in den Kasten des Musikers geworfen hat. "Und wenn Sie uns auch mal ab und zu unterstützten könnten, wäre das besonders toll", fröhlicht die Sprachflötistin. Dann rauscht sie endlich ab.
Und das Kind? Guckt den orangen Zettel an, schiebt ihn zurück zu Papa und sagt: "Darf ich ein Eis?"
Sie und Er
Mir und mich verwexlich nich. Das kriegen die Jungs noch hin.
Bei Sie und Er jedoch wird's schwer. Beispiel gefällig?

Klarer
Fall: Hier gibts dem Tina seine Liebe vom seim
Leben.
Ein Fall nischt nur fuer die Sprackdoktor. Warum?
- Weil A (Sprachdoktor) hier Herr Mr. Tina als unentschiedener Liebeswegweiser durch die Grammatik irrlichtert.
- Weil B (Regelbiologiedoktor) seine Liebe = vernachlaessigte Hausfrauen ist. Und einsame Ehefrauen, too. Well, Mr. Tina, go ahead.
- Weil C (Logikdoktor) die Ehefrauen einsam sind, weil deren Maenner viel unterwegs sind oder einfach nur mit heissen Singles aus meiner Umgebung flirten. Wenn die Muttis so oll sind, täte ich das wohl auch lieber.
Conclusion: Boyz! If you really want to convince, leave the failures out!
Wörter = Taten (missraten)
Nanu?
Nicht umsonst mussten wir schon in der Schule Beschreibungen anfertigen, die anderen dabei helfen sollten, einen Fahrradreifen zu reparieren. Kaum eine Beschreibung konnte der Lehrer nachvollziehen. Zwar kann ich hier nicht sein technisches Grundvermögen evaluieren, denn dazu mangelt es an Platz. Sicher aber ist: Ein Videocast hätte ihm eher geholfen.
So auch im wirklichen Leben:
- Zeige, was du meinst, dann kriegst du, was du willst.
Und für PR-Treibende, Werbefachleute, Designer und andere Berufskreative gilt ferner:
- Frage, was du weißt, dann weißt du, dass du irrst.
- Frage, was du nicht weißt, dann lernst du, was du wissen musst.
Anschließend fertige von allen Ergebnissen einen Dummy. Der Klang dieses Wortes verbindet bei der Präsentation dann Produkt und Produzenten. Woraus sich wie von selbst der weiterhin gültige Merksatz destilliert:
Sprache ist das zuverlässigste Medium zur Übermittlung von Missverständnissen.
Titel-Geschichte:
Macht auch umgekehrt Sinn. (Link zum
Buch)
Nix zu tun
Wenn ich heute eine E-Mail verschicke, akzeptiere ich gerne Wartezeiten von drei Tagen. Das ist das Minimum. Warum?
Stellen Sie sich vor, Sie schreiben jemandem - und der antwortet sofort. Was werden Sie denken? „Toller Service?“ Quatsch! "Nix zu tun, der Sack", werden Sie denken. Und zur Konkurrenz wechseln.
Wir sind doch nicht blöd. Auch wenn mal wieder komplett tote Hose ist in dem Laden - drei Tage warten ist Minimum. Denn dann akzeptieren wir auch die sauhohen Preise. Sind ja laufend ausgebucht da.
Nicht?
Selbstmarketing II - Geschenkt
Besonders gilt diese Maxime in Betrieben: Was in der Familie als Zeichen hoher Wertschätzung aufgefasst sein mag, mutiert im Unternehmen schnell zum veritablen Tritt in die Magengegend. Beispiel gefällig?
Ein Chef gibt bei einer Betriebsfeier einem Mitarbeiter ein Geschenk. Der Mitarbeiter freut sich, packt aus und findet – ein ausgemustertes Gebrauchtgerät aus Boss'ens Besitzstand. Noch vor einer Woche hatte der dem Beschenkten die Vorzüge des nachfolgenden Spielzeugs erläutert. Jetzt bekommt der Mitarbeiter das alte als Auszeichnung für geleistete Dienste. Hut ab!
Warum nicht in der großen Familie des Betriebs funktioniert, was bei Sohnemann und Frau Gemahlin hellstes Entzücken erzeugt hätte? Liegt es an den Kratzern auf dem Gehäuse? Den abgeriebenen Piktogrammen der Tasten? Am Schwarz-Weiß-Display? Den Stauchungen der auf einem staubigen Boden gelagerten Umverpackung? Oder daran, dass Aldi heute billiger ist als eBay? Die Antwort ist viel einfacher, liebe Chefs:
Selbst eines Königs Pups riecht nicht nach Rosen.
Guten Morgen.

