Mac-ereien

Red Alert

Nun ist es so weit: Der Energiehunger der häuslichen IT nimmt ein bedenkliches Maß an:

Bildschirmfoto 2011-03-14 um 14.57.05


Wenn 92% Batterieladung für einen Alarm sorgen, wie viele Sekunden bleiben mir dann wohl bei nur noch 10 Proz



ynamreG

Im Straßenverkehr gilt an Kreuzungen und Einmündungen ohne explizite Vorfahrtregelung „Rechts vor Links“. Das ist schön, man kann es sich leicht merken und es hilft, herauszufinden, wer denn nun an dem verbeulten Kotflügel Schuld ist, der plötzlich am eigenen Auto hängt.

Rechts vor links in der Schriftlichkeit ist dagegen nur bedingt hilfreich. Das gilt besonders, wenn die Schreibrichtung von links nach rechts verläuft – wie zum Beispiel beim Deutschen.

Wenn nun jemand schnell tippen kann und die Eintragsfelder mit Tabs durcheilt, bekommt Apples Kontaktverwaltungsprogramm „Adressbuch“ ganz fix Probleme. Es nimmt zwar die Zeichen in der richtigen Reihenfolge entgegen, aber dann...


ynamreG


... ändert es ungefragt und unbestätigt die Schreibrichtung. Das sieht drollig aus und ist auch sonst hervorragend unnütz. Jedenfalls fast. Denn ohne jenen Unsinn hätte es ja diesen Eintrag nicht gegeben.

Danke :-/



Scharlatane

Ich bin entlarvt! ich bin ein Scharlatan (Duden: Schạr | la | tan, der; -s, -e (Schwindler, der bestimmte Fähigkeiten vortäuscht). Erfahren habe ich das aus einer E-Mail, genauer gesagt aus dieser E-Mail:


Scharlatane


Interessant finde ich allerdings die Zusammenstellung:

„Harry Hirsch“ - der rasende Reporter von Otto ist gewiss nicht da zu verorten, wo sich Wortgruppen finden wie

„Ehre und Stolz“ - solches Vokabular gehört in Ecken, in denen ich gewiss nicht beheimatet bin.

„oberflächliche-dienst.leistungen“ - ist freundlich interpretiert eine interessante Variation des allgemeingebräuchlichen Schriftdeutschs

„Ängstliche -schäfchen“ - ist noch so ein orthographisches Schmankerl

Und in Summe?

Ist das eine auf Provokation getrimmte Spam-Mail, die im ungünstigsten Fall in ihren Gifs irgendwelchen Code integriert hat, der aus „Ängstliche -schäfchen“ nach ihrem Doppelklick „dumme Schäfchen“ macht.



Spammeister

Da ist man kurz mal weg, und was passiert?


1000fach Spam



Zeit, den Postfilter neu zu justieren...



Große Nachfrage

Immer, wenn etwas Beliebtes in einer neuen Version auf den Markt kommt, ist der Run auf das Objekt der Begierde vorprogrammiert. Das gilt insbesondere bei Freeware, also Software, die nichts kostet, wenn diese im Alltag viel verwendet wird und dazu einen guten Ruf genießt - wie beispielsweise der Webbrowser Firefox.

Welche Dimension „beliebt“ anzunehmen vermag, zeigt dieser Screenshot:


Firefox Nachfrage



527 Stunden Download-Zeit für 17,2 MB ist beeindruckend üppig.

Möglicherweise sollte der ein oder andere Mirror-Server mal seine www-Anbindung überprüfen. Bis dahin aber einvernehmlich: Staunen.



Made for a Mac

Laurence Sterne begann bereits Mitte des 18. Jahrhunderts seinen Roman „Leben und Ansichten des Tristram Shandy, Gentleman“ mit den denkwürdigen Worten:

sterne


Glücklicher Shandy!