Abgesehen davon, dass "ohne Hast" auf die Zeit von 8
bis 10 beschränkt war, nenne ich dieses einen Reim
reiner Fürsorge. Tenor: Mein Kühlschrank gehört mir.
Übersetzt in Werbedeutsch: Hier wird gastlichkeit
GROSS geschrieben.
Man muss nicht dumm sein, um zu ahnen:
Marketing-Technisch ist das ein Schuss in den
Brötchen-Ofen. Statt dem Reisenden den Spaß am
Bündelbinden zu mindern, empfiehlt sich, lieber Wirt,
ein Überschlag. Das meint nicht den Salto im
Speisesaal:
Subsummieren Sie einfach die entstehenden Mehrkosten
durch unsachgemäßen Brötchenverzehr, so genannte
außerhäusig orientierte Frühstückbuffetplünderei. Das
Ergebnis teilen Sie danach durch die Zahl der im
Beobachtungszeitraum beherbergten Gäste und addiert
dieses zweite Ergebnis – nach oben gerundet
– zu den Zimmerpreisen. Die Folge:
Sie sparen sich die Kosten für das Ersetzen
dauerentliehener Fotokopien und die einmalige
Anschaffung der diversen Aufsteller. Dafür packen
Ihre Gäste ab sofort ohne Gewissensbisse Ihren
Picknickkorb. Wenn das nicht gut für's Image ist...
Selbstmarketing I - Grundlagen
- Da sucht ein Topf seinen Deckel (der, wie Töpfen unbekannt zu sein scheint, fast immer aus der selben Fabrik kommt).
- Ein Fisch sucht sein Fahrrad (weil er offenbar meint, mit rostigen Ketten fährt es sich besonders gut unter Wasser - auch eingedenk mangelhaft ausgebildeter Füsse. Oder sucht Fisch einen kuscheligen Platz im Schwitzkasten des Gepäckträgers?).
- Und selbst das Alleinstellungsmerkmal "Prinzessin" auf der Suche nach einem mutmasslichen "Prinzen" ist von erstaunlich universeller Häufigkeit (wie übrigens auch die Enttäuschung, nach der von Krone und Zepter geprägten Nacht neben einem behaarten Urviech aufzuwachen).
Dabei wäre die Zielgruppen-Analyse doch ganz einfach: Die Herren beschreiben schließlich recht eindeutig, was sie wollen. Und die Damen auch.
Was nun führt zum Erfolg? Im Prinzip könnte schon die Kopie der beschriebenen Wunschlisten und Leerstellen ausreichen:
- "Ja, ja, ja, meine Herren. Ich habe langes blondes Haar. Ich bin sportlich. Ich liebe nacktbaden. Und bin gerade erst volljährig geworden." gefolgt von dem Hinweis: "Ruf mich an!" Jede Wette, das Ding zieht.
Auch für Herren gibt es schlichte Lösungsmuster:
- "Mein Auto gehört dir. Und mein Haus. Und meine Yacht auch, natürlich, Schatz." Hier folgt der Zusatz: "Nur ernst gemeinte Zuschriften unter Chiffre 08/15-ABC."
Wer nun aber meint, auf diesem Wege eher als durch Feld- und Eigenstudien an öffentlichen Plätzen zu erhalten, was er/sie wünscht, sollte sich parallel auf jeden Fall an eine höchst erfahren Institution in Sachen Wünschen wenden: Den Weihnachtsmann.
Mich gibt's hier nicht
"Die Südstadt viele
Gesichter hat"
dichtet der Dichter und setzte mich matt.

Ach wat? Tatsächlich: Betrachtet mann das
illustrierende Foto des Werbeplakats, fällt einem
sofort ins Auge:
Auf der grünen
Spielplatzwiese
sitzen Eva und die Liese.
Auch deren Kindereien Anna, Berta und Suttna
bevölkern den mit Teppich und Sofa bemöbelten
Frei-Raum. Was fehlt (ja, fehlt es wirklich,
geschätzte Betrachter) sind: Männer. Keine da. Warum?
- Die Südstadt braucht uns nicht.
- Alle Männer leben in Limmer (oder sogar Lummerland)
- Männer haben kein Gesicht.
- Alle Männer gucken gerade Fußball-WM.
- Das Bild zeigt den Grund für die gelegentliche Verbalhornung dieses Städtchens.
Als was? Na: Hangover.
Feuer und Flamme
Trotzdem: Manche Antwort sollte sich man/frau Personal doch genauer überlegen. Nicht, weil es mir an menschlichem Mitgefühl fehlt, sondern weil Professionalität ein Teil dessen ist, was die Entlohnung (und bei Verkäufern dazu die Provision) rechtfertigt.
Beispiel gefällig?
Frage: "Was ist eigentlich der Grund, dass dieses Geschäft schließt?"
Antwort: "Weil Sie zu wenig gekauft haben!"
Danke für diese Auskunft. Ihre Antwort bedeutet übrigens korrekt übersetzt:
"Es ist Ihre Schuld, dass unser Marketing-Konzept nicht aufging."
(plus: "Weiß eigentlich jemand, ob wir überhaupt eines hatten?")
Die Bahn lernt uns die Uhr
"Die Bahn lernt uns die Uhr" sage ich. Und auch das ist korrekt:

Rückläufige Realität: Reisen mit die Bahn.
Man erkennt: Dieser Zug ist eindeutig 26 Minuten zu
früh. Er wird zur gewohnten Zeit ankommen. Das ist
sicher, denn Worte können nicht irren. Der Name des
Phänomens: Vorsprung durch Technik.
Warum dieser Service allerdings nicht in allen Zügen
des Nah- und Fernverkehrs angeboten wird, bleibt mir
ein Rästel. Ist die flächendeckende Implementierung
zu kostenintensiv?
Oder gilt, was der Volksmund gleichfalls gern
besingt: "Ob er aber über Oberammergau..."
Stühle im Selbstgespräch
Luckenwalde hat Platz. Und Luckenwalde hat etwas Geld. Also macht Luckenwalde einen Flyer. Mit Strukturkarton. Mit Text. Und mit Bildern wie diesen:

"Gut gereiht ist halb gewonnen" oder
"Communication-Center"

"Rote Lasterhöhle."
Sie alle beweisen:
Lueckenwalde hat wirklich jede Menge Platz. "Raum für
Ihre Ideen" nennt das der Flyer. Und verrät auch
gleich, welche das sein könnten: Tagungen, Kongresse,
Konferenzen.
Leider sind die Ideen so neu, dass sie noch keiner
vormachen konnte. Wozu auch: Menschen ins Bild? Hier
sprechen Stühle für sich selbst! Was sonst könnte
auch so überzeugen?
SEX, in Gottes Namen
Auf der Website eines der gottesfürchtigen Vereine fand sich daher die folgende aussagestarke Abbildung:
That's it,
folks.
So eine (Selbst-)Anzeige hat die Qualität von "Hier
wird Service GROSS geschrieben!"
Was sich daraus lernen lässt? Sollten Sie
gleichfalls, verehrte LeserInnen, auf die waghalsige
Idee kommen, über die wichtigen Dinge im Leben lieber
zu schwatzen, als dann und wann charmant zur Sache zu
kommen, dann wechseln Sie besser gleich den Job. Ihr
Partner wird ehedem bei Zeiten verschwinden.
Frau Lampe
Denn wir haben schon immer gewusst: Sex sells. Was daran liegt, dass meist Männer Werbebudgets verwalten und diese Männer bevorzugt Playboy lesen. Denn anders ist schwer zu erklären, dass gerade Frau Lampe den Konsum ankurbeln soll (was sie wegen des Lampenschirms zwischen den Händen ja gar nicht kann).
Wissenschafter haben zwar herausgefunden, dass die avisierte Gruppe der männlichen Portemonnaie-Besitzer ihrem steinzeitlichen Beutejägertrieb folgend beim Bezahlvorgang der frisch erlegten Ware eine Ausschüttung von Glückshormonen erleidet. Andere Wissenschaftler berichten aber, dass bei sexy Werbung mündige Männer vor allem auf Brust und Po der Beutehalterung gucken. Das Logo, der Firmenname? - "Irgendwas mit Busenwunder."
Und Frauen? Schauen der plakatierten Konkurrenz dorthin, wo sie in der eigenen Hose Über- und der Bluse Untermaß befürchten. Allerdings streift ihr Blick bisweilen doch das Logo. Sie merken sich dann, über welchen Porno-Lampenladen sie beim nächsten Cappu mit Chérie im Café abkotzen.
Egal. Frau Lampe hat was: Keine Brustwarzen, zum Beispiel. Und warum? Selbst in der Lampenwerbung gelten rigide Sparzwänge.

Große
Bälle: Frau Lampe zeigt, was sie
hat.



