Er lebt nicht heutigentags, und findet sich daher auch nicht beim Öffnen des Handbuchs seines neuen Computers mit so erstaunlichen und impliziert weitsichtigen Mitteilungen konfrontiert wie jener, die gerade mein Verhältnis zu meiner eigenen Elternschaft auf einen völlig neuen Erlebnishorizont katapultierte:


imac gemacht fuereinander
Made for a Mac: Schlau gemacht, Mama und Papa.



Blöd nur, dass meine Eltern da nicht auch gleich die Initialzündung zur Produktion des in Ihnen intuitiv beheimateten Alurechners hatten.

Oder müssten sich bloß die ersten Zeilen des iMac-Handbuchs selbstreflektorisch lesen wie: „Ich wünschte, entweder Steve Jobs oder sein Webertexter...“



Happy together

Mac-User sind besondere Menschen. Zumindest denken sie das. Kunstsinniger. Eleganter. Avandgardistischer. Und emotionaler. Letzteres lässt sich übrigens mit Demo- und Installations-Dialogen prima adressieren. Glauben Sie nicht?


Artists butler glow1
Step 1: An die Gier appellieren und Erhebendes verheißen.



Artists Butler glow2
Step 2: Die aufsteigende innere Wärme artikulieren, damit's keiner verpasst.


Und da sag noch mal einer, das Leben mit Computern sei gefühllos...



Money

Intuitiv Surfen bringt nicht zwigend einen Vorteil, wohl aber Erkenntnis: Wer auf den Tipp in einem Englischsprachigen Forum hin "appeldownloads" sucht und - clever clever - appledownloads.com eintippt, bekommt nicht, was er sucht, aber dafür das, was ihn sucht:


macdownlaod_money_money
Grab me, if you can: Apple goes Windows, while money goes money.


Immerhin wird man mehrfach belohnt:
- Mit jeder Menge Irritation.
- Mit jeder Menge Links zu jeder Menge Ausgabe-Optionen (auf dem Bild getilgt).
- Mit der Erkenntnis, dass hier jemand von "money" zu "money" transferieren will.
- Mit der Erkenntnis, dass Domain-Grabber mit Windows arbeiten.

Oder warum sonst fotografiert einer ein Kopier-Fenster im klassischen Win-Look, um Mac-User zu beeindrucken?





Probably maybe

Ich schätze Menschen, die sich ihrer relativen Genialität bewusst sind. Die ihre Grenzen akzeptieren und auch Fremden gegenüber ohne Scheu transparent machen, dass nicht alles, was sie anfassen, zu Gold wird.

Auch einen grundsätzlichen Realitätssinn weiß ich sehr zu schätzen, insbesondere im Umfeld von Computern, der Maschine gewordenen relativen Zuverlässigkeit.

Ein liebenswertes Beispiel hierfür lieferte mir jüngst dieser nette Installations-Hinweis:


installation-probably-successful
(no comment)


Probably maybe was all, was ich feststellen konnte. Denn die Software läuft tatsächlich nicht. Merci für den Lacher.




Ich spöttel doch gar nicht

Multifunktionsdruckerfaxscannerwunder sind klasse. Aber ihr wares Potential zeigen diese technischen Wunderkombinationskästschen erst, wenn man sie mit der Wirklichkeit konfrontiert: einem Computer.

Davon gibt es bekanntlich zwei Sorten. Die einen sind Windows-Rechner. Die anderen funktionieren.

Das dieses wirklich so ist, zeigt die Installation der Treiber-Software von der mitgelieferten CD. Beim Mac geht das so: CD einlegen, Installationsprogramm startet automatisch, Dialogfelder bestätigen, Installationsfortschritt beobachten, "Beenden" bestätigen, fertig.

Auch Windows kann das: CD einlegen. Autostart abwarten. Abwarten. Warten. War da was? Richtig. Explorer öffnen, Laufwerk E anklicken, CD Inhalt anzeigen lassen, "setup.exe" vermissen, "autostart.exe" suchen, "install.exe" finden, doppelklicken, Dialogfelder bestätigen, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, Installationsfortschritt beobachten, "Beenden" abwarten, warten, warten - "Bitte starten Sie Ihren Computer neu, damit einige Dateien gelöscht werden können und die Installation abgeschlossen werden kann."

Aber eigentlich hätte man es vorher wissen können: Die Kurzanleitung stellt die Installations-Prozesse nebeneinander dar. Der feine Unterschied ist ein rot umrahmter Kasten ganz am Ende der Windows-Darstellung: "Wenn dieser Bildschrim nicht angezeigt wird, lesen Sie im letzten Abschnitt die Informationen unter Fehlerbehebung."

Windows_exklusiv
Fehlerwarnung: Exklusiv für Windows.







Dürfte ich mal?

Das schöne an Online-Shops ist, dass man jederzeit und allerorten schöne Dinge kaufen kann. Besonders schön geht das, wenn man eine Kredikarte besitzt, denn dann erledigt sich der Bezahlvorgang von selbst. Toll.

Toll sind auch Apple Macs. Und das schöne an neuen Macs ist, dass sie "build to order" sind, also erst nach der Bestellung gebaut werden. Dumm nur, wenn das Modell gerade auf den Markt gekommen ist. Dann kann die Auslieferung dauern.

Macht nichts.

Ein guter Online-Shop informiert den Kunden ja gerne:
  • JA, man habe die Bestellung engegen genommen.
  • JA, man wisse, dass ein Gerät auf diesen Namen bestellt sei.
  • JA, das Gerät werde in den kommenden Tagen gefertigt.
  • JA, das Gerät sei schon gefertigt.
  • NEIN, zuerst würden die Shops des Herstellers beliefert, NEIN, dann würden Dedicated Partner Shops beliefert, NEIN, es könne wirklich nicht mehr lange dauern, NEIN, drei Monate seien wirklich keine lange Zeit, NEIN, das Gerät sei fast schon da, NEIN, nicht morgen, NEIN, in drei Wochen. Eventuell.

Seit drei Wochen allerdings hat sich der Mac schon bezahlt gemacht: Durch Belastung der Kreditkarte. Ein Geschäftsmodell nach meinem Geschmack: Bestellung annehmen, inkassieren und dann – mal sehen.

Also führe ich das ab sofort auch für meine Kundenbeziehungen ein und fordere Sie auf:
Teilen Sie mir ihre Kreditkartennummer mit! Ich belaste Ihr Konto dann mit den üblichen Summen, da wir sicher irgendwann zusammen arbeiten. Und Sie brauchen im Ernstfall nicht mal mehr bestellen: Gute PR braucht selbstverständlich jeder.


Visa-Karte
Die Welt steht Kopf mit ... - Kreditkarten.







Schlampenkram

Wie, die Schrift hier ist kruckelig? Sieht grässlich aus? Ist nicht lesbar?
Benutzen Sie Windows XP? Muss doch gar nicht sein.
Neun einfache Schritte führen Sie leicht und schnell zum Ziel:

  1. Klicken Sie einfach auf "Start" und
  2. Öffnen Sie die Systemsteuerung.
  3. Wählen Sie das Menü "Anzeige".
  4. Klicken Sie auf den Reiter "Darstellung".
  5. Hinter dessen Schaltfläche "Effekte" finden Sie leicht zu erkennen:
  6. "Folgende Methode zum Kantenglätten von Bildschirmschriftarten verwenden."
  7. Aktivieren Sie das Kästchen und
  8. wählen Sie aus dem darunter liegenden Aufklapp-Menü "Clear Type".
  9. Nu gukken se noch ma - ... - Und?

Schlampenkram? Nö, nö. Da fehlt nur ein Detail:


winpplexp
Eindeutig: Alles im grünen Bereich.